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Das Kaninchen bin ich (NTSC)
 
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Das Kaninchen bin ich (NTSC)

Angelika Waller , Alfred Müller , Kurt Maetzig    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 14,99 Kostenlose Lieferung ab EUR 20 (Bücher und Blu-ray-Filme immer versandkostenfrei), auch bei allen Verkäufern, die "Versand durch Amazon" nutzen. Details
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Produktinformation

  • Darsteller: Angelika Waller, Alfred Müller, Ilse Voigt
  • Regisseur(e): Kurt Maetzig
  • Komponist: Reiner Bredemeyer, Gerhard Rosenfeld
  • Format: Dolby, HiFi Sound, NTSC
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Englisch
  • Region: Alle Regionen
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Icestorm Entertainment GmbH
  • Erscheinungstermin: 15. November 2005
  • Produktionsjahr: 1965
  • Spieldauer: 109 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B000BYVPN6
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 40.389 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Video Jakob Kurzinhalt

Maria Morzeck ist 19 Jahre alt und arbeitet als Kellnerin. Eigentlich wollte sie Slawistik studieren und Dolmetscherin werden. Doch weil ihr Bruder Dieter wegen staatsgefährdender Hetze" zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, ließ der Staat sie nicht zum Studium zu. Maria verliebt sich in den wesentlich älteren Paul Deister, sie erfährt, daß er der Richter war, der Dieter zu der hohen Strafe verurteilt hat...."

Produktbeschreibungen

Maria Morzeck ist 19 Jahre alt und arbeitet als Kellnerin. Eigentlich wollte sie Slawistik studieren und Dolmetscherin werden. Doch, weil ihr Bruder Dieter wegen "staatsgefährdender Hetze" zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt wird, lässt der Staat sie nicht zum Studium zu. Maria verliebt sich schließlich in den wesentlich älteren Paul Deister. Doch die anfänglich "normale" Liebesbeziehung bekommt eine Wendung als sie erfährt, dass Paul der Richter war, der Dieter zu der hohen Gefängnisstrafe verurteilt hatte...
Was ist Gerechtigkeit oder wann wird Gerechtigkeit missbraucht? - fragt "Das Kaninchen bin ich" von Kurt Maetzig und wird damit zum maßgeblichen Synonym für den im Zuge des 11. Plenums verbotenen DEFA-Film. Die inhaltliche Brisanz führt 1965 zum sofortigen Verbot. Schlimmer noch, dass Zentralkomitee statuiert am Beispiel dieses Films ein regelrechtes Exempel. Mit der Folge, dass "Das Kaninchen bin ich" erst nach etwa 25jähriger Verbannung zur

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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Leergut VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
Ost-Berlin 1961, kurz vor dem Mauerbau: Die hübsche und selbstbewußte Maria hat gerade ihr Abitur gemacht und möchte studieren, da wird ihr Bruder wegen "staatsfeindlicher Hetze" zu drei Jahren Haft verurteilt. Folglich wird Maria der Studienplatz verweigert, und sie muß als Kellnerin arbeiten. Sie lernt jedoch den Richter Paul Deister kennen, der ihren Bruder verurteilt hat, und verliebt sich trotz dieser Tatsache in ihn. Die beiden beginnen eine Affäre, obwohl Deister verheiratet ist. Er weiß anfänglich auch nicht, daß Maria die Schwester eines von ihm Verurteilten ist. Als sie es ihm offenbart, wird ihre Beziehung kompliziert, denn dem privaten Glück stehen die politischen und gesellschaftlichen Umstände in der DDR, aber auch ihre persönlichen Überzeugungen entgegen.

Der Film erlangte nach der Wende einige Prominenz, da er in der DDR nie gezeigt worden war - 1965 wurden 12 DEFA-Filme, u. a. die "Spur der Steine", verboten und hießen daher "Kaninchenfilme" nach dem Titel des hier besprochenen Films. Tatsächlich wird darin ein heißes Eisen angepackt: die politische Justiz in der DDR; Fragen der Gerechtigkeit und der Angemessenheit von Strafe werden recht offen und konstruktiv diskutiert.

