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Das Kapital: Ein Plädoyer für den Menschen
 
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Das Kapital: Ein Plädoyer für den Menschen [Gebundene Ausgabe]

Reinhard Marx , Arnd Küppers
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Pattloch (30. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3629021557
  • ISBN-13: 978-3629021557
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 26.193 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Reinhard Marx
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Aus der Amazon.de-Redaktion

„Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit hat keine Zukunft.“ Das sagt Marx. Aber nicht Karl Marx, sondern Reinhard Marx, amtierender Bischof von München und Freising. Wie seinem Namensvetter geht es auch ihm darum, die Gesellschaft zu verändern. Doch während Karl vor weit über 100 Jahren auf kollektive Planwirtschaft setzte, propagiert Reinhard heute eine globale soziale Marktwirtschaft, in der Eigentum verpflichtet.

Selten mischt sich ein Kirchenmann so offen in gesellschaftliche Debatten ein wie Reinhard Marx mit dieser Streitschrift. Gut so. Im erfrischenden Galopp jagt der Bischof durch staatsphilosophische Theorien. Offen prangert Reinhard Marx die steigende Armut an und benennt als Hauptursache der Finanzkrise die Profitgier. Gleichzeitig brandmarkt er Kapitalgesellschaften, die sich ihrer sozialen Verantwortung entledigen. Oder der Kirchenmann verteufelt im Vorbeigehen das US-Gefangenenlager in Guantanamo Bay als politisch wie moralisch falsch.

Um Wege aus der Krise aufzuzeigen, greift der Bischof gerne auf Bekanntes zurück, zitiert päpstliche Enzykliken und empfiehlt die Katholische Soziallehre. Demnach müsse der Einzelne soziale Verantwortung übernehmen, gleichzeitig solle Schwachen -- „Working Poor“ und zunehmend Familien -- besser geholfen werden. Wirft Reinhard Marx Karl Marx vor, “den Menschen vergessen” zu haben, meint er damit sicher auch seine Religiosität. Wenn der Bischof die von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno verfasste Dialektik der Aufklärung durch Johannes Paul II. fortgeführt sieht, drohen seine Argumente allerdings zu vereinnahmen.

Sicher gehört Reinhard Marx zu den aufgeschlossenen Kirchenmännern, die mit Freude Fenster öffnen, um frischen Wind hinein zu lassen. Dabei sind seine Standpunkte im einzelnen nicht revolutionär. Vielmehr begeistert der Bischof damit, dass er ohne Wegzuducken viele drängende Probleme der Zeit klar benennt sowie aufrichtig, ja fast kämpferisch nach Gerechtigkeit und Frieden strebt. So könnte Reinhard Marx als Gegner des ungebremsten Kapitalismus wie folgt manifestieren: Soziale Markwirtschaftler aller Länder, vereinigt Euch!
--Herwig Slezak

Kurzbeschreibung

Reinhard Marx Das Kapital Ein Plädoyer für den Menschen Banderole „Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit hat keine Moral und auch keine Zukunft.“ Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising Text auf der Buchrückseite: Ist der Traum vom Wohlstand für alle in einer marktwirtschaftlichen Ordnung ausgeträumt? Viele Menschen fragen, was seinerzeit Karl Marx fragte: Dient das Kapital noch dem Menschen oder dient der Mensch nur noch dem Kapital? Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, teilt mit Karl Marx zwar den Nachnamen, nicht aber die Weltanschauung. Er denkt aus christlicher Verantwortung darüber nach, wie es Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität geben kann, in einer Welt, in der die Macht des Geldes scheinbar grenzenlos ist.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
44 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein Streit - ein Appell 31. Oktober 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Die Schlussfolgerung des Werkes steht gleich auf dem Einband: "Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit hat keine Moral und auch keine Zukunft."
Dabei ist Erzbischof Marx überhaupt kein harter Kapitalismuskritiker. Ganz im Gegenteil bricht er mehr als einmal eine Lanze für die verantwortungsbewußten Unternehmer und die gerade derzeit so viel kritisierten Kapitalisten. In der Einleitung, einem offenen Brief an seinen Namensvetter Karl Marx stellt er auf die sich selbst gestellte Frage, ob der Kapitalismus an sich selbst zugrunde gehen werde, eindeutig fest: "Ich sage es Ihnen ganz offen: Ich hoffe das nicht!" Basierend auf der katholischen Soziallehre differenziert Erzbischof Marx zwischen einer verantwortungsvollen sozialen Marktwirtschaft und dem ungebremsten Kapitalismus. Dabei sind seine Ausführungen wirklich gut zu lesen. Er versteht es, den Leser mit Sachargumenten und vielen Beispielen zu überzeugen. Wie wohltuend ist es gerade jetzt ein Buch zu lesen, was mit Argumenten glänzt und sich so sehr abgrenzt von den Verallgemeinerungen und den Verunglimpfungen, die derzeit zuhauf in allen Medien zu finden sind.
Das Kapital ist ein Werk, welches sowohl aufgrund des Titels, als auch mit dem Namen beider Verfasser in einem Abstand von rund 140 Jahren kokettiert. Die Reflexion ist eindeutig und fällt zugunsten einer liberalen, allerdings auch kontrollierten und nicht unbändigen Wirtschaft aus. Die Lektüre ist jedem interessierten Leser zu empfehlen und läßt manchen Politiker und andere Experten in einem ganz schwachen Licht erscheinen. Auch das macht das Buch so wichtig.
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33 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Man mag diesem streitbaren Bischof vorwerfen, er habe die Namensgleichheit bewusst genutzt, um seinem Buch, seinen Thesen und vielleicht auch seiner Karriere zum Erfolg zu verhelfen.
Doch damit geht man an diesem wichtigen Buch vorbei. Schon in seiner Zeit als Bischof von Trier hat Reinhard Marx sich immer wieder eingemischt in die sozialpolitischen und sozialethischen Debatten, die jeweils gerade im Land geführt wurden, und schon damals spürte man, dieser Mann hat das Zeug für mehr.

