„Das Kreidekreuz" ist die zwar gelungene Fortsetzung zu „Die Tochter des Salzsieders", aber für meinen Geschmack mit einigen Längen und teilweise etwas zu schwülstig:
Fünfzehn Jahre sind inzwischen vergangen, Anne Katharina Vogelmann hat auf Drängen ihres älteren Bruders vor 14 Jahren den Sieder Michel Seyboth geheiratet. Sie hat ihm drei Kinder geboren, aber es ist eine unglückliche Ehe. Sie ist vom Regen in die Traufe gekommen, denn all die Schwierigkeiten, die sie im Hause ihres älteren Bruders hatte, hat sie auch mit ihrem lieblosen Ehemann. Hinzu kommt außerdem noch der Drachen von Schwiegermutter, der ihr das Leben schwer macht und ihr die Kinder zu entziehen versucht.
Sie trifft zufällig auf Rugger Beltz, der sie während ihrer Kerkerhaft in „Die Tochter des Salzsieders" bewacht hatte und jetzt Landsknecht ist. Sie verliebt sich in ihn: er ist das genaue Gegenteil ihres Mannes und verkörpert für sie die Freiheit, die sie so vermisst. Die ohnehin schon großen häuslichen Probleme werden dadurch noch größer, da Rugger und Anne Katharinas Mann während der Aufstände auf verschiedenen Seiten stehen und Michel ahnt, dass seine Frau ihm Hörner aufsetzt. Anne Katharina gerät einmal mehr ungewollt zwischen die Fronten, als ihr elfjähriger Sohn Bernhard sich den Aufständischen anschließt und sie sich aufmacht, ihn inmitten der Wirren zu finden.....
Frau Schweikert sagt im Anhang, dass sie den Bauernkrieg „historisch genau" und mit „möglichst vielen Details" darstellen wollte. Einerseits fand ich ihre Schilderungen zwar sehr interessant, aber andererseits hat mich die Detailfülle teilweise erschlagen, da ich mehr an Anne Katharinas Schicksal interessiert war und nicht so sehr an Details von Schlachten & Scharmützeln (auch wenn Anne Katharinas Schicksal unweigerlich mit dem Bauernkrieg verknüpft ist). Außerdem fand ich die Schilderungen von Anne Katharinas und Ruggers Beziehung manchmal zu kitschig und überladen. Ansonsten hat sie - wie in jedem ihrer Bücher, die ich bisher gelesen habe - glaubwürdige Personen geschaffen. Ein Glossar sowie eine Liste der Dramatis Personae sind auch in diesem Buch wieder vorhanden.
Fazit: „Das Kreidekreuz" ist zwar sehr lesenswert, hat mir aber aufgrund der o.a. Gegebenheiten nicht so gut gefallen wie „Die Tochter des Salzsieders". Daher auch „nur" vier Sterne.