Was geht nur in dieser Frau vor: So intelligent und attraktiv, und dennoch lässt sie sich von ihrem Typen alles gefallen. Und weshalb sehen in Hollywood die 50-Jährigen aus wie eingefrorene 30-Jährige? Zwei typische Fragen unserer Zeit, oft diskutiert im Bekanntenkreis oder beim Friseur. Die Auswüchse der Schönheitsindustrie, der traurige Masochismus der besten Freundin - was haben diese Themen mit dem Käthchen von Heilbronn zu tun? Wenn man genauer hinschaut, ziemlich viel. Denn Heinrich von Kleist wagte sich schon vor 200 Jahren an Fragen heran, die erst viel später salonfähig wurden. Kleist sah den Menschen als fremdgesteuert, marionettenhaft und dem Unterbewusstsein schutzlos ausgeliefert. In dem romantischen Ritterschauspiel versteckte er diese verzweifelte Erkenntnis hinter lautem Rüstungsgeklapper und jungfräulichen Augenaufschlägen - schließlich brauchte der erfolglose Dichter nichts dringender als einen Kassenschlager. Und der ist nicht nur bis heute unterhaltsam geblieben, sondern liefert auch Antworten auf aktuelle Fragen.