Ein Freund hat mir diesen Krimi quasi als Einladung zu einer Reise nach Amsterdam geschenkt. Im Nachhinein hat er sich darüber vermutlich geärgert, weil ich die ganze Bahnfahrt über nur die Nase im Buch stecken hatte. Eigentlich bin ich keine richtige Krimileserin, aber mir hat sofort die Sprache sehr gut gefallen. Ungewöhnliche Sätze, Humor und ein guter Rhythmus, das war schon mal prima. Und dann hat mich doch auch die Krimistory gefesselt. Gleich am Anfang diese heftige Szene, wie ein Auto mit einem Granatwerfer beschossen wird - man hatte sofort alles vor Augen.
Danach entwickeln sich zwei Spuren: die eine hat private Hintergründe des Opfers, bei denen es (auch) um Alzheimer bei dessen Vater geht, die andere hat mit einer Lebensmittelfirma zu tun, die ins Biokraftstoffgeschäft investiert. Beides fand ich spannend und ich habe einiges erfahren, was ich noch nicht wusste. Zum Beispiel, wie gerade in Afrika riesige Ackerflächen von Investoren für Energiepflanzen aufgekauft werden, während die Bevölkerung hungert.
Außerdem gibt es noch die beiden Hauptpersonen, eine holländische Polizeiprofilerin und einen deutschen Kunstrestaurator, die in dem Fall ermitteln. Ich fand es ziemlich interessant zu sehen, wie sehr die Holländer bei Vernehmungen auf Psychologie setzen. Und über den Restaurator Robert Patati erfährt man etwas darüber, wie gefährlich alte Fotografien sein können.
Ehrlich gesagt, hatte ich mir Krimis bisher nicht so vielschichtig vorgestellt. Vielleicht liegt es ja daran, dass das Buch zwei Autoren geschrieben haben. Obwohl ich mir nicht vorstellen kann, wie die beiden das überhaupt geschafft haben, es zu zweit so rund hinzubekommen, zumal sie aus verschiedenen Sprachen kommen. Ich habe mir jetzt auch den ersten Band der beiden bestellt - der erste Krimi, den ich mir selbst kaufe.