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Das Klingsor-Paradox.
 
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Das Klingsor-Paradox. [Taschenbuch]

Jorge Volpi , Susanne Lange
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 508 Seiten
  • Verlag: Btb (1. September 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442730651
  • ISBN-13: 978-3442730650
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 206.305 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jorge Volpi Escalante
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Während der Nürnberger Prozesse 1946 unterläuft dem ehemaligen Reichsgeschäftsführer der Forschungsgemeinschaft Ahnenerbe, Wolfram Sievers, ein entscheidender Fehler. Der Angeklagte gesteht, dass seine Experimente an Schädeln von eigens zu diesem Zweck ermordeten Juden vom höchsten wissenschaftlichen Berater Hitlers genehmigt worden waren. Und er nennt dessen Namen: Klingsor. Doch wer war Klingsor? Wer war dieser ominöse Mann, der über alle Forschungsprojekte des NS-Staates entschied?

An der Beantwortung dieser Frage sind auch die USA brennend interessiert. Und so beauftragen sie einen jungen Physiker aus Princeton, die Tarnung des Phantoms aufzudecken. Mithilfe des deutschen Mathematikers Gustav Links, der am Hitler-Attentat beteiligt gewesen war, macht sich der Amerikaner auf die Suche. Eines ist klar: Klingsor muss ein Physiker und Mathematiker der allerhöchsten Kategorie gewesen sein; einer, der sich auf dem neuesten Stand der Entwicklungen in der Quanten-, Astro- und Atomphysik befand. Und so führen die Nachforschungen die beiden zu den Größen der deutschen Naturwissenschaft dieser Zeit -- unter anderem zu Planck, Einstein, Gödel, Stark, Schrödinger und Heisenberg. Sie erfahren viel über die Verstrickungen der deutschen Wissenschaft mit dem NS-Regime, die in der Arbeit an jenem Atomprojekt gipfelte, das Hitler die kriegsentscheidende Atombombe liefern sollte. Doch von Klingsor, der all die Forschungen steuerte, will niemand etwas gehört haben.

Das Klingsor-Paradox ist ein furioser Wissenschaftsthriller, der so ganz nebenbei die Geschichte der Quantenphysik in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Geschichte der deutschen Naturwissenschaft im Dritten Reich und eine Geschichte des Zufalls in unserer Zeit mit erzählt. Man ist zunächst etwas skeptisch, wenn man liest, dass ein spanischer Jurist und Literaturwissenschaftler einen Roman über die Physik im NS-Staat geschrieben hat, doch das Misstrauen ist völlig unangebracht: Das Buch ist blendend recherchiert, von der ersten bis zur letzten Seite packend und auf vielen Ebenen ungeheuer interessant. --Christoph Nettersheim -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

1945: Ein Skandal in Liebesdingen hat den Physiker Francis P. Bacon seine Universitätskarriere gekostet. Nun macht er sich im Auftrag der US-Army auf die Suche nach jenem Wissenschaftler, der unter dem Decknamen Klingsor für das Atomprogramm der Nazis verantwortlich war. Zusammen mit dem Mathematiker Gustav Links verfolgt er Spuren, befragt Max Planck, Werner Heisenberg und Niels Bohr - und stößt auf ein Netz von Intrigen, Missgunst und Verrat. Ist Heisenberg Klingsor? Oder ist der Verräter an Bacons Seite? Jeder könnte Klingsor sein ...

