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Das Lächeln des Niccolo
 
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Das Lächeln des Niccolo [Gebundene Ausgabe]

Maurizio Viroli
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 350 Seiten
  • Verlag: Pendo Verlag; Auflage: 2., Aufl. (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3858423750
  • ISBN-13: 978-3858423757
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,5 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.186.953 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Nachrichten über Machiavelli

Die Biographie von Maurizio Viroli

Er habe den bisher erschienenen Lebensbeschreibungen Machiavellis nichts Neues hinzuzufügen, sagt Maurizio Viroli im ersten Satz seines Buchs. Das würde auch dann sympathisch anmuten, wenn es nicht so ganz stimmte; aber es stimmt. Er wolle jedoch, fährt er fort, Machiavellis Leben auf neue Weise erzählen. Das lässt aufhorchen; nur findet man auf den dreihundert Seiten, die man dann liest, die Absicht nur andeutungsweise verwirklicht. Trotzdem ist neu, was – und wie es – Viroli erzählt: für Leserinnen und Leser, die Machiavellis Geschichte nicht näher kennen; und das sind viele.

Der Autor, Professor in Princeton, ist (unter anderem) Machiavelli-Spezialist, aber er hat dieses Buch nicht für Spezialisten geschrieben; er erläutert die Gedankengänge des politischen Schriftstellers ohne unzulässige Vereinfachungen, aber auch ohne beschwerliche Gelehrsamkeit; er ordnet die Werke in den Lebensgang ein und hebt ihre historischen Bedingtheiten hervor, wobei doch immer spürbar bleibt (bleiben soll), dass und wie ihre Bedeutung über die Situationen hinausgewachsen ist, aus denen sie stammen. Das Anekdotische kommt nicht zu kurz, darf aber nicht zur Erklärung der Aussagen dienen.

Machiavelli habe gelächelt, versichert uns schon der Titel des Buchs, und der Autor kommt des öfteren darauf zurück. Die Ikonographie scheint es zu bestätigen, aber man sollte sie nicht als Psychographie verstehen. Porträtiert wird ein Mann, der ohne äussere Würdezeichen auskommen muss; weder vornehm geboren noch zu hohen Ehren gekommen: vierzehn Jahre lang Kanzleisekretär der Stadtrepublik Florenz, nach der Restauration der Medici mit 43 Jahren entlassen und von den Geschäften lange Zeit ferngehalten; erst spät und nur von Fall zu Fall, ohne Amt oder Titel wieder verwendet. Keine repräsentative Persönlichkeit, aber ein kluger Kopf; man billigt ihm eine stille Überlegenheit zu.

So wird von der Biographie her verständlich, was einige Bilder (nicht alle) sagen; aber das Lächeln der Bilder lässt sich nicht in die Lebensgeschichte zurückübersetzen. Aus Virolis Darstellung geht vielmehr hervor, dass Machiavelli ausdauernd gehadert, getrauert und viel gelacht hat. Dass diese Dialektik gerade Hegel entgehen musste: «Man kann wahrnehmen», sagt er, «dass ein Mann, der mit dieser Wahrheit des Ernstes spricht, weder Niederträchtigkeit im Herzen noch Spass im Kopfe hatte.» Ein Satz, vor zweihundert Jahren geschrieben und gegen die moralistische Machiavelli-Kritik jener Zeit gerichtet, aber kein letztes Wort über den notorischen Witzbold und Komödiendichter, der Machiavelli auch war.

Der verzehrende Ernst, mit dem er seine politischen Theorien – die stets als Ratschläge gemeint waren – vortrug, die Verzweiflung darüber, dass in Florenz die Erneuerung der Republik, das Hauptziel all seiner Agitation, nicht zu erreichen war, der satirische Übermut, die provozierend auf «Spass» gerichtete Lebensführung: sie ergeben kein Durchschnittslächeln, sondern einen scharf gespannten Seelenhaushalt. Weniger harmonisierend, als der Titel seines Buchs befürchten lässt, führt ihn Viroli vor; seine Nachrichten verdienen alles Vertrauen.

Hanno Helbling

Perlentaucher.de

Pressenotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 22.04.2000
Hier handele es sich nicht um eine ausführliche wissenschaftliche Biografie Macchiavellis (wie etwa die von Roberto Ridolfo), bemerkt der Rezensent mit dem Kürzel "rox." in einer Kurzkritik, sondern es gehe Viroli eher um eine "populär gehaltene Lebensgeschichte", die Macchiavelli in Verbindung mit dem Zeitgeschehen in Florenz zeigen wolle. Lesenswert findet der Rezensent das Buch dieses in Princeton lehrenden Italieners offensichtlich dennoch. Nur die deutsche Übersetzung kritisiert er als "schwerfällig".

© Perlentaucher Medien GmbH

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hinter die Kulissen schauen 11. August 2008
Von M. Laible
Format:Gebundene Ausgabe
Diese Biograophie zählt zu den interesantesten, die ich je gelesen habe.
Viroli beschreibt nicht nur Machiavellis Leben und seine Person, sondern vermittelt auch ein umfassendes Bild über das Tauziehen der italienischen Städte des 15. Jhd. um Macht, Prestige und Beständigkeit.

Darüber hinaus gewährt der Autor tiefe Einblicke in das politische Kartenspiel der Politiker.

Von der Stadt Florenz als Sekretär eingesetzt, konnte Machiavelli seiner Fähigkeit, politische Maskeraden zu enttarnen und seiner Leidenschaft, hintner die Kulissen der Politik zu schauen, zu genüge nachgehen.

Dieser Aspekt wird vom Autor besonderst hervorgehoben und führt auch den Leser hinter die Kulissen.

Dadurch ermöglicht die Biographie es erst, das äußerst umstrittende Werk "Il Principe" des kläglich missverstandenen Machiavelli, richtig zu interpretieren.

Das Buch ist herrlich unkompliziert geschrieben und erlaubt es auch einem Laien, wie mir, ohne Politik- und Geschichtsstudium das Gelesene zu verstehen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Eine einfühlsame und kenntnisreiche Biographie des Florentiner Außenpolitikers und Schriftstellers Niccolò Machiavelli.
Maurizio Viroli charakterisiert fern von Klischees den Kampf Machiavellis für eine freiheitliche Bürgerrepublik Florenz in einem Italien, das von Aristokraten wie den Medici sowie dem Papst zugrundegerichtet und der Invasion von Frankreich, Spanien und Deutschland preisgegeben wurde. Machiavelli wird hier nicht als Machiavellist, sondern als verantwortungsbewußter Stratege präsentiert.
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