Dem Kapitalismus sind grosse Verdienste zuzuschreiben: Wo auch immer der Staat freien Markt und freien Handel zuliess, gediehen nicht nur Wohlstand und Zufriedenheit der Bürger, sondern auch Menschenrechte, Demokratie, Gesundheit, länere Lebensdauer und Lebensqualität. Nur der Kapitalismus lässt jedem den Aufstieg offen und ermöglicht selbst Verlierern neue Chancen. Die wichtigsten Fähigkeiten dazu finden sich bei den Menschen selbst. Norberg belegt, dass sich oben genannte Erfolge umso eindringlicher einstellen, je intensiver sich die marktwirtschaftlichen Prinzipien entfalten konnten.
Sozialistische Weisheiten, wie jene, dass sich der Westen durch den Kolonialismus zu (illegalem) Reichtum verholfen hat, sind nicht nur ausserstande, den Reichtum der Schweiz, von Finnland, Taiwan oder Singapur zu erklären, sondern vermögen auch den nur relativen Reichtum von Spanien und Portugal nicht zu begründen. Hongkong, 1996 aus dem Kolonialstatut entlassen, hat seine ehemaligen Verwalter in Sachen Reichtum und Fortschritt mittlerweile abgehängt. Dass der unterentwickelte schwarze Kontinent in den letzten Jahrzehnten geradezu mit Subventionen überschwemmt wurde, wirft die Frage auf, ob denn gerade diese Geldsegen nicht den Boden für jene Missstände geebnet haben, die sie eigentlich bekämpfen sollten. Die Scheckbuchdiplomatie hat die Machthaber stets davon abgehalten, ihr Land einer Weiterentwicklung und damit westlichen Freiheiten und Wohlstand zugänglich zu machen. Stattdessen vermochten Potentaten und korrupte Diktatoren mit unserem gutgemeinten Geldfluss Prunkbau, den Wohlstandsbauch, die Mercedesflotte und das eigene Bankkonto zu erweitern, was im Ergebnis mit einer Subventionierung von Diktatur und Hunger gleichkommt. Zeitgemässe Solidarität mit der Dritten Welt hiesse, ihre Konkurrenz zu ertragen.
Weitere Punkte, welche von Norberg aufgegriffen werden: Kinderarbeit, medizinischer Fortschritt, Umwelt, Ressourcenverbrauch, Gesundheitswesen auf marktwirtschaftlicher Basis und international-staatliche Gesundheitsorganisationen (WHO), Entwicklungshilfe, Schuldenerlass, Vergleich der Wirtschaften Ostasiens und Afrikas...
Erkenntnisresistente Freizeitmarxisten, Antifas und Sozialisten finden in Norbergs faktenreich belegten Streitschrift schwer zu widerlegende Gegebenheiten. Im Gegensatz zu seinem kommunistischen Pendant vermag dieses Manifest einen glaubwürdigen Zeugen zu benennen: Die Realität. All jene werden sich an diesem Buch stossen, die - aus welchem Grund auch immer - den Menschen nichts zutrauen, nichts zutrauen wollen. "Es gibt nur wenige Ideen, die so elektrisierend sind wie die Idee der Freiheit und Selbstbestimmung. Wer erst einmal entdeckt hat, dass andere über Freiheits- und Selbstbestimmungsrechte verfügen, ist in seinem Bestreben nach denselben kaum mehr zu bremsen" schreibt Norberg. Der Vormarsch der Freiheit und der daraus resultierenden Errungenschaften gehen einher mit einem Durchbruch an Wohlstand für die ganze Gesellschaft, denen kein staatliches Umverteilungsprogramm in seiner Wirkung auch nur ansatzweise nahekommt.