1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Palahniuks bisher ausgewogenster Roman, 12. Juni 2011
Wenn ich Ihnen nur einen Roman von Palahnuik empfehlen dürfte, es wäre dieser Roman.
Erfahrene Leser wissen natürlich, dass Palahnuik seinen Schreibstil mit jedem Roman völlig verändert. Kein Buch gleicht dem anderen. Trotzdem halte ich dieses Buch für DEN gelungenen Einstieg in seine Arbeiten.
Die Erzählung in Form von Interview-Antworten diverser Zeitzeugen der Hauptfigur aufzubauen, verleiht der Geschichte eine eigentümliche Atmosphäre. Der Leser muss quasi die Interview-Fragen erahnen, da diese nie niedergeschrieben werden. Auch ist völlig unklar, wer, wo und zu welchem Zweck dieses Interview durchgeführt wurde, trotzdem wird der Leser gefesselt.
Selbstverständlich muss sich Palahniuk treu bleiben, indem er Figuren und Ereignisse überzeichnet und überdramatisch ausschmückt. Das kennen wir von seinen anderen Büchern. Er überschreitet dabei aber nie die Grenze des Unglaubwürdigen. Egal wie abstrus die Erzählung auch wird, immer bleibt ein Nachgeschmack: Da draußen läuft mit Sicherheit jemand rum, der genau sowas erlebt hat...
Ich will nicht sagen, dass "Das Kainsmal" sein bestes Buch ist. Es ist aber wahrscheinlich sein ausgewogenstes Werk, damit leicht zugänglich und ein perfeker Repräsentant seines Schaffens.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Toller Anfang - am Ende aber nur ein gekünstelt & bemüht wirkender Mindfuck, 17. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Kainsmal (Broschiert)
Habe "Das Kainsmal" mit gemischten Gefühlen zu Ende gelesen.
Zum einen ist da der tolle Anfang, sowie der für uns (vielleicht aber auch für den Autor) ungewohnte Erzählstil.
In stückweisen Interviewfetzen zeichnet Palahniuk nach und nach das mosaikhafte Bild einer zerrütteten Kindheit, irgendwo im mittleren Westen der USA. Da Menschen interviewt werden, die den späteren Verlauf der Geschichte kennen, werden immer wieder zukünftige Ereignisse angerissen, ohne dem Leser jedoch zuviel zu verraten.
Mit jedem Interviewfetzen kommt man der Wahrheit um Rant Casey näher, liest neue Passagen in anderem Licht, oder erinnert sich an alte, die ganz neue Bedeutung bekommen. Auch entstehen, durch die unterschiedlichen Perspektiven der Zeugen, Widersprüche die, auch dann wenn man glaubt, die Wahrheit zu kennen, einen Rest Zweifel lassen.
In diesem interessanten & fordernden Verwirrspiel zu Beginn, sehe ich die größte Ähnlichkeit zu Fight Club.
Doch dann kommt die, für mich enttäuschende, zweite Hälfte des Buchs.
Die zu Beginn angedeutete Geschichte des "Superspreaders" Casey, tritt nach und nach völlig in den Hintergrund. An ihre Stelle tritt eine Analyse der fiktiven Gesellschaft des Romans, einer Kultur geteilt in Tag- & Nachtgänger, und der Subkultur der Party-Crasher. Anstelle leiser, indirekter Gesellschaftskritik, tritt relativ abrupt eine wie ich finde sehr bemühte Verschwörungstheorie. Kapitelweise werden plötzlich (teils recht absurde) Science Fiction, esoterische & soziale Fragen aufgeworfen, die mit der ursprünglichen Handlung nur lose verknüpft sind. Mehr nebenbei passieren dann auch die ursprünglich angedeuteten Ereignisse, allerdings eher als Beiwerk der neuen, größeren Zusammenhänge.
Das ganze wird nie wirklich schlecht - Palahniuk ist nachwievor ein guter Autor - doch man wird das Gefühl nicht los, dass hier weniger doch mehr gewesen wäre.
Wie die meisten hier, habe ich Palahniuk durch Fight Club kennen und lieben gelernt. Entsprechend waren meine Erwartungen an dieses Buch. Doch wo Fight Club existentiell ist, direkt an die Wurzeln der Gesellschaft und der eigenen Psyche geht, ist Das Kainsmal trotz guter Ansätze eben "nur" stilistisch interessante Science Fiction.
Empfehlenswert, aber kein Meisterwerk
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5.0 von 5 Sternen
Erst skeptisch, aber dann..., 2. Januar 2012
Auch ich habe über Fight Club zu Chuck Palahniuk gefunden.
Und nachdem ich fast alle auf Deutsch erhältlichen Werke durch hatte und mir in einem Forum "Das Kainsmal" sehr ans Herz gelegt wurde,
entschied ich mich dazu mir dies auch zuzulegen.
Eigentlich hatte mich der Klapptext nicht sonderlich überzeugt, aber nachdem ich anfing zu lesen und die ersten 10 Seiten geschafft habe, wurde
ich immer neugieriger.
An den Erzählstil in Form der "Zeugenaussagen" gewöhnt man sich schneller als Gedacht und man kann es dann relativ einfach runterlesen.
Die Idee mit den Party-Crasher und deren Entstehung hat mir sehr zugesagt. Vor allem der Twist im letzten Drittel bis Viertel hat dann gänzlich überzeugt,
da ich Geschichten mit dieser Thematik sehr gerne lese. (Ich möchte allerdings nicht spoilern, welche das ist, da ich meiner Meinung nach sonst zu viel verrate. Es sind aufjedenfall keine Außerirdischen ;)
Klare Kaufempfehlung für alle Chuck Palahniuk-Fans
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