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Das Kalkwerk [Audiobook] [Audio CD]

Thomas Bernhard , Ulrich Matthes
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

13. August 2002
In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember ermordet Konrad seine seit Jahren an den Rollstuhl gefesselte Frau. Zwei Tage später wird er von der Polizei gefunden: in einer ausgetrockneten Jauchegrube, halb erfroren. Über die Gründe für die Tat gibt es Mutmaßungen, verschiedene Zeugen berichten Widersprüchliches. Festzustehen scheint eines: Um eine Studie über das Gehör zu verfassen, das "philosophischste aller Sinnesorgane", zieht sich Konrad gemeinsam mit seiner Frau in das Kalkwerk zurück. Er übt an ihr die urbantschitsche Methode, verbringt Stunden damit, ihr Wörter mit immer der gleichen Buchstabenkombination zuerst in das eine, dann in das andere Ohr zu schreien. Als Konrad erkennt, dass ihm die Niederschrift der Studie unmöglich ist, bleibt nur der Tod...

Ulrich Matthes monologisiert über die Geschehnisse im Kalkwerk und gibt dem Sog von Thomas Bernhards Sprache eine treffende Stimme.

Ulrich Gerhardt bearbeitete Thomas Bernhards Roman über die Möglichkeiten der Literatur meisterhaft für den Rundfunk.

Thomas Bernhard, 1931 - 1989, situierte die Handlung seines Romans bewusst in einem Kalkwerk. Das historische Vorbild am Traunsee war eine Außenstelle des größten österreichischen Konzentrationslagers Mauthausen.

Das Kalkwerk leitet eine Edition der Werke Thomas Bernhards im Hörverlag ein, die neben Schauspielerlesungen großer Romane auch Originalaufnahmen des Schriftstellers selbst zugänglich macht.

(2 CDs, Laufzeit: 1h 30)


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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: der Hörverlag (13. August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3895849677
  • ISBN-13: 978-3895849671
  • Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 12,9 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 596.586 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Der innig geliebte Großvater, bei dem er aufwuchs, und die 37 Jahre ältere Hedwig Stavianicek, die er 1956 im Sanatorium kennengelernt hatte und die er seinen "Lebensmenschen" nannte, das waren für Thomas Bernhard (1931-1989) die wichtigsten Bezugspersonen. 1957 erschien sein erster Gedichtband "Auf der Erde und in der Hölle". Die schwere Kindheit, seine ständige Todesnähe durch Lungentuberkulose und der frühe Verlust des Großvaters spiegeln sich in seinem Werk wider. Mit dem Roman "Frost" wurde Bernhard 1963 schlagartig bekannt. Er schrieb Theaterstücke, Romane und Erzählungen und erhielt etliche Ehrungen - die ihm in späteren Lebensjahren aber mitunter peinlich waren. Bernhard wurde in Wien neben Hedwig und ihrem Mann beigesetzt.

Produktbeschreibungen

Amazon.de

Thomas Bernhard gehört zu den Autoren, deren Sprache auflebt, wenn sie von guten Schauspielern interpretiert wird. Nicht zuletzt deshalb hat der Österreicher -- "einer der streitbarsten, umstrittensten und bedeutendsten Schriftsteller deutscher Sprache" -- seine größten Erfolge im Theater gefeiert. Und Ulrich Matthes ist ohnehin einer der besten Sprecher und setzt in der Bernhard'schen Sprachlandschaft, die einem auf den Buchseiten oft etwas monoton und wüst erscheint, genau die richtigen Akzente. Das Besondere an dieser Aufnahme von Kalkwerk ist aber, dass es sich -- dem Deutschlandradio Berlin sei Dank dafür -- um eine "inszenierte Lesung" handelt. Was mit Kopfhörern besonders eindrucksvoll wirkt, denn die Stimme des Schauspielers spricht aus unterschiedlichen Richtungen. Wechselnde Tonlagen und verschiedene Klangatmoshären verstärken den Effekt, der Text und Vortrag noch interessanter macht.

Darüber hinaus gewährt Das Kalkwerk einen repräsentativen Blick ins düstere Bernhard'sche Universum, weil hier viele seiner Motive versammelt sind: Die Beschäftigung mit einem großen Geistestwerk (wie in Beton), das doch nie fertig wird; die Peinigung der Familienangehörigen mit dieser Obsession (wie beim Theatermacher); und schließlich auch die verhängnisvolle Wirkung eines Gebäudes (wie in der Auslöschung). Und schließlich -- wie könnte es anders sein -- endet alles in Agonie und tödlichem Chaos. --Christian Stahl

