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Das Labyrinth der Einsamkeit: Essay (suhrkamp taschenbuch)
 
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Das Labyrinth der Einsamkeit: Essay (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Octavio Paz , Carl Heupel
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 220 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 5 (28. Juni 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 351839472X
  • ISBN-13: 978-3518394724
  • Größe und/oder Gewicht: 17,9 x 10,9 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Octavio Paz
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Labyrinth der Einsamkeit
OT El laberinto de la soledad OA 1950 DE 1970Form Essay Epoche Moderne /Magischer Realismus
In seinem berühmten Essay Das Labyrinth der Einsamkeit analysiert Octavio Paz den Komplex verschiedener Kulturen Lateinamerikas – das Trauma der spanischen Eroberung – und behandelt die »mexicanidad«, die besondere historische und psychologische Lage Mexikos.
Inhalt: Der Essay stellt eine komplexe Analyse des mexikanischen Charakters dar. Ausgangspunkt der Analyse ist der »pachuco«, der in die USA ausgewanderte Mexikaner, der einerseits kein Mexikaner sein will, andererseits sich aber jeglicher Integration in das soziale Leben der USA verweigert. Der »pachuco« befindet sich in einem tiefen Zwiespalt, der Ausdruck der kollektiven Identitätskrise seines Volks ist. Die Wurzeln der »soledad», der Einsamkeit, des »pachuco« sieht Paz in dem mexikanischen Urtrauma der spanischen Eroberung der Azteken unter Hernán Cortés (1485–1547). Der Mexikaner verleugnet seinen Ursprung, den indigenen wie den spanischen.
Im Epilog sucht Paz nach einem Entkommen aus dem Labyrinth der »soledad«. Sein Ziel ist es, die nationalistischen Formen der »mexicanidad« durch die existenzialistische und universelle Formel der Einsamkeit des Individuums zu ersetzen. Die durch die Einsamkeit und die Tragik einer entwurzelten Kultur bestimmte gesellschaftliche Situation Mexikos sieht er nur durch die Utopie der mexikanischen Revolution als Rückkehr zum Ursprung überwindbar.
Der Essay kann als indirekte Grundlegung des magischen Realismus angesehen werden – einer literarischen Strömung, die sich Phänomenen zuwendet, denen eine über das rational Erklärbare hinausgehende Bedeutung für den Menschen zugemessen wird. Kennzeichnend für den magischen Realismus sind neben der mythischen Dimension formale Offenheit und sozialkritischer Realismus. So untersuchte Paz die Eigenheiten des mexikanischen Volks in soziologisch-psychologischer, kultureller und historischer Hinsicht.
Wirkung: Das Labyrinth der Einsamkeit wurde als »schöne Abhandlung der Mythifikation« schlechthin bezeichnet und galt seit seiner Publikation als Emblem des Anschlusses Mexikos an die universelle Kultur. Nicht zuletzt mit diesem Buch wurde Paz zum »poeta doctus« in der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts. V. R. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Mastretta erzählt fesselnd: romantisch und stimmungsvoll ohne jeglichen Kitsch, erotisch ohne Exhibitionismus, einfühlsam ohne lästige Längen, spannend, doch nicht atemlos. Man sollte die Geschichten einzeln genießen wie besonders köstliche Pralinen, um sie nachwirken zu lassen. Doch das fällt schwer; allzu gut sind sie geschrieben!«

(Regina Karoly sandammeer.at )


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Kundenrezensionen

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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zum Verständnis Mexikos 2. April 2006
Von deathdealer92618 TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In diesem Essay versucht der Nobelpreisträger Octavio Paz sein Heimatland und seine Landsleute zu erklären, zu analysieren. Die Problematik der Vergangenheit, die spanischen Wurzeln die von vielen Mexikanern verleugnet werden, vermischt mit der von äußeren Einflüssen (USA) geprägten Zukunft, die ebenfalls von vielen nicht anerkannt wird, versetzt den Mexikaner in ein "Labyrinth der Einsamkeit", so Paz. Er benutzt historische wie auch philosophische und psychologische Fakten und Thesen um somit das Bild des mexikanischen Kindes, Vaters, Mutters, Mann, Frau, Arbeiters usw. zu beschreiben.
Paz beschreibt das Denken und Fühlen seiner Landsleute, die Stellung zum Leben wie zum Tod, die Fiestas, warum viele Mexikaner zu Gewalt neigen uvm., wie wohl kaum ein Zweiter. Behauptet wird hier, das "die ganze Geschichte" des Landes ein "Suchen nach sich selbst ist", welches von fremden Kulturen beeinflusst wurde und wird. Der Mexikaner sei "maskiert" und diese Maske müsse erst abgerissen werden, damit das Leben beginnen kann. Nur eine Revolution, ein Rückgang zu vergangenen Werten könne Mexiko helfen, so der Autor im Epilog.