Nun, Erzbischof von München und Freising geworden, legt er ein Buch vor, das in der Lage ist, die politische Debatte in Deutschland stark zu beeinflussen. Geschrieben vor der großen weltweiten Finanzkrise, die den ganzen Kapitalismus in schweren Verruf brachte, fiel seine Veröffentlichung genau mit dieser Krise zusammen.

Dem Buch und seinen Thesen hätte gar nichts Besseres passieren können, denn all das, was geschehen ist und was jetzt heftig diskutiert wird und einen Krisengipfel nach dem anderen provoziert, deutet Marx in seinen Buch längst an.

Sein Buch richtet sich zum einen an die Öffentlichkeit, mehr noch aber ist es ein Appell an die eigene Kirche, sich wieder der sozialen Frage zuzuwenden und damit eine in Vergessenheit geratene alte Tradition der Kirche neu zu entdecken.

Marx betont, wie übrigens viele andere auch in diesen krisengeschüttelten Tagen, den Unterschied zwischen Kapitalismus und sozialer Marktwirtschaft. Der Kapitalismus sei orientiert an den Kapitalinteressen ( auch das war deutlich zu beobachten und hat viele kleine Sparer überall auf der Welt ihre Altersversorgung gekostet), während die Marktwirtschaft mehr sieht: die verschiedenen Marktteilnehmer, den Marktplatz und die Rahmenbedingungen des Marktes, die keineswegs zu diesem dazu gehören.

Doch weder das eine noch das andere, so Marx , seien Gesellschaftsordnungen. Instrumente seien sie und müssten es auch bleiben, Instrumente , die entdeckt und entwickelt wurden und sich bewährt haben, als Antworten auf die Fragen, wie möglichst viele Menschen durch ihre eigene Arbeit, durch Ausbildung und Beteiligung am gesellschaftlichen Leben ihren Lebenszielen folgen können.

Immer wieder betont er die Perspektive der katholischen Soziallehre, die er mit diesem Buch theologisch und politisch wiederbeleben möchte: Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Aber nicht nur als Markteilnehmer, mit dem sich Geld verdienen lässt, sondern als Mensch mit all seinen Stärken und Schwächen, seinen Krankheiten, seinen Behinderungen, seinem Altern und seinem Sterben, seiner Hoffnung auf ein besseres, ein gelingendes, sinnvolles Leben.

