Das Cinema Asia hat es auch mir seit geraumer Zeit angetan. Es gibt dort natürlich derart viele Genres, wie auch im Hollywood-Markt.
In welches Genre genau "Das Königreich der Yan" fällt, ist schwer zu sagen. Es gibt natürlich Kampfszenen in einer weitzurückliegenden Vergangenheit, aber um's Kämpfen geht es in dem Film nur zweitrangig.
Der König, ein Krieger, stirbt. Wie, verrät der Film. Seine Tochter wird unfreiwillig seine Nachfolgerin und muß, um von den Kriegern als solche akzeptiert zu werden, eine militärische Ausbildung absolvieren. Und natürlich gibt es wie immer den Gegenpart, der lieber selber König werden will und fleissig Intrigen spinnt.
Zu dem Kommentar meines Vorgängers: Ja, sie striegelt mitten in der Wildnis ein Pferd und das ohne Gefolge in der Nähe. Der Grund ist simpel: während der militärischen Ausbildung erhält sie keinerlei Sonderbehandlung. Ich habe an dieser und anderen Szenen nichts zu bemängeln, denn das asiatische Kino kann nicht mit unserer "Logik" verglichen werden bzw. unserer von Hollywood geprägten Sehweise. Die Asiaten haben keinen Drang, in ihren Filmen eine heile Welt darzustellen oder sich bis ins kleinste Detail zu erklären. Ist es wirklich nötig zu zeigen, das ein sterbender König in einem vollen Zelt stirbt? Kann er nicht auch alleine in seinem Zelt sterben wollen? Und ist es nötig den einen Film unbedingt mit einem anderen vergleichen zu wollen?
Also, was macht diesen Film aus und warum ist er sehenswert?
Es handelt sich insgesamt eher um einen ruhigen Film, begleitet von diversen Kampfszenen, beide, sowohl die ruhigen als auch die kämpferischen Momente, werden in eindrucksvollen und schönen Bildern dargestellt. Und letztendlich geht es darum, das eine junge Frau erst ihre Erfahrungen sammeln muß, bevor sie bereit dazu ist, ihren Platz als Königin einzunehmen. Und die für sie dabei wichtigsten Erfahrungen sammelt sie dabei außerhalb des Palastes bzw. außerhalb ihrer militärischen Ausbildung. Die Hauptrolle dabei spielt ein Mann, der des Kämpfens müde geworden ist. Wie im asiatischen Kino üblich, sterben Hauptpersonen, denn es wird durchaus gekämpft (nur nicht so oft, das keine andere Handlung mehr möglich ist,) und am Ende des Films ist Platz für Wehmut. Und ist es nicht genau das, was das asiatische Kino ausmacht? Die Gefühle, die am Ende bei einem selber nachklingen?
Wer asiatische Filme mag, wehende Kleidung, schimmernde Rüstungen, historische bzw. fantastische Welten, eindrucksvolle Bilder: Das alles wird geboten. Sicherlich ist es nicht einer der atemberaubendsten Filme,der je gedreht wurde, aber es ist ein Film für einen tollen Abend und er ist es wert gekauft zu werden.