Welch ein Cover! Und was für ein Titel! Doch hier täuscht vieles. Was dem Leser blüht, läßt der Klappentext erwarten. Der Protagonist entspricht wohl kaum dem Typen auf dem Cover, und auch die Handlung muß all diejenigen enttäuschen, die ein bisserl "Ich bin jung, schön und schwul und die böse Berliner Szene verdirbt mich" sowie Sex erwartet hatten. Nein, es kommt schlimmer. Unser Held ist schon 37, hat einen Schnäuzer, steht auf väterliche Typen, die ruhig ein paar Haare auf der Brust und einige Pfunde an den Hüften zuviel haben dürfen. Sowas ist ja Geschmackssache,ok, aber warum quält uns Herr Ismann mit seinen schlechten Milieusschilderungen aus der schwulen Sub kurz nach der Wende in Ost-Berlin? Warum dieser DDR-Kader Humor? Warum ein dicklicher Polizist (Eddie), der sooo tolle Witzchen macht? Fragen über Fragen, die sich auch nach 173 Seiten nicht beantworten lassen. Steffens Seelenleben bleibt dem Leser verschlossen - die verkrampften Innenansichten, die der Autor ausspuckt, wirken hilflos und zeigen deutlich, dass er es lieber mit dem Texten von Glückwunschkarten versuchen sollte. Verlegt der Rosa Winkel Verlag jeden Mist, nur weil ein Schwuler es geschrieben hat? Und noch viel wichtiger: Warum kauft der homosexuelle Mann von heute sowas? - Ich bin einer Besprechung in einem Szene-Magazin gefolgt und wurde bestraft. Allen anderen zur Warnung diese Rezension.