Es ist gut, dass ein Kirchenmann wieder einmal darauf hingewiesen hat, was seit fast zwei Jahrtausenden in der Bibel steht. Meinem fünfjährigen Sohn lese ich gerade aus einer wunderbaren Kinder -und Jugendbibel von Jörg Zink vor, nach der er immer mal wieder verlangt, und da ist es selbst einem Kind ( oder gerade weil es ein Kind ist ?!) klar, für wen dieser Jesus auf die Welt gekommen ist und wie er mit den Menschen umgeht.
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28 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das neue "Kapital" 25. November 2008
Von Fleischer, Christoph TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dass der neu gewählte Erzbischof von München Reinhard Marx ein Buch seinem 'Namensvetter' Karl Marx widmet, soll diesem nicht unbedingt nachträglich politische Ehre verleihen. Vom Titel 'Das Kapital' bis zur blauen Farbe des Einbands ein postmodernes Spiel, so denkt man. Selbstverständlich ist Marx kein Marxist, sondern ein Verfechter der katholischen Soziallehre, deren Mitbegründer Ketteler er sehr gut zu portraitieren vermag. Dennoch wird auch einem Protestanten bei der Lektüre klar, dass die katholische Kirche in Deutschland vom Aufkommen der Arbeiterbewegung an die soziale Frage aufgenommen hat. In der Geschichte zum Ende des 20. Jahrhunderts hat dann in globaler Hinsicht der verstorbene Papst Johannes Paul II. vor allem die Armut in der Welt angeprangert. Bezeichnend ist schon, dass Reinhard Marx nicht nur den Mainstream der katholischen Soziallehre bis hin zu den Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft erklärt, sondern bei aller Abgrenzung Karl Marx nicht nur gelesen hat, sondern ausdrücklich würdigt. Im Schlusskapitel vor allem wird deutlich, dass er den katastrophalen Absturz der Finanzmärkte noch kurzfristig einbeziehen konnte und wohl von daher zum Schluss kommt: 'Ich schreibe Ihnen (Marx)', weil mir in letzter Zeit die Frage keine Ruhe lässt, ob es am Ende des 20. Jahrhunderts nicht doch zu früh war endgültig den Stab über Sie und ihre ökonomischen Theorien zu brechen.' Sogar das Netz der Globalisierung habe Marx schon vorhergesehen. Schon Karl Marx hat die Situation der Armut in den Zusammenhang mit Freiheitsrechten gebracht, die dann nur auf dem Papier stehen, wenn die Ökonomie ihre Umsetzung verhindert. Reinhard Marx stellt vom christlichen Menschenbild her die Option für die Armen heraus und wendet sich gegen die Ökonomisierung aller Lebensbereiche. Der Begriff von der 'unsichtbaren Hand des Marktes' (Adam Smith) sei als Metapher zu verstehen und der Begriff 'homo oeconomicus' vom christlichen Standpunkt her ein Zerrbild. Immer wieder wird deutlich, dass es keine Wirtschaft ohne eine Art von Regulierung oder die Vorgaben einer Rechtsordnung gibt, auch nicht weltweit. In diesem Zusammenhang korrigiert er in einem Exkurs den Begriff des 'Neoliberalismus' der z. Zt. vor allem ideologisch und abgrenzend gebraucht wird. Nach Alexander Rüstow (1938) bezeichnet der Neoliberalismus die Wirtschaft als Dienerin der Menschlichkeit und bekannte sich zu ihrer sozialen Verantwortung, worauf auch 1959 der Sozialethiker und Kardinal Höffner hinwies. In einem Zitat von Oswald von Nell-Breuning taucht dann allerdings doch einmal der Begriff in polemischer Hinsicht auf und bezeichnet dessen Unvereinbarkeit mit der katholischen Soziallehre. Wichtig ist vor allem, dass Reinhard Marx keinesfalls theoretisch argumentiert, sondern zahlreiche Beispiele wie die auf Kreditbasis finanzierten Hedgefonds anführt. Für die Lehre der Gerechtigkeit genügt ein Blick in die Bergpredigt oder die Schilderung des Gottesfriedens bei Basilius, dem Bischof von Caesarea (330-379). Reinhard Marx weist immer wieder in unterschiedlicher Hinsicht auf das Phänomen der Armut hin, das keine soziale Randgruppe oder Unterschicht beschreibt, sondern ein Phänomen in der Mitte der Gesellschaft, das jeden treffen kann, z. B. durch plötzlichen Arbeitsplatzverlust oder persönliche Krisen. Er greift die Notwendigkeit umfassender Bildung auf und bezeichnet sie als 'Grundnahrungsmittel'. Fast parallel zur Denkschrift der EKD beschreibt er die Leistung des Unternehmertums, besonders darin, sich in der Gesellschaft immer mehr sozial engagieren zu wollen. Er kritisiert aber in diesem Zusammenhang auch wieder im Rückgriff auf Karl Marx die vorrangige Orientierung am Kapital vor allem in Aktiengesellschaften und stellt den Vorrang der Arbeit vor dem Kapital im christlichen Menschenbild heraus. Im Schlusskapitel werden die Probleme der chinesischen Gesellschaftsordnung an praktischen Beispielen angeprangert. Die Globalisierung sollte nicht länger auf dem Rücken der Unzahl chinesischer Wanderarbeiter ausgetragen werden. Globalisierung aus christlicher Sicht stellt die Würde des Menschen vor Gott heraus und begründet die Pflicht zur Solidarität.
Es wird sich zeigen, ob der Zusammenbruch des globalen Finanzsystems den Weg frei machen wird zu dem, was Reinhard Marx die globale soziale Marktwirtschaft versteht.
Das Buch von Reinhard Marx 'Das Kapital' ist kein Plädoyer für einen Marxismus im bekannten Stil. Dennoch wird hier im Kontext des derzeitigen Wirtschaftssystems mit Karl Marx die Vorherrschaft rein kapitalorientierten Denkens der Wirtschaft vom christlichen Menschenbild einer unverlierbaren Würde vor Gott her in Frage gestellt. Die Kirche hat von der Bibel her den Auftrag, sich immer wieder auch gegenüber den Missständen der globalen Wirtschaftens am Menschen zu orientieren.
Das einzige, was man diesem Buch letztlich vorwerfen kann, ist, dass es kein politisches Programm entwickelt, sondern lediglich Probleme beschreibt. Doch dieser Schritt muss von Seiten der Ethik ohnehin offen bleiben.
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Sollte neugierig machen.
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