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Das Labyrinth der Einsamkeit: Essay [Gebundene Ausgabe]

Octavio Paz , Carl Heupel
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 12 (13. Juli 1974)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518014048
  • ISBN-13: 978-3518014042
  • Originaltitel: El laberinto de la soledad (1969)
  • Größe und/oder Gewicht: 18,1 x 12,1 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 387.997 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Labyrinth der Einsamkeit
OT El laberinto de la soledad OA 1950 DE 1970Form Essay Epoche Moderne /Magischer Realismus
In seinem berühmten Essay Das Labyrinth der Einsamkeit analysiert Octavio Paz den Komplex verschiedener Kulturen Lateinamerikas – das Trauma der spanischen Eroberung – und behandelt die »mexicanidad«, die besondere historische und psychologische Lage Mexikos.
Inhalt: Der Essay stellt eine komplexe Analyse des mexikanischen Charakters dar. Ausgangspunkt der Analyse ist der »pachuco«, der in die USA ausgewanderte Mexikaner, der einerseits kein Mexikaner sein will, andererseits sich aber jeglicher Integration in das soziale Leben der USA verweigert. Der »pachuco« befindet sich in einem tiefen Zwiespalt, der Ausdruck der kollektiven Identitätskrise seines Volks ist. Die Wurzeln der »soledad», der Einsamkeit, des »pachuco« sieht Paz in dem mexikanischen Urtrauma der spanischen Eroberung der Azteken unter Hernán Cortés (1485–1547). Der Mexikaner verleugnet seinen Ursprung, den indigenen wie den spanischen.
Im Epilog sucht Paz nach einem Entkommen aus dem Labyrinth der »soledad«. Sein Ziel ist es, die nationalistischen Formen der »mexicanidad« durch die existenzialistische und universelle Formel der Einsamkeit des Individuums zu ersetzen. Die durch die Einsamkeit und die Tragik einer entwurzelten Kultur bestimmte gesellschaftliche Situation Mexikos sieht er nur durch die Utopie der mexikanischen Revolution als Rückkehr zum Ursprung überwindbar.
Der Essay kann als indirekte Grundlegung des magischen Realismus angesehen werden – einer literarischen Strömung, die sich Phänomenen zuwendet, denen eine über das rational Erklärbare hinausgehende Bedeutung für den Menschen zugemessen wird. Kennzeichnend für den magischen Realismus sind neben der mythischen Dimension formale Offenheit und sozialkritischer Realismus. So untersuchte Paz die Eigenheiten des mexikanischen Volks in soziologisch-psychologischer, kultureller und historischer Hinsicht.
Wirkung: Das Labyrinth der Einsamkeit wurde als »schöne Abhandlung der Mythifikation« schlechthin bezeichnet und galt seit seiner Publikation als Emblem des Anschlusses Mexikos an die universelle Kultur. Nicht zuletzt mit diesem Buch wurde Paz zum »poeta doctus« in der Weltliteratur des 20. Jahrhunderts. V. R.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Octavio Paz wurde am 31.3.1914 in Mexiko-Stadt geboren. Die Familie Paz ist indianischer und spanischer Abstammung. Der Großvater galt als herausragende Figur des mexikanischen Liberalismus, und der Vater war Mitarbeiter des Sozialrevolutionärs Zapata. Mit 17 war er Mitbegründer einer literarischen Zeitschrift und begann gleichzeitig zu publizieren. Im Laufe der Zeit erschienen zahlreiche Zeitschriften unter seiner Leitung. Nach seinem Jura- und Philosophiestudium arbeitete als Lehrer und engagierte sich politisch. 1944/45 hielt er sich als Guggenheim-Stipendiat in San Francisco und New York auf. 1946 trat er in den Auswärtigen Dienst Mexikos ein und wurde nach Paris entsandt. Hier begegnete er André Breton und arbeitete an surrealistischen Publikationen mit. 1962 wurde er zum Botschafter in Neu-Delhi ernannt. Dieses Amt legte er 1968 aus Protest gegen das Massaker an demonstrierenden Studenten in Mexiko-Stadt nieder. Ab dieser Zeit lehrte als Gastprofessor in den USA. Im Jahr 1971 kehrte er nach Mexiko zurück, wo er, unterbrochen von Lehrtätigkeiten an nordamerikanischen Universitäten, bis zu seinem Tod am 20. April 1998 lebte.

In seinem berühmtesten Essay "Das Labyrinth der Einsamkeit" analysiert er den Komplex verschiedener Kulturen in Lateinamerika. Sein Gesamtwerk wurde 1990 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.



