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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
263 von 269 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hochspannende Geschichtsstunde,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Gebundene Ausgabe)
Ein Action-Thriller? Ein Krimi? Literatur? Alles. Superspannend, z.T. sogar richtig witzig, an den entscheidenden Stellen aber einfühlsam und niemals mit erhobenem Zeigefinger. So bekommt der Leser ganz nebenbei die Geschichte zweier Kinder erzählt. Ein Mädchen aus der Ukraine, 1942 nach Nazi-Deutschland verschleppt, und ein Junge aus Berlin-Grunewald, Kind und Kindermädchen. Die beiden mögen sich, nicht zuletzt, weil die Mutter des Jungen sich kaum noch um ihn kümmert. Als beide in den Bombemnächten 1944 in einen Luftschutzkeller flüchten, sehen sie etwas, was sie keinesfalls hätten sehen dürfen...Sechzig Jahre später. Der erfolgreiche Anwalt Joachim Vernau steht kurz vor der Einheirat in die noble Familie Zernikow. Da taucht in Gestalt einer alten Russin plötzlich die Vergangenheit wieder auf. Das beschämende Schweigen der Zernikows zu ihrer braunen Vergangenheit kann Vernau vielleicht tolerieren. Als die Russin aber zwei Tage später ermordet wird, setzt sich ein tödlicher Kreislauf in Gang. Was geschah damals in diesem Keller? Warum wird gelogen, vertuscht und getötet? "Das Kindermädchen" ist ein Drei-Nächte-Buch. Über vierhundert Seiten, aber wer einmal damit anfängt, hört nicht mehr auf. Spannend bis zur letzten Seite. Bewegend. Unterhaltend. Moralisch auch, aber - wie gesagt, das so ganz nebenbei und unauffällig, dass man nach der letzten Seite das Gefühl hat, endlich mal wieder ein spannendes Buch verschlungen zu haben. Erst viel später fragt man sich, was wohl aus diesen Kindermädchen geworden ist. Und warum bis heute niemand etwas von ihnen wissen will, dass man vergessen hat, dass Zwangsarbeiter auch in Privathaushalten schuften mussten. Damit hat das Buch seinen Sinn mehr erfüllt, als es jeder Krimi könnte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Überzeugend!,
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Taschenbuch)
Bei Elisabeth Herrmann habe ich das Pferd sozusagen von hinten aufgezäumt. Im Herbst las ich ihren Kriminalroman "Die siebte Stunde", in der der nicht gerade erfolgsverwöhnte Anwalt Joachim Vernau einen komplizierten Fall an einer Elite-Schule aufklärt. Dabei gab es immer wieder Rückblicke auf eine Zeit, in der eben jener Joachim Vernau einst in den feinsten Berliner Kreisen verkehrte.
In ihrem Vorgänger-Buch "Das Kindermädchen" erzählt Elisabeth Herrmann diese Geschichte: Joachim Vernau steht kurz vor der Verlobung mit Sigrun Zernikow. Eine aufstrebende Politikerin aus alter, angesehener Berliner Familie. Seit Jahren verdient er sich die Sporen bei Sigruns Vater in dessen Kanzlei. Zwar werden ihm diese Familienbande manches Mal ein wenig eng - zumal da noch die Patriarchin und Großmutter von Sigrun ist, die ihn immer wieder daran erinnert, eigentlich nicht standesgemäß zu sein - doch im Prinzip ist er schon froh, dass er sich um schnöde Finanzen keine Gedanken mehr machen muss. Eines Tages steht eine alte, russisch sprechende Dame im Büro von Joachim und verlangt eine Unterschrift von Utz. Joachim hätte diesen Vorfall schnell vergessen, würde er nicht einige Tage später in der Zeitung vom Tod dieser Frau - einer ukrainischen Zwangsarbeiterin - erfahren. Seine Nachforschungen, in die er seine alte Kollegin Marie-Louise einbindet, konfrontieren ihn mit der familiären Vergangenheit der Zernikows, die nicht nur eine Leiche im Keller zu haben scheinen. Schnell spürt er, wie die Reihen sich vor ihm schließen und beginnt nun erst recht in diesem Sumpf herum zu stochern... Elisabeth Herrmann schreibt absolut überzeugend! Ihre Kriminalromane leben nicht nur durch die Ermittler wider Willen Joachim und Marie-Louise, sondern vor allem durch ihre mit Bedacht ausgewählten Handlungsstränge. Flott geschrieben entwickeln ihre Kriminalromane eine Dynamik, die dem Leser auch jeweils ein Thema nahebringen, die nicht unbedingt zum Standard-Repertoire der Kriminalliteratur gehören. In diesem Kriminalroman verwebt sie Millieu-Studie, Geschichtsstunde und eine Reihe von lebendigen Charakteren zu einer lesenswerten und spannenden Story! Und sie nährt die Hoffnung auf ein literarisches Wiedersehen mit Joachim und Marie-Louise! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
65 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannender Krimi um ein bewegendes Thema,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Kindermädchen (Gebundene Ausgabe)
Elisabeth Herrmann hat das brisante Thema der urkrainischen Kindermädchen, die während des zweiten Weltkriegs zu Zwangsarbeit in deutschen Haushalten gezwungen wurden, in einen spannenden Krimi verpackt. In das idyllische Leben des Anwalts Joachim Vernau, der glücklich liiert ist mit der Politikerin Sigrun (von) Zernikow, tritt plötzlich eine alte Urkrainerin. Sie fleht ihn um Hilfe an: Für ihre Freundin Natalia braucht sie die Unterschrift unter einem Dokument, das die Zwangsarbeit im Hause Zernikow als Kindermädchen für den kleinen Utz bestätigt. Doch Utz, heute Vater von Sigrun, zukünftiger Schwiegervater von Joachim, und aktuell sein Chef in einer renommierten Berliner Kanzlei, verweigert die Anerkennung. Anfangs widerwillig, später neugierig und letztlich provoziert von einer alten Freundin aus kämpferischen Studientagen, beginnt die Suche nach der Wahrheit. Vertrauen und Misstrauen lassen Fakten immer wieder in neuem Licht erscheinen. Außer der Wahrheit stehen bald auch alte und neue Ideale auf der Fahndungsliste. Woran können Menschen in den Zwängen des gesellschaftlichen und beruflichen Leben noch glauben? Mit viel Liebe zum Detail, spritzigen Dialogen und einem humorvoll-lakonischen Stil zeichnet Elisabeth Herrmann ein bewegendes historisches Geschichtsbild, mit einer spannenden, unterhaltsamen Rahmenhandlung im modernen Berlin. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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