Das Buch ist übersichtlich gegliedert. In einem allgemeinen Teil wird die Anatomie des Kniegelenks beschrieben und dargestellt, die Diagnostik möglicher Kniebefunde erklärt. Im speziellen Teil werden Knieverletzungen besprochen und im letzten Teil diverse Übungen für Patienten illustriert und beschrieben. Leider sind hier manche Erklärungen verwirrend und die Bilder dem Text nicht immer eindeutig zuzuordnen.
Hin und wieder schleichen sich auch Fehler ein, wie zum Beispiel bei der Benennung einzelner Muskeln (m. satorius statt m.sartorius, oder auch m.adductor magnus bei dem es fälschlicherweise heisst er wirke auf das Kniegelenk ein) oder den Definitionen von Drehmoment und Muskelkraft, welche durcheinander gebracht werden. Auch dürfte so manche Formulierung Nicht-Laien zum Schmunzeln bringen: "ein Patient der eine niedrigere Schmerzgrenze hat wird früher schmerzfrei sein als andere" (S.60) oder "Menisken leiten über Nervenleitungen Informationen an die Muskeln" (S.7).
Wer an weiterführender Literatur oder Quellennachweisen interessiert ist, wird enttäuscht sein. Der Inhalt des Buches gründet sich auf 22 Quellen, in denen der Autor 4 mal zitiert wird. Leider werden diese Quellen an den entsprechenden Stellen im Text nicht erwähnt, so dass man bei näherem Interesse sich schwer tut die richtige Literatur zu finden.
Die beigelegte DVD bietet neben einer kurzen Einführung in die Verletzungsstatistik der Knieverletzungen in der österreichischen Bevölkerung auch einen Teil in dem Operationstechniken veranschaulicht werden. Ein letzter Teil veranschaulicht einzelne Übungen wie Muskelkräftigung, Dehnen aber auch Koordination und Gangtraining mit einem Patienten und Physiotherapeuten.
Mit diesem Büchlein bietet sich ein für den Laien verständlicher, wenn auch nicht immer nachvollziehbar recherchierter Ratgeber rund um Knieverletzungen, moderne operative Verfahren und Rehabilitation an. Für den Anatomie, Physiologie- und Rehabilitationskundigen bringt dieses Werk wenig Neues.
Ein kräftiges Minus ist auch beim Preis zu vermerken: hier fehlt das Verhältnis zum doch eher schmalen Umfang des Werkes (A5 164 Seiten). Deshalb gibt's in dieser Bewertung nur 3 Sterne.