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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zum Verständnis Mexikos 2. April 2006
Format:Taschenbuch
In diesem Essay versucht der Nobelpreisträger Octavio Paz sein Heimatland und seine Landsleute zu erklären, zu analysieren. Die Problematik der Vergangenheit, die spanischen Wurzeln die von vielen Mexikanern verleugnet werden, vermischt mit der von äußeren Einflüssen (USA) geprägten Zukunft, die ebenfalls von vielen nicht anerkannt wird, versetzt den Mexikaner in ein "Labyrinth der Einsamkeit", so Paz. Er benutzt historische wie auch philosophische und psychologische Fakten und Thesen um somit das Bild des mexikanischen Kindes, Vaters, Mutters, Mann, Frau, Arbeiters usw. zu beschreiben.
Paz beschreibt das Denken und Fühlen seiner Landsleute, die Stellung zum Leben wie zum Tod, die Fiestas, warum viele Mexikaner zu Gewalt neigen uvm., wie wohl kaum ein Zweiter. Behauptet wird hier, das "die ganze Geschichte" des Landes ein "Suchen nach sich selbst ist", welches von fremden Kulturen beeinflusst wurde und wird. Der Mexikaner sei "maskiert" und diese Maske müsse erst abgerissen werden, damit das Leben beginnen kann. Nur eine Revolution, ein Rückgang zu vergangenen Werten könne Mexiko helfen, so der Autor im Epilog.
Mal ein anderes, zwar sachliches, aber nicht minder gut lesbares Buch über ein anderes Land. Interessant für jeden Leser, der weltoffen und interessiert ist und der über seinen eigenen Tellerrand hinweg schauen möchte. Also nicht nur unbedingt was für Mexiko-Interessierte. Ein wichtiges und vielleicht viel zu unbekanntes Buch, denn es setzt sich für die Völkerverständigung und Toleranz ein. Und abgesehen davon bildet es den Leser auch noch weiter, in dem es kulturelle, soziologische, historische, psychologische und politische Problemlagen anspricht und diese zu lösen versucht.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kulturessayistik auf hohem Niveau 2. Mai 2008
Format:Taschenbuch
Octavio Paz' Essay "Das Labyrinth der Einsamkeit" stammt aus dem Jahr 1950 und hat nichts weniger zum Thema als den Versuch einer Definition der mexikanischen Seele und des mexikanischen Selbstverständnisses. Lohnt es sich heute noch, einen kulturkritischen Beitrag zum Wesen einen Volkes aus der fernen Welt des Jahres 1950 zu lesen? Ich meine, ja, wenn man auf hohem Niveau an solchen Fragen interessiert ist.
Der Literaturnobelpreisträger Paz unterteilt seinen Versuch in 10 Kapitel, die alle eine andere Charakteristik des Mexikaners beschreiben. Unter dem Kapitel Cortés und die Folgen wird in geschichtlicher Hinsicht der Einfall der Spanier behandelt. Wer nun glaubt, hier ginge es einzig um eine moralische Verteufelung des Kolonialismus, wird eines Besseren belehrt. Im Vergleich zu der anglo-amerikanischen neuen Welt im Norden, boten die Spanier der indigenen Bevölkerung einen entscheidenden Vorteil. So schreibt Paz: "Nachdem die Bande zur ihrer eigentlichen Kultur abgerissen, ihre Götter tot und ihre Städte zerstört waren, fanden die verwaisten Indios durch den katholischen Glauben einen neuen Platz in der Welt. Man sollte nicht vergessen, dass die Zugehörigkeit zum katholischen Glauben einen Platz im Kosmos bedeutete. Die Flucht der Götter und der Untergang der Führer hatten die Eingeborenen in eine so große Einsamkeit gestoßen, wie sie sich ein moderner Mensch nur schwer vorstellen kann. In dieser Lage ermöglichte ihnen allein der Katholizismus, Bindungen mit Welt und Jenseits wieder anzuknüpfen, gab somit ihrem Dasein auf dieser Erde wieder Sinn, nährte ihre Hoffnung und rechtfertigte ihr Leben und ihren Tod." Diese differenzierte Sichtweise spricht die Spanier nicht von moralischen Verantwortung frei.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Konflikt im eigenen Land, in der eigenen Haut 29. September 2010
Format:Taschenbuch
Der Autor beschreibt drei Erfahrungen seiner Kindheit, die in ihm eine Lücke (un hueco) hinterließen, eine Lücke, die ihn auf seiner lebenslange Suche nach Liebe, Gemeinschaft, Beziehung nie wieder loslassen wird. Er hat sowohl die politische Lage im Blickfeld als auch die gesellschaftlichen Veränderungen und ganz persönlichen Schwierigkeiten, die damit einhergehen. Er erfährt Ausgrenzung am eigenen Leib und stellt sich schon als Junge die Frage "Woher bin ich?" Das gemeinsame Merkmal der drei Erfahrungen ist das Gefühl der Trennung (separación). Octavio Paz erzählt dabei chronologisch, was nicht nur eine gewisse historische Ordnung mit sich bringt. Seine eigene "naturaleza", d.h. seine Eigenart, sein Wesen, ist historisch bedingt, geschichtliches Gewordensein. Daher kann nur die aufrichtige Beschäftigung mit der Geschichte über die eigene Situation aufklären.

Was als intime Meditation beginnt, entwickelt sich im Laufe des Buches zur Reflexion über die mexikanische Geschichte seit dessen Entstehung, die zwei Aspekte hat: Conquista (Symbol: Schwert) und Evangelisation (Symbol: Kreuz). Die Invasion durch die USA im Jahr 1847 und die Ideologie der Modernisierung im Sinne Nordamerikas führten zu Selbstverleugnung und Identitätssuche. Diese innere Zerrissenheit spiegelt sich im Hang zu alten Bräuchen einerseits und in deren Verachtung andererseits, es spiegelt sich auch in den Bürger-Kriegen (1937 nahm Paz auf republikanischer Seite teil und war damit zum ersten Mal in Spanien, für ihn ein Wieder-Entdecken - ein gegenseitiges reconocimiento) sowie in der alltäglichen Dialektik der Einsamkeit.
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