Aber auch abgesehen von der politischen Brisanz ist der Film von hoher handwerklicher und erzählerischer Qualität. Nicht zu oft, aber dafür pointiert, gibt es interessante Schnitttechniken zu bewundern, so geht z.B. eine Kamerafahrt durch einen leeren Saal nahtlos in die Fahrt durch den voll besetzten Saal über. Die charmante Hauptdarstellerin Angelika Waller trägt den Film durchaus, und gern ruht sich die Kamera in Nahaufnahmen auf ihrem Gesicht aus. Ihre mal schnoddrigen, mal poetischen Off-Kommentare lassen am Innenleben der Maria teilhaben, und die gutmütige Tante (Ilse Voigt), bei der Maria lebt, sorgt für auflockernde Weisheiten, wie überhaupt die übrige Besetzung aus hochklassigen Schauspielern mit großartiger Präsenz besteht.

Ein winziger Nachteil liegt - nach meinem persönlichen Empfinden - in der leichten Überlänge, 10 Minuten weniger hätte sich passend angefühlt. Abgesehen davon ein vorzüglicher Film, der neben der schon genannten "Spur der Steine" durchaus besteht.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von jury HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:DVD
Nach dem Roman "Maria Morzeck oder Das Kaninchen bin ich" von Manfred Bieler produzierte die Gruppe "Roter Kreis" der DEFA 1965 unter der Regie von Kurt Maetzig in einer vorübergehenden Phase der Liberalisierung einen mutigen und auch heute noch sehenswerten Film, der sich in durchaus positiver Aufbruchsstimmung ungeschminkt mit den Problemen der schon fast paranoiden Verkrampfung einer herrschenden Schicht auseinandersetzte.

Die Geschichte verknüpft in einer Liebesaffäre das Schicksal und die persönliche Entwicklung des Richters Paul Deister (Alfred Müller), der die typische Opportunistenklasse der Oberschicht verkörpert, mit dem "normalen Volk", welches durch die Geliebte Maria Morzeck (Angelika Waller, 21) repräsentiert wird.

Marias Bruder Dieter war wegen "staatsgefährdender Hetze" vom Richter Paul Deister äußerst überzogen zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Maria wurde gleich mitbestraft: mit diesem Bruder darf sie natürlich nicht das erstrebte Slawistik-Studium antreten, sondern muss sich ihr Geld als Kellnerin verdienen. Den Richter lernt Maria zufällig kennen, erst, als die Affäre schon läuft, erfährt sie, dass es sich bei Paul um den Richter handelt, der ihren Bruder verurteilt hat.

Das Spannungsfeld zwischen der süß naiven jungen Liebe, der Neugierde, was nun eigentlich der Grund für die harte Verurteilung war, und der Versuchung, beim Geliebten für den Bruder einzutreten, wird feinfühlig und unaufdringlich herausgearbeitet. Ebenso wird die Einstellung des typischen Apparatschik, der systemübergreifend opportunistisch mit dem Strom zu schwimmen versucht, um sich ein bequemes Leben zu sichern, deutlich, aber auch manchmal in fast sympathischer Weise vorgeführt.

Insgesamt geriet der Film in keiner Weise belehrend oder gar indoktriniert, sondern äußerst menschlich und ist mit etwas (N)Ostalgie nett anzuschauen, die Personen wirken lebendig, der Alltag ebenso wie die besonderen Stunden glaubwürdig und nachvollziehbar.

Dennoch kommt auch die Rechtsphilosophie in offenen und ernsten Gesprächen zwischen der nachdrücklich fragenden Maria und dem zweifelnden Paul keineswegs zu kurz. Insbesondere wird auch die Relativität von "Recht", das ja immer auch ein Herrschaftsrecht ist, deutlich gemacht.

