Den oben genannten Kräuterheilkundigen (und natürlich vielen anderen) ist eines gemeinsam:
Nicht nur eine große Liebe zur Natur, sondern auch der Glaube daran bzw das Wissen darum, daß in ihr alles zur Heilung bereitgestellt ist.
Die Wissenschaft forschte, entdeckte, entwickelte seither weiter, extrahierte und kombinierte einzelne Inhaltsstoffe oder baute sie nach und konnte mehr oder weniger große Erfolge verbuchen. Beeindruckend erfolgreich ist sie ganz sicher im Wissen um Zusammensetzungen, um Einzelstoffe, bei der Entwicklung von operativen Eingriffen und der Diagnostik.
Trotzdem haben die Niederschriften der alten Kräuterweisen bis heute Gültigkeit bzw entdeckt man immer mehr die Überlegenheit ihres ganzheitlichen Gedankengutes gegenüber so manchem schnellen, aber vielfach auch kurzfristigen Erfolg der (wissenschaftlich orientierten) Schulmedzin.
Auch wenn Vereinzeltes heutzutage anders gesehen wird oder sogar widerlegt sein mag, käme keiner auf die Idee, einen Kneipp oder Künzle umzuschreiben, reichen deren Quellen doch zurück bis zu Hippokrates und sind ein großartiges Vermächtnis bzw das Erbe einer Kultur.
Die Herausgeber der deutschen Neuauflage des "Kräuterhandbuches für Hund und Katze" (Erstausgabe 1955) erweisen diesen Respekt Juliette de Bairacli Levy gegenüber, indem sie ausdrücklich im Vorwort auf einzelne heute anders gesehene Sachverhalte hinweisen und den ursprünglichen Text des Buches nicht veränderten.
Mit dem "Kräuterbuch für Hund und Katze" hält man so umfangreiche und detaillierte Information in Händen, daß man es sich in jede Tierarztpraxis oder jedem Studenten der Tiermedizin wünscht.
Ein großes Kapitel widmet sich der naturgemäßen Ernährung von Hund und Katze, der Aufzucht von Hunde- und Katzenwelpen und ausführlich der Pflege und Bedürfnisse der Zuchthündin.
Der zweite Teil des Buches vermittelt eine Einführung in die Kräuterheilkunde, gibt Hinweise zur Zubereitung von Kräutern und Tips für Reinigungsbehandlungen und Diäten. Er geht ausführlich auf Krankheiten/Symptome von A-Z und deren mögliche Ursachen und Behandlung ein und ist durch die alphabetische Gliederung hervorragend als Nachschlagewerk geeignet. Dabei fällt auf, daß es "keine Krankheit gibt, gegen die nicht ein Kraut gewachsen wäre."
Die Überschrift des letzten Kapitels "Der Fehlschlag einer Krankheitsvorbeugung durch Impfseren und Hormone" spricht für sich und beeindruckt u.a. durch die mit Namen und Adresse zitierten Aussagen von Tierärzten, Humanmedizinern, Chemikern, Bakteriologen, Züchtern, Preisrichtern, Fachautoren und andren Experten.
Was das Buch zu einer überaus lebendigen Lektüre mit regelrechtem Genußfaktor macht sind die unzähligen Anekdoten und veröffentlichten Zuschriften, die unmißverständlich zeigen, wie umfangreich, wie länder- und kulturübergreifend Juliette de Bairacli Levy recherchiert und zusammengetragen hat.
Ihre Leidenschaft für die Tiere und ihre Kompromißlosigkeit, wenn es um deren Wohlergehen geht, ist in jeder Zeile zu spüren und durch die farbige und lebensnahe Schreibweise läßt sie den Leser an der praktisch gelebten Umsetzung der naturheilkundlichen Ansätze unmittelbar teilhaben.
Fazit: Das Vermächtnis einer unvergeßlichen Persönlichkeit, dem ich unseren Tieren zuliebe eine überaus große Verbreitung wünsche.