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Der Autor ist eben dies, ein Geschichtenerzähler. Was ihn interessiert sind nicht die politischen oder militärischen Fakten eines dunklen Jahrhunderts, sondern die kleinen Anekdoten der großen Ideengeschichte. Kultur wird hier gefeiert und nicht wie üblicherweise an den Rand von historischen Abhandlungen gedrängt. Das moderne Denken, also die großen Entdeckungen und Erfindungen in Wissenschaft, Philosophie und Kunst, spielt in dieser Darstellung die Hauptrolle. Man spürt die Begeisterung des Erzählers, dem es gelingt den Geist der letzten hundert Jahre lebendig werden zu lassen.
In locker verbundenen Kapiteln streift Watson durch die kulturellen Zentren des Abendlandes. Einstein, Freud und Picasso werden mitunter in einem Atemzug genannt, trotzdem hechelt Watson nicht durch die Materie, sondern läßt sich Zeit und Raum. Was hier vorgestellt wird, sind nicht unbedingt die theoretischen Zugänge zu den großen Gedankengebäuden, sondern eher die abenteuerlichen Prozesse ihrer Errichtungen. Aus diesem Grund wird „Das Lächeln der Medusa" mehr dem Leser mit einigem Vorwissen befriedigen als jemanden, der eine Einführung sucht. Trotzdem ist dieses Buch jedem empfohlen, der sich für die Vergangenheit und nicht zuletzt für die Gegenwart interessiert. Die Menschen und die Dinge, von denen man immer schon mal gehört hat und die lose im Kopf umherschwirren, finden hier ihren Kontext und die angesammelten Fakten bekommen etwas Romanhaftes.
Watson hält letztendlich die Naturwissenschaften für den Motor von Kulturgeschichte und Quelle der Inspiration aus dem die Geisteswissenschaften und selbst die Kunst schöpfen. Aber gerade die gleichrangige Behandlung aller neuen Ideen, erschließt einen Zusammenhang, der selbst den Leser mit einbezieht. Jeder ist ein Teil der Geschichte und hier bleibt das angenehme Gefühl zurück, daß es eine lohnende ist.
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