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Das Konzert [Broschiert]

Hartmut Lange
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

September 1988
In Langes Novelle tritt der als junger Mann ermordete geniale Pianist Lewinski auf. Historisches Vorbild für diese Figur war der Musiker Karlrobert Kreiten, der 1943 in Berlin von den Nazis gehängt wurde und dessen Mörder der frühere "Frühschoppen"-Moderator Werner Höfer in einem Kommentar für das Berliner "12-Uhr-Blatt" publizistisch unterstützte.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Produktinformation

  • Broschiert: 144 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 5., Aufl. (September 1988)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257216459
  • ISBN-13: 978-3257216455
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,2 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 229.453 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Das Konzert ist ein richtiger kleiner Roman, ironisch, verwirrend - und erhaben. Was die fünf, unter dem Titel Die Waldstein-Sonate zusammengefaßten Erzählungen betrifft, so sind sie in eine merkwürdige, ganz und gar einmalige Atmosphäre getaucht. Mehr darüber zu sagen hieße, ihnen ihren Reiz nehmen und die Entdeckerfreude zu verderben."Hartmut Lange schrieb diese Novelle - die fast ein Märchen ist - als Allegorie . Was er in einem klaren und erfindungsreichen Stil und geleitet von einem erstaunlichen sittlichen Bewußtsein erzählt, ist eine Variation zum Thema Schuld und der Vergebung der Juden für ihre Folterknechte. Dies könnte sehr banal aussehen, aber es ist außerordentlich erschütternd. Denn diese unsterblichen Toten weisen einen Weg, den die Welt noch nicht gefunden hat." (Documents)

Über den Autor

Hartmut Lange, 1937 in Berlin-Spandau geboren, studierte an der Filmhochschule Babelsberg Dramaturgie. 1960 erhielt er eine Anstellung als Dramaturg am Deutschen Theater in Ostberlin. Von einer Reise nach Jugoslawien kehrte er nicht in die DDR zurück. Er ging nach Westberlin, arbeitete für die Schaubühne am Halleschen Ufer, für die Berliner Staatsbühnen und am Schiller- und am Schloßpark-Theater. Lange schreibt Dramen, Essays und Prosa. 2003 wurde er für sein Werk mit dem Italo-Svevo-Preis ausgezeichnet.Hartmut Lange, 1937 in Berlin-Spandau geboren, studierte an der Filmhochschule Babelsberg Dramaturgie. 1960 erhielt er eine Anstellung als Dramaturg am Deutschen Theater in Ostberlin. Von einer Reise nach Jugoslawien kehrte er nicht in die DDR zurück. Er ging nach Westberlin, arbeitete für die Schaubühne am Halleschen Ufer, für die Berliner Staatsbühnen und am Schiller- und am Schloßpark-Theater. Lange schreibt Dramen, Essays und Prosa. 2003 wurde er für sein Werk mit dem Italo-Svevo-Preis ausgezeichnet.

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5.0 von 5 Sternen Literatur der Hoffnung 23. November 2007
Von Diethelm Thom TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Lange, Hartmut, Das Konzert, Novelle, 1986 (SZ-Bibliothek 2007)

Lange behandelt in dieser Novelle das heikle Thema einer möglichen Versöhnung zwischen Deutschen und Juden nach dem Holocaust und es ist ihm gelungen, dies auf eine völlig unsentimentale, klare, menschliche und gewissermaßen altmodische Weise zu tun.

Der Leser braucht ein paar Seiten, bis er begreift, dass er sich in einem phantastischen Szenario befindet: Vertreter der vermögenden jüdischen Bildungsschicht, die von den Nazis auf elende Weise ermordet worden waren, treffen sich weiterhin als Tote in Berlin, um dem Tod zu trotzen und das Leben in seiner Schönheit und seinem Glanz gewissermaßen zurückzuzwingen. Im Mittelpunkt steht Frau Altenschul, die ehrgeizige Pläne mit dem genialen Klaviervirtuosen Lewanski hat, der schon mit 28 in Litzmannstadt erschossen wurde. Dieser soll sich unter ihrer Ägide künstlerisch vollenden und das Leben nachholen, das ihm (und ihr) versagt geblieben ist. Widerstrebend lässt sich Lewanski darauf ein, gerät aber mehr und mehr unter den Einfluss des Skeptikers Schulze-Bethmann, der im Widerspruch zu Frau Altenschul das Projekt der Versöhnung mit den ehemaligen Mördern betreibt. Als Lewanski kurz vor seinem triumphalen Auftritt in der Altenschulschen Villa steht, in der er die E-Dur Sonate op. 109 von Beethoven spielen will, gerät er, ohne dem widerstehen zu können, in den sog. Führerbunker, wo ihn die reuigen, unerlösten toten Nazis erwarten und wo er anlässlich der Hochzeit von Hitler mit Eva Braun die Sonate zum Besten gibt. (Dies ist die "unerhörte Begebenheit", die nach Goethe zum Charakteristikum einer Novelle gehört - vgl. S.93). Es handelt sich um ein Alterswerk Beethovens, das eine "unwiderstehliche Ruhe und Gelassenheit" (90) ausstrahlt und seine Zuhörer alsbald verzaubert. Lewanski muss erfahren, dass er mit seinen 28 Lebensjahren der Altersweisheit dieser Sonate nicht gewachsen ist und überwältigt vom Gedanken an seinen gewaltsamen Tod verlässt er die Szene. Zurück bleiben Frau Altenschul, der ausgleichende Maler Max Liebermann (der noch vor der Herrschaft der Nazis gestorben war) und Schulze-Bethmann, die die einzelnen Positionen von der Unversöhnlichkeit bis zur Bereitschaft zur Versöhnung vertreten, wobei letztere überwiegt: ">Sehen Sie<, sagte er, >es hat doch keinen Zweck, jene Unterscheidung, die wir im Leben treffen, nämlich die zwischen Gut und Böse, im Tode beizubehalten. Sie haben es selbst erfahren: Wir würden nur die Unvereinbarkeit alles Lebendigen bis in die Ewigkeit fortsetzen und nach einigen Sekunden des Glücks wieder enttäuscht sein und trauern. Und wo bliebe die Chance, von dieser Fata Morgana endlich einmal erlöst zu sein?<" (98)