Spieldauer: ca. 90 Minuten, 2 CDs, inszenierte Lesung.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Thomas Bernhard wurde 1931 als unehelicher Sohn einer Haushaltsgehilfin und eines Tischlergesellen in Heerlen/Holland geboren. Er wuchs - zunächst bei den Großeltern - in Österreich auf, machte eine Kaufmannslehre in einem Lebensmittelgeschäft und nahm Musik- und Gesangsunterricht. 1949 erkrankt Bernhard an einer schweren Rippenfellentzündung. Während seiner monatelangen Krankenhaus- und Sanatoriumsaufenthalte began Thomas Bernhard intensiv zu lesen und zu schreiben. 1950 erscheinen in Zeitungen erste Prosa-Texte Bernhards. Auf Vermittlung Carl Zuckmayers wird er zunächst Journalist und Gerichtsreporter und veröffentlicht erste Lyrikbände. Sein erster Roman "Frost" wird 1962 im Insel-Verlag veröffentlicht. Es folgen weitere Werke des Autors wie z.B. "Verstörung" (1966), "Das Kalkwerk" (1970), "Gehen" (1971), "Korrektur" (1975), "Der Stimmenimitator" (1978) u.v.a. An den Spätfolgen seiner Lungenerkrankung stirbt Thomas Bernhard 1989 in Gmunden.

Ulrich Matthes, geboren in Berlin, ist nach zahlreichen festen Engagements u.a. an den Kammerspielen München und der Schaubühne Berlin seit 2004 festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin. Daneben glänzte er in zahlreichen Filmen wie z. B. in Oliver Hirschbiegels Der Untergang oder Volker Schlöndorffs Der neunte Tag. 2005 und 2008 wählte ihn die Jury von Theater heute zum Schauspieler des Jahres, 2008 wurde er zudem mit dem Theaterpreis Der Faust ausgezeichnet. Ulrich Matthes ist einer der gefragtesten deutschen Hörbuch- und Hörspielsprecher, seine Stimme ist z.B. in Hermann Hesses Siddhartha, Jonathan Franzens Freiheit und Isabel Allendes Das Geisterhaus zu hören.

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Kundenrezensionen

4.4 von 5 Sternen
4.4 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fäulnis des Wirklichen 10. Oktober 2004
Format:Taschenbuch
Bernhards Stil ist keineswegs -- wie so oft behauptet -- der Sprache des Wahnsinns verhaftet, vielmehr bildet er den Sprach- und Gedankenfluss einer Wirklichkeit ab, die den Menschen auf Dauer in den Wahnsinn zu treiben vermag. Die Absurdität seines Schreibens verdankt sich der unerbittlichen Zuspitzung eines detailbesessenen Realismus, der alles Alltägliche der Neurose überführt.
Im "Kalkwerk" rekonstruiert Bernhard eine menschliche Tragödie, indem er sämtliche darüber kursierenden Gerüchte zu einer äußerst dichten, fast erdrückenden Schilderung der Umstände verknüpft. Das ist in dieser Konsequenz einmalig und nimmt selbst in Bernhard Schaffen einen herausragenden Platz ein.
Souverän führt der Autor seine Leser in die Ausweglosigkeit der Geschichte ein, und die einzige Möglichkeit, einen Zugang zum Buch zu gewinnen, besteht darin, sich dieser Ausweglosigkeit hinzugeben. Nur dann entfaltet der Roman nicht bloß seine umwerfende Komik, sondern überzeugt mit dem schonungslosen Bericht einer schleichenden Tragödie.
Wie auch sonst in seinen Werken stülpt Bernhard die Eingeweide des Alltags nach außen. Er schreibt gewissermaßen mit dem Skalpell, um zu enthüllen, was sich unter der Oberfläche verbirgt. Das geht buchstäblich unter die Haut. Daher ist das Buch weder für schwache Nerven noch für ungeduldige Gemüter geeignet. Schließlich assistiert der Leser hier der Obduktion einer in Verwesung befindlichen Wirklichkeit.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach in einem Zuge... 14. Juli 2007
Format:Gebundene Ausgabe
...die Studie niederschreiben; mit dem ersten Satz beginnen und dann die erste Hälfte niederschreiben und dann die zweite; aber einfach die Ruhe finden, sich hinsetzen und in einem Zuge die Studie niederschreiben...das wünscht sich ein Herr Konrad, Hauptaktuer des Buches. Konrad ist ein Privatgelehrter, der wie er selbst behauptet über ein absolutes GEHÖR verfügt; Konrad hört alles: er hört selbst "etwas aus der Tiefe des Wassers herauf"; andere außer ihm hören dies und anderes nicht. Und Konrad möchte eine Studie über Das GEHÖR verfassen; darüber nachdenken muß er nicht mehr, er habe die Studie seit Jahren vollständig im Kopf: nur niederschreiben, einfach in einem Zuge die Studie niederschreiben: das ist ihm bisher nicht möglich gewesen. Und er hat -weiß Gott - wirklich alles dafür getan: zuletzt hat er das ehemalige Kalkwerk gekauft (ist dadurch bankrott), um die nötige Abgeschiedenheit für das Niederschreiben der Studie (einfach in einem Zuge) zu finden. Aber er findet diese Ruhe nicht: mal ist es der Baurat, der an die Tür klopft (Konrad kann das Klopfen nicht ignorireren), mal Konrads Frau, die nach ihm läutet, mal der Höller, der im Garten Holz hacke, mal der Rauchfangkehrer, mal der Wind und manchmal schlicht zuviel Ruhe, die verhindert, daß er die Studie (einfach in einem Zuge) niederschreiben kann. Bis auf die Tatsache, dass Konrad (fast) niemanden mag, seine Frau mit seinen Experimenten mit der urbanschitschen Methode terrorisiert und dass er seine Frau zuletzt erschossen hat, ist er eigentlich ganz in Ordnung. Lesen Sie weiter... ›
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein radikaler Text 21. Februar 2012
Von MM1981
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
In "Das Kalkwerk" geht es um einen "hochintelligenten Geisteskranken", der eine Studie plant, diese jedoch niemals zu Papier bringt. Protagonist Konrad ist seit langem davon besessen, eine epochale Studie über das Gehör niederzuschreiben. Die idealsten Bedingungen hierfür hofft er in einem abgelegenen Kalkwerk vorzufinden, das er für eine horrende Summe kauft. Als er gemeinsam mit seiner verkrüppelten und an einen Rollstuhl gefesselten Frau in das Kalkwerk zieht, vollzieht er an seiner Frau in sadistisch-beharrlicher Weise akustische Experimente, die er für seine Studie zu verwerten beabsichtigt. Konrad hofft, dass bald der ideale Zeitpunkt für die Niederschrift seiner Studie kommt. Dadurch, dass er sich jedoch immer wieder von Geräuschen, (eingebildeten) Gesprächen oder einem Klingeln an der Tür ablenken lässt, glaubt er, jeweils im besten Augenblick für ein gutes Gelingen der Niederschrift gestört worden zu sein. Ist Konrad mit den Reaktionen und der Mitwirkung seiner Frau bei dem Experiment zufrieden, liest er ihr zur Belohnung aus ihrem Lieblingsbuch, dem "Heinrich von Ofterdingen" von Novalis, vor. Stellt ihn seine Frau hingegen nicht zufrieden, liest Konrad ihr aus seinem eigenen Lieblingsbuch, dem "Kropotkin" vor. Konrads bis zur letzten Konsequenz verfolgte Obsession von der Niederschrift der Studie wird zur Zerreißprobe für ihre Existenz und trägt bereits den Keim ihres künftigen Niedergangs in sich...