Angelika Waller selbst, die in gewisser Weise an die junge Bardot erinnert, wäre sicher auch in westlichen Filmproduktionen eine Augenweide gewesen und hätte durch ihre sympathische und natürliche Darstellung überzeugt.

Leider verordnete der seit 1964 bestellte neue KPdSU-Vorsitzende Leonid Iljitsch Breschnew wieder einen härteren, konservativen Kurs, der letztlich dazu führte, dass 1965 zwölf Filme der DEFA verboten wurden - der "Neue DDR-Film" war nach nur einem Jahr praktisch wieder am Ende. In bitterem Humor nannte man von nun ab verbotene Filme "Kaninchenfilme".

Letztlich thematisiert der Film im Kern die Konfrontation des arbeitenden Menschen mit dem Herrschaftsapparat, die natürlich maßgeblich über das Rechtswesen erfolgt. Frappierend, dass völlig unabhängig von der Art des politischen Systems diese Fragen immer noch genauso beschäftigen wie damals. So bietet "Das Kaninchen bin ich" nicht nur einen vorzüglichen Einblick in die damalige Situation der DDR-Gesellschaft, sondern auch ein jederzeit und überall gültiges Spiegelbild von Unterdrückungs-Mechanismen.

Im Original 110 Minuten, S/W, Format 1,37:1 auf 35 mm Film, Mono (IMDB)

film-jury 4* A0474 31.1.2011eg 9A Genre: Drama | Romanze
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Großes DDR-Kino! 14. April 2011
Format:DVD
Beeindruckend! Nach Vorlage von Manfred Bieler gelingt Kurt Maetzig ein Kinofilm, der mit cineastischen Höhepunkten der Sechziger gleichzuziehen vermag. Maria Morzeck (Angelika Waller) wird wegen der "staatsfeindlichen Hetze" ihres Bruders Dieter (Wolfgang Winkler) um den Studienplatz gebracht und verliebt sich zudem fatalerweise in den Richter Paul Deister (Alfred Müller), der Dieter verurteilt hat. Es handelt sich hier also zwangsläufig um einen politischen Stoff, aber der wird nicht ideologisch beschwert, sondern in der Weise einer psychologisch genau gezeichneten Dreiecksgeschichte ' Deister ist verheiratet ' tiefgängig gestaltet. Insofern wird das Politische souverän gehandhabt und wirkt echt und weder vordergründig kritisch noch gar propagandistisch. Die junge Frau gerät zum einen in einen Gewissenskonflikt wegen ihres inhaftierten Bruders, zum anderen leidet sie an Deisters symptomatisch männlich feigem Opportunismus der Liebe wie dem Staat gegenüber. Sie sieht sich verleugnet und hingehalten, wächst schließlich aber über das emotionale Dilemma hinaus vom Kaninchen zum "alten Hasen" heran und beginnt, ihren Weg allein und unabhängig zu gehen. Die Handlung wird aus ihrer Sicht kommentiert, was alles authentisch wirken läßt. In einer Nebenrolle brilliert Ilse Voigt als lebenserprobte Tante Hete, eine couragierte Berlinerin mit Herz. Allen Figuren nimmt man ihre Rollen ab und ist verblüfft darüber, mit welcher (nicht zuletzt erotischen ) Freizügigkeit und Einfühlsamkeit in der kurzen Tauwetterperiode des Poststalinismus gefilmt werden konnte, eine Phase, die mit dem XI. SED-Plenum allerdings abbrach, was u.a. zum Verbot dieses Films führte. Nebeneffekt: Man erlebt als filmische Kulisse Berlin-Mitte, blickt in das spröde Gesicht der Stadt, zwanzig Jahre nach dem Krieg. Aufgehellt werden die grauen Straßenzüge mit den Einschußlöchern im Putz durch die charmante Ästhetik der Sechziger, insbesondere durch Kleidung und Chic der Damen. Das Schwarz-Weiß des Films paßt dazu. Absolute Filmempfehlung!
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