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Produktinformation
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Das Kind von Noah ist die Fortsetzung von Schmitts erzählerischer Tetralogie der wichtigsten Weltreligionen, zu der auch die Bestseller Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran und Oskar und die Dame in Rosa gehören. Dieser Sammeltitel klingt furchtbar abschreckend, und das hat der schmale Band nun wirklich nicht verdient. Denn Schmitt kann erzählen und versteht es wie kein Zweiter, einprägsame Bilder mit einer klugen Dramaturgie zu verknüpfen. Auch wenn man vielleicht nicht allzu viel vom Judentum erfährt -- Das Kind von Noah ist eben kein Buch über eine Weltreligion -- und der Band mit Monsieur Ibrahim nicht unbedingt mithalten kann, so ist Schmitt doch wieder ein bezauberndes Kleinod gelungen, das traurig ist und voller Hoffnung zugleich. --Isa Gerck -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Das Kind von Noah ist ein kleiner jüdischer Junge namens Joseph Bernstein. Er ist sieben Jahre alt und muß sich 1942 im besetzten Belgien vor den Nazis verstecken. Seine Eltern bringen ihn zunächst bei Bekannten aus dem Hochadel unter, doch bald wird die Familie auseinandergerissen und Joseph übersteht die Zeit bis zum Kriegsende mit falschen Papieren in einem katholischen Waisenhaus.
Der größte Teil dieser Geschichte wird aus der Sicht des kleinen Jungen berichtet; und Autor Eric-Emmanuel Schmitt gelingt diese Erzählperspektive so glaubhaft, daß man den kleinen Joseph und seinen Freund Rudy sofort ins Herz schließt. Ihre Dialoge sind erfrischend und die Ausdrucksweise klar. Sie erinnern mich ein wenig an die zeitlosen Kinderfiguren aus Erich Kästners Kinderbüchern. Und fast so angenehm wie Kästners Kinderbücher liest sich dieses Buch auch; denn Kinder erleben die Welt anders als Erwachsene - sie passen sich rasch an, erfassen aber genau die bedrohlichen Unterströmungen der Zeit. So schafft der Autor ein Buch, das mit Leichtigkeit, Charme und Humor gleich mehrere ernste, in die Tiefe gehende Themen behandelt: Judenverfolgung im Dritten Reich, verschiedene Formen des Widerstandes dagegen, Verteidigung der Menschlichkeit und der Menschenrechte, verschiedene religiöse Sichtweisen - insbesondere das Judentum und den Katholizismus. Es ist darum ein politisches Buch, das sich dezent und daher höchst effektiv für Toleranz und Menschlichkeit einsetzt, ohne dabei zu moralisieren.
Das hübsch gebundene Bändchen eignet sich wunderbar als Geschenk für die beste Freundin oder einen anderen lieben Menschen.
Die Geschichte vom siebenjährigen jüdischen Jungen während der deutschen Besatzung Frankreichs setzt das Versöhnungswerk des Autors vor. Doch die Vermittlung zwischen den grossen Religionen ist nur die eine Ebene. Wer Monsieur Ibrahim und die Blumen des Korans gelesen oder gesehen hat, sich auch Oskar und die Dame in Rosa nicht entgehen liess und seine Gefühlswelt nicht hermetisch abschottet, entdeckt in Schmitts Erzählungen immer wieder seine eigene Kindheit, seine eigenen Wünsche, Sehnsüchte, Ängste und Verletzungen. Immer geht es bei Schmitt auch um überzeitliche Werte wie Freundschaft, Achtung, Aufmerksamkeit.
Heute wissen wir, dass menschliche Werte nicht durch sozialpädagogische Papiere und politische Statements vermittelt werden, sondern durch gelebte Beispiele und Geschichten, die uns bewegen, in unsere Seelen eindringen. Das sind zwar nur Metaphern für Vorgänge in unserem Gehirn, denen Wissenschaftler langsam auf die Spur kommen. Aber Schmitt zeigt mit seinen Erzählungen, dass wir Bildhaftes mehr mögen als abstrakte Bildung. Und das ist gut so.
Eric-Emmanuel Schmitt zu lesen, tut mir gut. Nicht weil er menschlichen Alltag mit Zuckerguss überzieht, das wäre billig, sondern weil er mich bei den Gefühlen abholt und mich ahnen lässt, dass Glaube, Liebe, Hoffnung mehr sind als leere Worthülsen. Wenn das die offiziellen Religionen nicht mehr schaffen, dann braucht es eben Philosophen, Musiker und Schriftsteller wie Eric-Emmanuel Schmitt. 139 Seiten fürs eigene Gemüt, zum Verschenken und - ganz kitschig - für eine bessere Welt.
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