'Das Jahrhundert der Mysterien und Wunder' ist sozusagen ein Prequel zu
Das Jahrhundert der Rätsel und Phänomene, das ich vor einiger Zeit bereits rezensierte.
Enthielt dieses für jedes Jahr des 20. (und die bereits verstrichenen des 21.) Jahrhunderts eine "rätselhafte" Geschichte, widmet sich der vorliegende Band den Jahren des 19. Jahrhunderts.
Wie im Vorgänger gefällt die Idee der Zusammenstellung, die es möglich bzw. nötig macht, sich sowohl den allseits bekannten Mysterien als auch weniger prominenten Fällen anzunehmen. Wie im Vorgänger ist der Schreibstil simpel, aber angenehm zu lesen und lässt die Berichte teilweise wie kurze Schauergeschichten wirken.
Warum gebe ich dennoch einen Stern weniger als in meiner Rezension zum Vorgänger?
Weil auch die Schwächen die gleichen geblieben sind, hier aber noch deutlicher zu Tage treten.
Viel wiederholt sich, so wurden z.B. schlicht zu viele Fälle von merkwürdigen Regenschauern in die Liste aufgenommen - als hätte der Autor sich eine Auflistung von solchen zur Hand genommen und sich für jedes Jahr, in dem ihm sonst nichts einfiel,dort bedient.
Oft sind die Thesen des Autoren allzu abenteuerlich. Champollion sah recht arabisch aus und fand heraus, wie die Hieroglyphen zu entziffern sind - was Hausdorf argwöhnen lässt, er sei die Wiedergeburt eines alten Ägypters gewesen.
Dass in Schillers 'Wallenstein' ein Gerücht über ein 'graues Männlein' kursiert, führt für Hausdorf zu der Annahme, dass der echte Wallenstein mit Ausserirdischen in Kontakt stand. Und so weiter.
Und manchmal lässt er sich auch einfach einen Bären aufbinden. Dass die Geschichte des "spurlos verschwundenen" David Lang fiktiv ist, ist eigentlich bekannt...
So kann man das Buch und leider auch die tatsächlichen Mysterien, die dann doch in einigen Kapiteln vorkommen, nicht so ganz ernstnehmen...