Aus der Amazon.de-Redaktion
In grandiosem, schwarz-weißem Strich erzählt Eisner in Das Komplott die Geschichte der Publikation des antisemitischen, angeblich authentischen Machwerks Die Protokolle der Weisen von Zion, die im Russland der Zaren-Zeit begann und sich über den Nationalsozialismus bis in die unmittelbare Gegenwart erstreckt -- und das, obwohl die Times in einem Aufsehen erregenden Artikel bereits frühzeitig auf die Herkunft der Schrift, die angeblich die jüdische Weltverschwörung belegen sollte, in antisemitischen Kreisen aufmerksam machte. All dies schildert Eisner mit grafischen Elementen, die scheinbar betont kühl sachlich bleiben (und mit viel begleitendem, auch aus dem entlarvenden Original der "Weisen des Zion" zitierendem Text). Gerade dadurch aber hat er ein bewegendes -- und im Übrigen sehr gut recherchiertes -- Dokument des Rassenhasses vorgelegt, das zugleich in die psychologischen Abgründe der so genannten "Volksseele" blicken lässt. Ein ungewöhnliches, wichtiges, längst überfälliges Comic-Buch. Und das großartige Vermächtnis eines genialen Zeichners. -- Stefan Kellerer
Pressestimmen
"Er war der Dynamo der amerikanischen Comics. Das Mastermind und der Meister, von dem alle lernten." (Süddeutschen Zeitung)
Kurzbeschreibung
Über den Autor
Umberto Eco wurde am 5. Januar 1932 als Sohn eines Buchhalters in Alessandria/Piemont geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie und Literatur in Turin promovierte er 1954 zum Dr. phil. und war anschließend als Kulturredakteur tätig. Ab 1956 arbeitete er als Dozent und Mittelalterforscher, ab 1963 als Kolumnist. 1965 erhielt er einen Lehrauftrag in Florenz, 1966 folgte eine Professur in Mailand. Seit 1971 ist er Professor für Semiotik an der Universität Bologna. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Umberto Eco ist wohl der bekannteste zeitgenössische Semiotiker. Seine Werke wurden vielfach übersetzt und mit renommierten Auszeichnungen gewürdigt. Mit "Das offene Kunstwerk" veröffentlichte er 1973 eine der einflussreichsten Arbeiten zur modernen Ästhetik. Dem breiten Lesepublikum wurde der Autor zahlreicher literaturtheoretischer und kulturwissenschaftlicher Schriften vor allem durch seine Erzählprosa bekannt: Die Romane "Der Name der Rose" (1982) und "Das Foucaultsche Pendel" (1989) avancierten zu internationalen Bestsellern. In den Folgejahren erschienen u. a. "Die Insel des vorigen Tages" (1995), "Kant und das Schnabeltier" (2000), "Baudolino" (2001), "Die Bücher und das Paradies" (2003), "Die Geschichte der Schönheit" (2004), "Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana" (2004), "Quasi dasselbe mit anderen Worten" (2006), "Schüsse mit Empfangsbescheinigung" (2006), "Im Krebsgang voran" (2007) sowie "Die Geschichte der Häßlichkeit" (2007).