"Das Kalkwerk" ist einer der radikalsten und verstörendsten Texte, die ich von Bernhard bisher gelesen habe.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Verwirrend und verstörend
Im Laufe seiner Studie über das „perfekte Gehör“ erschießt der Privatwissenschaftler Konrad seine im Rollstuhl gefesselte Frau, die er monatelang im ehemaligen... Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von ROTT veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Einwandfrei
Spannend von der ersten Zeile bis zum Schluss ! Eines der besten Bücher von Thomas Bernard. Auch absolut empfehlenswert : Autobiographien (5 Bände) von Thomas Bernard.
Vor 16 Monaten von Kralik Erika veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Pseudo-Bernhardscher Monolog
Thomas Bernhard, der Das Kalkwerk im September des Jahres 1970 veröffentlichte, gehört sicherlich, zweifelsohne,
mit Nachdruck, zu den größeren, wenn... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Juni 2011 von Spaddl
2.0 von 5 Sternen Thomas Bernhard
Wie kommt man auf Thomas Bernhard: Das Kalkwerk? Es gehört zweifellos zur Literatur der Zweiten Hälfte des 20. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Juni 2011 von Peter Gerlach
4.0 von 5 Sternen Der Versand hat etwas länger gedauert
Das Produkt ist super, ich bin sehr zufrieden. Jedoch hätte ich das Buch gern etwas früher gehabt, da ich es in den Urlaub mitnehmen wollte.....SCHADE
Veröffentlicht am 21. November 2010 von Sebastian Stützer
4.0 von 5 Sternen Interessant und gewagt
Ein sehr interessantes Buch, dass trotz der vielen Verwirrungen, Wiederholungen und der fehlenden Absätze und Kapitel einen irgenwie gefangen nimmt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. Oktober 2010 von Lesemaus
5.0 von 5 Sternen genial
zwei Mal gelesen, ein Mal als Hörbuch (ebenfalls ausgezeichnet) gehört und immer noch übt diese eigenwillige Geschichte einen großen Reiz und eine Faszination... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Mai 2007 von NewWonder
2.0 von 5 Sternen Leider nicht gut umgesetzt
Zugegeben, die Art und Weise wie Thomas Bernhard schreibt, ist nicht einfach umzusetzen, doch der Versuch Relativsätze mit Dynamikschwankung zu verdeutlichen, ging nach hinten... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 27. Juli 2003 von Robert Zimmerman
5.0 von 5 Sternen Kalkwerk, ein Frühwerk des T.B.
Das Buch verrät gleich zu Beginn was geschehen ist, Konrad hat seine Frau erschossen, wird in der Jauchegrube hinter dem Kalkwerk gefunden und wartet auf seine Verhandlung,... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Februar 2003 von gerleim
5.0 von 5 Sternen Ein frühes Meisterwerk
Wenn man erst einmal den Rhythmus der genialen labyrinthartigen Schachtelsätze verspürt, ist es fast unmöglich, dieses Buch wieder wegzulegen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. September 2002 von "reinz1"
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