Wieder ein echter Amelia-Peabody!
Ich habe das Königsgrab (wie zuvor alle anderen Peabodyromane) verschlungen und mich königlich amüsiert. Diese Reihe kann man einfach immer wieder lesen! Obwohl ich schon seit früher Kindheit ein Faible für die ägyptische Kultur habe, bin ich auf diese Reihe eher durch Zufall gestoßen. Und habe es nie bereut. Man gewinnt die Figuren von Mal zu Mal mehr lieb und fiebert dem nächsten Roman entgegen. Dieser versprach besonders spannend zu werden, geht es doch um den sensationellen Fund des Tut-Ench-Amun.
Natürlich setzt diese reale Begebenheit dem Roman auch Grenzen. Im Gegensatz zu sonst sind es diesmal nicht die Emersons, die den Fund heben. (sonst würde es ja den historischen Fakten widersprechen) Meiner Meinung nach hat es die Autorin aber meisterhaft verstanden, eine Story rund um die Auffindung des Grabes zu weben, die die "maßgebliche Beteiligung" der Emersons erzählt, ohne den Fakten der Geschichte wesentlich zu widersprechen.
Der kriminalistische Aspekt ist diesmal etwas weniger ausgeprägt, dennoch finde ich das Buch spannend.
Sicherlich sollte man zur Schätzung der Peabodyreihe einen Sinn für Ironie und Übertreibungen haben, die Beschreibungen der kampferprobten Amelia und des schusseligen Professors sind einfach köstlich und nicht immer ganz ernst zu nehmen.
So kreiden ja auch manche Leser eben jene Darstellung der Figuren an bis hin zu der Kritik, daß Frauen damals sich niemals so verhalten hätten. Damals war die (Männer-)Welt ja noch in Ordnung. ;)
Eben die Darstellung der resoluten Amelia in Männerhosen macht die Bücher aber so amüsant, und ist es wirklich so realitätsfremd, daß Frauen ihren Männern die Kleider rauslegen und das Familienleben organisieren?
Es hat immer Frauen gegeben, die sich nicht einfach in alles fügen (siehe Sufragetten) und sich anders verhalten als die Gesellschaft es verlangt. Daher finde ich dies auch nicht unglaubwürdig, wie manch andrer Leser.
Ich denke, diese Menschen übersehen die absichtliche Überspitzheit, die für mich den Spaß an den Büchern ausmacht.
Also, einen Sinn für Humor sollte ein Leser der Peabodys schon haben.