Wie ich das Buch zum ersten mal in der Hand hielt, dachte ich: Boah was für ein schwerer Schinken! Und warum muss der außen so hässlich sein?
Das Kochbuch hat auf 400 schweren, glatten, farbenfrohen Seiten 400 Rezepte mit mindestens einem Bild pro Rezept verteilt. Einige wenige Rezepte sind mit einzelnen Bildern für die Zubereitung dargestellt, die meisten Rezepte sind sehr kurz mit Zutaten und Zubereitung abgehandelt. Das Buch teilt sich in Snacks, Salate und Vorspeisen, Suppen, Gemüse, Nudeln (und ein bisschen Reis), Kartoffeln, Fleisch und Geflügel, Fisch und Meeresfrüchte, Desserts und Kuchen, Brote und schließlich Einmachen (Chutneys, Marmeladen, Pesto usw.). Diese Aufzählung findet sich am Anfang des Buches, am Ende des Buches findet sich ein Register.
Schon die Anzahl der Kapitel zeigt, dass hier ein Rundumschlag versucht wurde. Dafür sind aber 400 Rezepte einfach zu wenig. Weniger Kapitel wären hier mehr gewesen. Die Bilder zu den einzelnen Rezepten sind hervorragend und nehmen mitunter eine ganze Seite ein. Dafür wurde an der Beschreibung gespart und die Zutaten in einer lieblosen Aufzählung mit senkrechten Strichen dargestellt, sowie die Zubereitung so kurz wie möglich gehalten. Schön ist allerdings der großzügige, weiße Platz, der fast überall noch geblieben ist und der mir die Möglichkeit gibt, Abwandlungen oder Ergänzungen oder andere Bemerkungen zu den Rezepten zu schreiben. Über das Register kann man sich über eine Zutat ein passendes Rezept suchen; wobei es kein Rezept für Putenfleisch gibt.
Beim Blättern in dem Buch wird man von den schönen Bildern verführt sich das Rezept dazu anzusehen. Bei der Aufzählung der Zutaten findet man mitunter die eine oder andere ungewöhnliche oder exotische Zutat, aber insgesamt bleibt das Kochbuch auf dem deutschen Teppichmarkt und verlangt keine Einkäufe in exotischen Läden oder Feinkostgeschäften. Etwas anders sind hingegen die Kombinationen der Zutaten, die mich als Mutter gegenüber meiner Familie in Erklärungsnot bringen. Dazu kommen die ungenauen Beschreibungen ohne Zeitangaben, die das Kochen zu einem festen Zeitpunkt schwierig machen. Überhaupt sind Kinder ja nicht so besonders experimentierfreudig, so dass die meisten Rezepte in diesem Buch einfach unter den Tisch fallen müssen.
Schade eigentlich - denn ich freue mich schon über die ungewöhnlichen Kombinationen. Da sie allerdings immer für 4 Personen angegeben sind, muss ich sie unpraktischerweise runter rechnen, wenn die Kinder nicht mitessen. Da wäre eine Angabe für 2 Personen, die ich dann für die Familie nur verdoppeln muss, schöner gewesen. Sicher ist das eine Mathe wie das andere, aber verdoppeln ist beim Kochen einfach leichter als halbieren.
Die bisherigen Experimente mit den neuen Rezepten waren jedenfalls erfolgreich und schmackhaft. Da das Blättern in dem Buch so großen Spaß macht, werde ich sicherlich an den Tagen, wo ich nur für mich kochen brauche, das eine oder andere Rezept noch ausprobieren. Vielleicht lassen sich einige Variationen ja doch familientauglich zubereiten.