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Pressenotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2000
Sabine Doering weist zunächst darauf hin, dass dieses Buch bereits 1948 zum ersten Mal erschienen ist, damals jedoch in einer vom Herausgeber entschärften Fassung. Erst 1999 wurde die Reinschrift der Autorin aufgefunden, die die Grundlage für die vorliegende Edition ist. Doering zeigt sich fasziniert von der Geschichte eines kleinen Mädchens, dass durch Bandagen und Kurzsichtigkeit gehandicapt in einer Klinik sich in eine geheimnisvolle Märchenwelt flüchtet. Dabei stehe nicht die Krankheit im Vordergrund, sondern Phantasien, die um "Himmel und Hölle" kreisen. Doering kritisiert die Arbeit der Herausgeberinnen allerdings insofern, als dass sie recht überflüssig, wie sie findet katholische Begriffe wie "Ablass, Todsünden, Namenstage oder gar das Rosenkranzgebet" ausführlich erklären, unbekanntere Begriffe wie Aladin jedoch nicht. Unverständlich ist ihr auch, wieso sich die Herausgeberinnen mit der Edition primär an "deutschsprachige NichtösterreicherInnen" richten.
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Kurzbeschreibung
Wegen seiner "Arme-Leute-Krankheit", seiner schweren Kurzsichtigkeit und Armut wird 'das Kind' im Spital zur Außenseiterin. Mit den Hänseleien und Boshaftigkeiten der reichen Kinder muss es alleine fertig werden. Selbst der von ihr bewunderte Primarius will nicht wahr haben, dass die Eltern kein Geld haben, um das Kind abzuholen. So flüchtet es sich in den Glauben an den großen Zauber, an Feen und gute Engel, die ihm den Aufenthalt in der fremden Umgebung erleichtern sollen.
Christine Lavant, geboren 1915 in St. Stefan im Lavanttal, Kärnten, lebte mit Ausnahme von zwei Jahren im Geburtsort. Sie schrieb Lyrik und Prosa und erhielt zahlreiche Preise. 1954 und 1964 den Georg-Trakl-Preis für Lyrik und 1970 den Großen Staatspreis für Literatur. Die Autorin verstarb 1973.
Ursula A. Schneider (geb. 1966 in Wien) und Annette Steinsiek (geb. 1964 in Gütersloh) arbeiten an der Kritischen Christine-Lavant-Gesamtausgabe mit und geben den Gesamtbriefwechsel Lavants heraus.
Christine Wigotschnig, Literaturwissenschaftlerin und Großnichte Christine Lavants, verstarb 1994.