Mal ein anderes, zwar sachliches, aber nicht minder gut lesbares Buch über ein anderes Land. Interessant für jeden Leser, der weltoffen und interessiert ist und der über seinen eigenen Tellerrand hinweg schauen möchte. Also nicht nur unbedingt was für Mexiko-Interessierte. Ein wichtiges und vielleicht viel zu unbekanntes Buch, denn es setzt sich für die Völkerverständigung und Toleranz ein. Und abgesehen davon bildet es den Leser auch noch weiter, in dem es kulturelle, soziologische, historische, psychologische und politische Problemlagen anspricht und diese zu lösen versucht.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thomas Reuter TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Octavio Paz' Essay "Das Labyrinth der Einsamkeit" stammt aus dem Jahr 1950 und hat nichts weniger zum Thema als den Versuch einer Definition der mexikanischen Seele und des mexikanischen Selbstverständnisses. Lohnt es sich heute noch, einen kulturkritischen Beitrag zum Wesen einen Volkes aus der fernen Welt des Jahres 1950 zu lesen? Ich meine, ja, wenn man auf hohem Niveau an solchen Fragen interessiert ist.
Der Literaturnobelpreisträger Paz unterteilt seinen Versuch in 10 Kapitel, die alle eine andere Charakteristik des Mexikaners beschreiben. Unter dem Kapitel Cortés und die Folgen wird in geschichtlicher Hinsicht der Einfall der Spanier behandelt. Wer nun glaubt, hier ginge es einzig um eine moralische Verteufelung des Kolonialismus, wird eines Besseren belehrt. Im Vergleich zu der anglo-amerikanischen neuen Welt im Norden, boten die Spanier der indigenen Bevölkerung einen entscheidenden Vorteil. So schreibt Paz: "Nachdem die Bande zur ihrer eigentlichen Kultur abgerissen, ihre Götter tot und ihre Städte zerstört waren, fanden die verwaisten Indios durch den katholischen Glauben einen neuen Platz in der Welt. Man sollte nicht vergessen, dass die Zugehörigkeit zum katholischen Glauben einen Platz im Kosmos bedeutete. Die Flucht der Götter und der Untergang der Führer hatten die Eingeborenen in eine so große Einsamkeit gestoßen, wie sie sich ein moderner Mensch nur schwer vorstellen kann. In dieser Lage ermöglichte ihnen allein der Katholizismus, Bindungen mit Welt und Jenseits wieder anzuknüpfen, gab somit ihrem Dasein auf dieser Erde wieder Sinn, nährte ihre Hoffnung und rechtfertigte ihr Leben und ihren Tod." Diese differenzierte Sichtweise spricht die Spanier nicht von moralischen Verantwortung frei. Im Gegenteil, Paz schreibt an anderer Stelle: "Behauptet man, Mexiko sei erst im 16. Jahrhundert entstanden, muss man auch zugeben, dass es das Kind einer zwiefachen Vergewaltigung ist, einer imperialen und einer unitarischen, der aztekischen und er spanischen."
Einsamkeit ist eine Leitidee in Paz' Essay. Sie wird geradezu zum Grund- und Schöpfungsmythos des geschändeten Volkes, das bei Paz als "Söhne der Malinche" bezeichnet wird, die indiansische Geliebte Cortés, deren Kinder die ersten Menschen der neuen mexikanischen Rasse waren.
Man darf aber nicht vergessen, dass Einsamkeit und Geworfenheit des Menschen Grundtopoi der Philosophie der 50er Jahre waren, und Paz war ein äußerst gebildeter Mann, der sich in europäischer Literatur bestens auskannte. Auch andere Formulierungen und Ideenkomplexe sind der Zeit geschuldet wie beispielsweise folgende Formulierung: "So ist auch die Frau, als abseits lebendes Geschöpf, ein rätselhaftes Wesen. Besser gesagt: sie ist das Rätsel selbst." Heutzutage werden solche Vorstellung bereits wieder kulturkritisch interpretiert. In Paz' Text haben sie aber noch eine naive Frische, die unberührt ist von den Schulen der Gender-Studies.
Manches ist auch heute nicht mehr so interessant. Man erfährt aber ungeheuer Viel über den mexikanischen Charakter. Sprachlich und gedanklich ist der Text auf höchstem Niveau angesiedelt. Wer es lesen will, sollte sich schon wirklich für das Thema interessieren.

