Larp (Live Action Roleplay - Liverollenspiel) ist eines der Hobbies die in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gewonnen haben. Junge (oder auch ältere) Menschen verkleiden sich angemessen, beziehen ihre stimmungsvoll ausgewählten Unterkünfte (Ob nun mittelalterliche Zelte oder Burgen) und nehmen ein Wochenende Auszeit vom realen Leben. Getrübt wird dieses Erlebnis oft genug von Würstchen grillenden oder Flaschenbier trinkenden Mitspielern. Es fällt schwer sich wie in Mittelerde zu fühlen, wenn der Zeltnachbar Becks aus der Dose trinkt.
Das LARP Kochbuch tritt an solchen Unsitten ein Ende zu bereiten und unterbreitet viele Lösungsmöglichkeiten um stilecht und ambientegetreu zu schlemmen und zu zechen. Neben einer ausführlichen Einleitung, in der benötigte Materialien für jede Art des Cons (von der Jugendherberge mit Vollverpflegung bis zum Selbstversorger-Zeltcon) vorgestellt werden, gibt es Checklisten fürs Packen, Ratschläge zur Haltbarmachung von leicht verderblichen aber unersetzlichen Lebensmitteln und natürlich viele Rezepte.
Nicht nur Fantasylarper sondern auch solche, die sich lieber in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts tummeln, die Western oder Star Trek zu ihrem Thema erkoren haben, werden hier fündig. Selbst fürs echte Endzeitlarp a la Mad Max findet sich hier etwas. Stylisher Proteinbrei den auch Anfänger zubereiten können und der noch dazu schmeckt, was will man mehr?
Die Rezepte sind entweder noch zuhause vorzubereiten oder aber auf dem Con selbst zu kochen, fast alles lässt sich am Lagerfeuer brutzeln und nur wenige Rezepte benötigen gar eine vollständig Küchenausstattung. Sicher kann man argumentieren, dass es die meisten Mittelalterlichen Kochbücher auch täten, aber welches dieser Kochbücher ist denn schon so gemacht, dass sich die Rezepte notfalls mit der Hilfe eines Messerchens, eines Brettchens und eines Topfes am Feuer zubereiten lassen? Grandios vor allem die Rezepte, nach denen man sich Lembas oder Hobbitriegel vorbereiten kann, um so auch auf dem Vollverpflegungscon immer stilecht einen Snack genießen zu können.
Da das Buch im Books on Demand Verfahren gefertigt wird, sind einige kleine Druck- und Setzfehler kaum zu vermeiden, aber da sie die Gesamtleistung des Buches nicht schmälern gibt es von mir trotzdem 5 Sterne.