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von the_clairevoyant TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Was haben ein mexikanischer Schriftsteller, die Atombombe und eine Wagner-Oper gemeinsam? Auf den ersten Blick rein gar nichts. Betrachtet man aber den Erstgenannten, nämlich Jorge Volpi, oder besser gesagt, sein Werk „Das Klingsor-Paradox" genauer, scheint eine literarische Ariadne die Fäden geschickt zu einem spannenden wie anspruchsvollen Werk zusammenzuführen.
Volpi - im diplomatischen Dienst tätig - recherchierte gründlich die Geschichte des III. Reichs, präziser formuliert die Forschungsgeschichte des Nazi-Staates. Dabei stieß er auf einen gewissen Wolfram Sievers, seines Zeichens Geschäftsführer der pseudowissenschaftlichen Institution „Ahnenerbe". Sievers gab 1945 während des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses zu Protokoll: „Damit das Geld bewilligt wurde, benötigte jedes Projekt die Genehmigung des wissenschaftlichen Beraters der Führers." Sievers will nie erfahren haben, wer dieser großer Unbekannte war, gab aber an, es wäre eine prominente und fachlich anerkannte Person mit dem Decknamen Klingsor gewesen. Ohne Klingsor, der nur Hitler direkt zur Rechenschaft verpflichtet war, ging also nichts in der Forschung Nazi-Deutschlands. War es Klingsors Absicht gewesen, für seinen Führer die Atombombe zu bauen? Oder nutzte er seine Position, um gerade dies zu verhindern? Wer verbarg sich hinter dem aus Richard Wagners Oper „Parsifal" entliehenen Decknamen, der dort einem gefährlichen Hexer gehörte? Etwa eine jener Physik-Kapazitäten, die nach dem II. Weltkrieg für die USA arbeiteten? Lebte der große Unbekannte noch? Ja, hat es denn Klingor je gegeben?
Um auf diese Fragen Antworten zu finden, schickt Jorge Volpi seine zwei Hauptprotagonisten los. Einerseits den alternden Mathematikprofessor Gustav Links, der von Klingsors Existenz zu tiefst überzeugt ist, andererseits den jungen amerikanischen Oberleutnant Francis Bacon. Nomen est omen, Bacon, das Einwanderkind, hatte sich früh berufen gefühlt, seinem historischen Namensvetter aus dem 16. Jahrhundert nachzueifern und der Natur ihre Geheimnisse zu entlocken. Mit 21 macht er in Princeton seinen Physikabschluss und geht danach ans Institute for Advanced Studies, wo neben seinem Mentor John von Neumann auch die Größen Kurt Gödel und Albert Einstein tätig sind. Aufgrund einer skandalträchtigen Frauengeschichte wird Bacon zum Geheimdienst versetzt und erhält den Auftrag, gemeinsam mit Links die wahre Identität Klingsors zu lüften. Das ungleiche Paar macht sich an die Arbeit und befragt all die Physikgenies jener Zeit: Max Planck, Niels Bohr sowie Erwin Schrödinger und Werner Heisenberg, die Väter der Quantenmechanik. Professor Links hält Heisenberg für Klingsor, doch seiner Intuition kann er keine Beweise nachreichen, was die Skepsis in Bacon verstärkt.
Jorge Volpi webt ein dichtes Netz aus Geschichte, Mathematik, Physik und Philosophie, in dessen Mitte die Spinne Klingsor zu sitzen scheint. Das Ganze gleicht einer Koan, einer jener paradoxen Anekdoten des Zen-Buddhismus, die beweisen sollen, daß die Logik alleine oft nicht ausreicht, ein Rätsel zu lösen. Auch das Stilmittel der griechischen Aporia wird bedient, welches besagt, daß eine Frage aufgrund der ihrem System innewohnender Widersprüche nicht gelöst werden kann. Damit schließt sich der Kreis zum Mathematiker Gödel, der darlegte, daß manche Aussagen weder falsch noch richtig, sondern einfach „unentscheidbar" sind.
Je mehr Seiten des „Klingsor-Paradox" gelesen sind, desto mehr verdichtet sich der Verdacht auf eine der zuvor genannten Koryphäen, selbst Klingsor zu sein, wobei das Schicksal von Links und Bacon unerwartete Wege einschlägt, die hier nicht weiter verraten werden sollen. Vielleicht kommt Werner Heisenberg, der da Nobelpreis belohnt bewies, daß es nicht möglich wäre, Ort und Geschwindigkeit eines Elektrons zugleich exakt zu bestimmen, Klingsor ja am Nächsten. Denn je genauer das Eine, desto ungenauer das Andere. Was heißt, ein Elektron kann schwer sichtbar gemacht werden, eine Eigenschaft, die auch für Klingsor gilt. Doch gerade diese „Unschärfe", das Nichtvorhandensein von Unterschriften, Bulletins oder Fotos, von Klingsor legt den Schluß nahe, daß es den großen Unbekannten tatsächlich gab. Das ist das „Klingsor-Paradox". Ein geniales Buch!
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Jorge Volpi hat eine interessante Kombination aus wirklichkeitsbasierter Erzaehlung mit der philosophischen Komponente der Mathematik und Physik verbunden. Sein Werk versucht die Hintergruende zu beleuchten, welchen Einfluss und Verbindungen die grossen wissenschaftlichen Koepfe der ersten Haelfte des 20. Jahrhunderts mit dem Werk der Nazis gemein hatten. Hierbei bekommt der Leser auch noch eine kleine naturwissenschaftliche und mathematisch philosophische Einfuehrung in die Welt der Paradoxe bzw. der Quantenmechanik. Volpi hat es meisterhaft verstanden, eine an sich trockene und schwer verstaendliche Materie mit einem psychologischem Kriminalroman zu verknuepfen. Der Leser bekommt einen tiefen Einblick in eine der wichtigen (aber fiktiven) Figur des Gustav Link, der ein tiefes Wissen ueber das Nuklearprogramm der Nazis, als auch der geistigen Haltung seiner beruehmten (realen) Kollegen, wie Heisenberg, Bohr, etc., mit einer Prise Verschwoerungstheorie und dem Meilenstein des Hitler Attentats am 20. April. Das Klingsor Paradox zeigt wunderbar die Kollision der wissenschaftlichen, historischen und politischen Welten Ende der Kriegsjahre und deren Aufarbeitung durch unbeteiligte Dritte. Sehr erstaunliche Abhandlung durch einen auslaendischen Autor, das einem am Ende fast auf eine Art der Fortsetung hoffen laesst. Wer Umberto Ecos Geschichte im Focault'schen Pendel mochte, wird diese Lektuere auch viel abgewinnen koennen, wenn auch der Stil von Volpi sich deutlich von dem Ecos unterscheidet.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist verblueffend, wie es der Author als schafft, eine derart fesselnde Story zu entwickeln: Vordergründig geht es um die Suche nach dem mysteriösen Chef-Wissenschaftler der Nazis, Deckname Klingsor, der das Böse wie in der Parsifal-Sage verkörpert. Doch ist dieses Buch im eigentlichen Sinn weder Spionage-Thriller, noch unterhaltende Physikzeitgeschichte, sondern ein vielschichtig aufgebautes Labyrinth verschiedener Handlungsstränge, in deren Mittelpunkt der einzelne Mensch, der Zweifel und die Gewissheit stehen, dass es keine Gewissheit gibt. Noch sarkastischer: Jeder kann Klingsor sein, jedes Handlungsmotiv ist purer Egoismus, basierend auf Wissenschaftsfanatismus oder Triebliebe. In den intelligenten Dialogen und Charakterbeschreibungen kommt auch der Humor nicht zu kurz.
Fazit: Erstklassige, geistreiche Unterhaltung in einer schlüssigen Rahmenhandlung.
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