Thomas Reuter
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Der Autor beschreibt drei Erfahrungen seiner Kindheit, die in ihm eine Lücke (un hueco) hinterließen, eine Lücke, die ihn auf seiner lebenslange Suche nach Liebe, Gemeinschaft, Beziehung nie wieder loslassen wird. Er hat sowohl die politische Lage im Blickfeld als auch die gesellschaftlichen Veränderungen und ganz persönlichen Schwierigkeiten, die damit einhergehen. Er erfährt Ausgrenzung am eigenen Leib und stellt sich schon als Junge die Frage "Woher bin ich?" Das gemeinsame Merkmal der drei Erfahrungen ist das Gefühl der Trennung (separación). Octavio Paz erzählt dabei chronologisch, was nicht nur eine gewisse historische Ordnung mit sich bringt. Seine eigene "naturaleza", d.h. seine Eigenart, sein Wesen, ist historisch bedingt, geschichtliches Gewordensein. Daher kann nur die aufrichtige Beschäftigung mit der Geschichte über die eigene Situation aufklären.

Was als intime Meditation beginnt, entwickelt sich im Laufe des Buches zur Reflexion über die mexikanische Geschichte seit dessen Entstehung, die zwei Aspekte hat: Conquista (Symbol: Schwert) und Evangelisation (Symbol: Kreuz). Die Invasion durch die USA im Jahr 1847 und die Ideologie der Modernisierung im Sinne Nordamerikas führten zu Selbstverleugnung und Identitätssuche. Diese innere Zerrissenheit spiegelt sich im Hang zu alten Bräuchen einerseits und in deren Verachtung andererseits, es spiegelt sich auch in den Bürger-Kriegen (1937 nahm Paz auf republikanischer Seite teil und war damit zum ersten Mal in Spanien, für ihn ein Wieder-Entdecken - ein gegenseitiges reconocimiento) sowie in der alltäglichen Dialektik der Einsamkeit. Dieser wechselnde Rhythmus von Einsamkeit/Zusammenkunft, Isolation/Kommunion, ist Paz zufolge auf alle Menschen anwendbar, demnach ein fenómeno universal und findet sich auf Mexiko angewandt in der Idee von Revolución y Reconciliación wieder. "Das Labyrinth der Einsamkeit" ist eine leidenschaftliche Absage an Kapitalismus und Totalitarismus, die beiden Formen der so genannten modernen Gesellschaft.

Seit der Veröffentlichung dieses Werkes war dem Autor Philosophie stets ein praktisches (gesellschaftspolitisches) Anliegen: Der Themenkomplex Universalität-Moderne-Demokratie und ihr untrennbares Verwoben-werden tauchen immer wieder auf. Das Buch wurde 1950 geschrieben, und doch bietet Octavio Paz in ihm wertvolle Einsichten, indem er dazu aufruft, Geschichte als Prozess, als subjektives Auf-der-Suche-sein und somit als (oft unbewusste) Bewegung aufzufassen - Bewegung wohin? Er plädiert dafür, über den genuin mexikanischen Argwohn, die mexikanische Unsicherheit nachzudenken. Und er zeigt auf, dass die Versöhnung mit der eigenen Vergangenheit un dem eigenen Leid Bedingung für die Aussöhnung mit den feindlichen und zugleich bewunderten Nachbarn im Norden darstellt. Wir können wahrhaft viel von diesem Autor lernen - über uns und unser Land, egal ob wir Mexiko unsere Heimat nennen oder nicht. Die eigene Seele schließlich ist jedes Menschen Heimat.
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