Zu Lebzeiten Vernes wurden 54 Romane der Reihe ‚aussergewöhnliche Reisen' veröffentlicht. Das Karpathenschloss ist der 37. Roman, erstmals 1892 erschienen. Aus Biographien lässt sich entnehmen, dass Verne gerade bei späteren Romanen sorgfältig zur Sache ging. Druckfahnen liess er sich manchmal bis zur Verzweiflung des Verlegers wieder und wieder zurückschicken, um daran Änderungen vorzunehmen. Bei diesem Buch zeigt sich einmal mehr, dass Verne eine starke Imaginationsgabe besass. Zur Geschichte selbst einige Anmerkungen: Eine Opernsängerin spielt eine wichtige Rolle. Hier weiss Verne, wovon er spricht, da er selbst zahlreiche Operettenlibretti verfasste. Was den Spuk angeht, sollte man nicht vergessen, dass Aberglauben aller Art zu Ende des 19. Jahrhunderts gerade in ländlichen Gegenden viel verbreiteter war als heute. Aber Verne war witzigerweise kein Mystiker, sondern setzte seine Energie und seine Überzeugungen in den Glauben an den naturwissenschaftlichen Fortschritt. Es gehört deshalb zur geglückten Pointe der Fabel, dass sich am Ende alles ganz einfach und einleuchtend erklären lässt und vom Übernatürlichen kein Quentchen mehr übrig bleibt. Dieses Buch ist reich an Einfällen, und allein die Szene zu Beginn, als der Schafhirt Frik zu erstenmal in seinem Leben durch ein Fernrohr schaut und dieses dann dem Krämer abkauft, ist die Lektüre wert. Um am Ende noch einen grossen Namen als Referenz anzufügen, darf man erwähnen, dass Turgenjew ein leidenschaftlicher Verne-Leser war.