| ||||||||||||||||||
Produktinformation
|
Der Hauptteil des Romans spielt zwischen 1913 und 1944. Ein verwaistes Mädchen wächst zunächst bei ihm Onkel, einem etwas hilflosen aber immer liebenswürdigen Schullehrer, auf, bevor sie als Dienstmädchen in das für damalige Verhältnisse urbane Wolgast kommt. Sie verliebt sich, trennt sich, verliebt sich neu, wird schließlich "Kahnweib", eine Frau, die mehrere Männer verloren hat, sich dennoch durchkämpft, und bevor sie neu beginnen kann, zerbricht dann in den letzten Kriegstagen doch noch alles.
Ein wenig Melodramatik ist in diesem Buch, man erahnt auch, auf welche Weise der Autor auf die Geschichte der Berta Giese aufmerksam geworden ist. Aber das erfährt man erst ganz am Ende, im dritten Teil der Buches, der nur ein paar Seiten umfasst.
Wer sich für die Geschichte der Menschen an der Ostsee während der Mitte des 20. Jahrhunderts interessiert, für den ist dieses Buch eine Goldgrube an Information. Die Sprache ist dicht, sie ist echt, genauso sprechen und denken die älteren Menschen dort noch immer, wobei es gleichgültig ist, ob nun die Region westlich oder östlich von Lübeck beschrieben wird. Das Buch zeigt, dass es diese Trennung vor der Spaltung BRD/DDR nicht gab. "Kahnweiber" gab es überall. Und wenn sie nicht Kahnweiber waren, so doch Frauen und Männer, deren Leben auf das Meer und dessen Forderungen abgestimmt war, die den Kontakt zu ihren Wurzeln noch nicht verloren hatten.
Wer nur irgendein Interesse an der Ostsee, insbesondere an Rügen oder Usedom hat, der sollte dieses Buch lesen.