Die Szene spielt vierzig Jahre nach Kriegsende (vgl. S.95), die Toten können sich frei in der Zeit bis zur Gegenwart bewegen, setzen aber ihr Leben so fort, wie es in ihren gepflegten Kreisen bis zum Krieg stattgefunden haben mag: sie bleiben unter sich, abgeschirmt vom Leben. Dadurch bekommt die Schilderung etwas Phantomhaftes, Traumhaftes und es passt dazu, dass sie in einem sozusagen altmodischen Stil und in klarer Sprache geschrieben ist. Manchmal erinnert der Stil geradezu an Kleists Prosa, indem Lange, der ja auch Theatermann ist, viele komplexe Gefühlslagen in Gesten und Bewegungen der handelnden Personen umsetzt, so dass die philosophische Auseinandersetzung doch wie im Theater konkret wird und der Phantasie des Lesers genug zu tun übrig lässt. Also eine abgeklärte, ruhige Novelle zu einem schwierigen Thema, das natürlich auch von des Autors Optimismus in Sachen Bildung, Kunst und menschlicher Versöhnungsbereitschaft kündet. Aber warum sollte in der Literatur kein Platz für die Hoffnung sein? ">Es gibt eine Hoffnung<, dachte er, >die unangreifbar ist. Es muss sie geben. Morgen, sowie es die Rücksicht erlaubt, bin ich wieder bei Frau Altenschul, und ich werde ihr sagen, dass es keine Gründe gibt, übermäßig besorgt zu sein.>" (100)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tom Kadi VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Broschiert
Medium - vermag: Gleichzeitig befinden sich die Orte der Handlung zu ganz verschiedenen Zeiten, begegnen sich Personen, die sich eigentlich nicht begegnen können. Der Ort: Berlin, einmal Mitte der 80er Jahre, geteilt durch die Mauer, zugleich aber auch das alte Berlin, noch unzerstört von den Verwüstungen, die die Nationalsozialisten mit der Judenverfolgung und dem Krieg angerichtet haben. In diesem alten Berlin haben sich die ermordeten Juden in ihren alten Häusern wieder eingerichtet. Im Salon der Frau Altenschul im vornehmen Tiergarten trifft sich alles, was Rang und Namen in der Künstler-Szene hat - auch der Maler Max Liebermann aus der Generation davor gibt sich die Ehre. Vor der Tür stehen schweigend die Mörder von gestern - Einlass und Verzeihung erheischend. In diesen Salon tritt der junge Pianist Lewanski, der am Beginn einer großen Karriere stehend erschossen wurde. Der im verwehrte Erfolg soll jetzt mit einem großen Konzert in der alten Philharmonie nachgeholt werden. Aber auch seine Mörder wünschen, dass er vor Ihnen konzertiert.
Lange ist hier in seiner klaren und konzisen Sprache ein sehr beeindruckendes Stück Literatur gelungen. Gegenwart und Vergangenheit vermischen sich, alte und neue Örtlichkeiten schieben sich übereinander. Der Gedanke, dass es nach dem Leben zu einer Versöhnung mit dem Bösen kommen kann, weil die Mörder ihre Taten bereuen und nach Sühne streben und dass dies angesichts der Gleichheit des Todes möglich ist, hat etwas sehr Tröstliches. Zum ersten mal taucht er in der kurzen Erzählung "Die Heiterkeit des Todes" auf. Hier wird er weiter ausgesponnen und differenziert - zwischen den Polen der Frau Altenschul, die nicht vergeben kann, dass sie nackt in ein Massengrab geworfen wurde, und dem Literaten Schulze-Bethmann, der seinen Mörder regelmäßig zu sich nach Hause einlädt, steht Lewanski, der sich mit der ungeheuren Zumutung auseinandersetzen muss, im Führerbunker musizieren zu sollen.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Phantastisch... 24. Mai 2008
Von libri1902
Format:Broschiert
Phantastisch im wahrsten Sinne des Wortes ist diese Novelle von Hartmut Lang. Der Pianist Lewanski, der mit 28 Jahren von den Faschisten erschossen wurde, findet sich im Reich der Toten wieder. Und trifft auf alte jüdische Freunde, aber auch auf seine Mörder. Sprachlich auf das Wesentliche konzentriert, erzählt aus Sicht der Toten, zwischen Schuld und Vergebung. Ein Meisterwerk!
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