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Die Romanhandlung beginnt am 27.05.1610, dem Tag der Hinrichtung Ravaillacs, dem Mörder "Henri Quatres" und der darauf erfolgten Salbung seines neunjährigen Sohnes Ludwig XIII. in Reims....
......für den seine Mutter Maria von Medici als Regentin eingesetzt ist. Ihr Favorit Concino Concini, Marqis D'Ancre übt jedoch großen Einfluss auf sie aus und lässt sich von ihr reich beschenken. Die Großen (Seigneurs) des Landes verfolgen eigene Machtinteressen. Sie lassen sich ihre Anwesenheit bei Hofe gut bezahlen und verwenden die so erhaltenen Mittel zum Aufstellen von Truppen. Der von Heinrich IV. für Notzeiten angesammelten Staatschatz und die Kriegskasse werden dadurch allmählich verschleudert und die von ihm aufgebaute Einigung des Landes droht zu zerfallen Die machtgierige Maria von Medici, die auch ihren anderen Kindern keine mütterlichen Gefühle entgegenbringt, hält in den folgenden Jahren ihren Sohn Ludwig als "das Kind" bewusst klein und unterlässt jegliche Erziehung, die ihn auf die Wahrnehmung seines Königtums vorbereiteten könnte. Als Nichte Kaiser Karls V. selbst habsburgerischer Abstammung, verheiratet sie den 14-jährigen Ludwig und dessen 12-jährige Schwester Elisabeth in einer Doppelhochzeit mit den Infanten des spanischen Erbfeindes. Dem von Agenten seiner Mutter ständig bespitzelten vermeintlichen Kind gelingt es jedoch einen engen Kreis von Vertrauten um sich zu scharen und durch einen Gewaltakt am 23.04.1617 auch faktisch zum König zu werden.
"Das Königskind" ist der zweite Teil der Memoiren des Chevaliers Pierre-Emanuels de Siorac, der als Erster Kammerherr zu einem engen Vertrauten des jungen Königs wird. Pierre-Emanuel ist entgegen seinem nunmehr hundertjährigen Großvater Jean und seinem Vater Pierre, die keinem Liebesabenteuer aus dem Weg gingen, allein seiner Ulrike von Lichtenberg in treuer Liebe verbunden.......
Der im Frühjahr 2004 verstorbenen Autor Robert Merle hat auch mit dem achten Teil (von insgesamt 13) seines Epos "Fortune de France" einen Roman geschaffen, der aufgrund seiner Präzision das Prädikat "historisch" vollauf verdient. Der Leser erhält einen Einblick in die Machtverhältnisse Frankreichs des frühen 17. Jahrhunderts und wird Zeuge der letzten Versammlung der Generalstände (vor 1789), bei der erstmals ein gewisser Armand Jean du Plessis auftritt, der später als Kardinal Richelieu zum Architekt des Absolutismus werden soll. Psychologisch interessant ist besoners die Darstellung des Verhältnisses zwischen dem jungen König und seiner Mutter und wie sich Ludwig schließlich dieser demütigen Bevormundung entledigt.
Der spannende Roman bietet zudem Information über Vorgeschichte und Hintergrund für die Alexandre Dumas Klassiker "Die drei Musketiere" und "Der Mann mit der Eisernen Maske" und ist mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
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