Die ersten 15 Minuten macht der Film den sehr guten Eindruck eines geradlinigen Action-Films. Der harte Umgangston zwischen den Figuren läßt ein wenig an Filme wie "Heart Break Ridge" oder "Full Metal Jacket" denken.
Nach diesem tollen Auftakt verirrt sich der Film aber irgendwie in James Bond-Gefilde. Wenn Collins eine Frau verführt, um in eine Anti-Nuklear-Organisation zu gelangen, gleicht das dem, wenn Bond jemand aus einer gegnerischen Organisation verführt, um an den großen Chef zu kommen (siehe z.b. "Leben und sterben lassen"). Nur wo bei 007 meist die Handlung voran getrieben wird, folgen hier 45 Minuten in denen nicht viel passiert. Das auf 20 Minuten reduziert wäre definitiv mehr gewesen.
Eine Geiselsituation, die es hier irgendwann gibt, haucht dem Film zwar mehr Spannung ein, bietet aber nix wirklich neues, was man aus anderen Filmen, in denen es um Geiselnahmen ging, nicht schon kennt.
Die letzten 10 Minuten gibt es nochmal gelungene Action. Aber wenn nur rund 1/3 eines Films wirklich unterhaltsam ist, ist das bei 120 Min. Laufzeit extrem wenig. Das Cover ist also eigentlich eine Mogelpackung, die den Film actionreicher wirken läßt, als er ist.
Mir persönlich gefallen Collins spätere Werke wie "Commando Leopard" oder "Geheimcode: Wildgänse" um einiges besser und wenn es ein Thriller aus den 80ern über Atomwaffen ist, dann finde ich "Das vierte Protokoll" mit Pierce Brosnan und Michael Caine empfehlenswerter.