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Das Jahr der Flut
 
 

Das Jahr der Flut [Kindle Edition]

Margaret Atwood , Monika Schmalz
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In Margaret Atwoods neuem, irgendwo im 21. Jahrhundert angesiedeltem Roman hat die Welt gerade eine apokalyptische Katastrophe hinter sich, nachdem sie von einer Biotech-Wirtschaftsorganisation zugrunde gerichtet worden war. Dieses Unternehmen, die HelthWyzer Corporation, stellte faktisch die Regierung; die hohen Angestellten und ihre Familien lebten in verbarrikadierten Zonen, streng separiert von den Menschen der „Unterklasse“. Die Polizei war durch den privaten Sicherheitsdienst von HelthWyzer ersetzt worden, der den Frieden aufrechterhielt, indem er mit radikaler Gewalt alle unliebsamen Bürger einfach beseitigte. Die Leichen wurden – meist ihrer inneren Organe beraubt, die HelthWyzer zu Forschungszwecken verwendete – zu Fastfood weiterverarbeitet, und zwar zu den süchtig machenden „SecretBurgers“, denn Fleisch war ein knappes Gut. Viele Menschen schlossen sich angesichts dieser schrecklichen Entwicklungen spirituellen Bewegungen an, etwa den „Gärtnern Gottes“, einer Art Öko-Sekte, die sich über den Dächern der Stadt ihre Version des Paradieses geschaffen hatte und dort ein pazifistisch-vegetarisches Leben führte – immer warnend vor der großen Katastrophe, einer wasserlosen Flut, die die Menschheit heimsuchen würde.

Als der Roman einsetzt, ist all das bereits Vergangenheit. Denn die von den Gärtnern Gottes prophezeite Flut hat in Form einer plötzlichen Pandemie die Menschheit so gut wie ausgerottet. Zwei Frauen scheinen die einzigen Überlebenden zu sein: Toby, die vor der Katastrophe bei SecretBurgers gearbeitet hatte, dort von ihrem Vorgesetzten sexuell versklavt wurde und schließlich vor ihm zu den Gärtnern geflohen war, und Ren, die als Trapezkünstlerin in einer Art Bordell gearbeitet hatte und die „Flut“ überlebte, weil sie sich gerade in der Quarantänestation ihres Etablissements befand, nachdem ein Kunde ihren Bio-Körperstrumpf zerrissen hatte. Diese beiden Frauen sitzen nun in dem, was von den Gärten Gottes übriggeblieben ist, erzählen sich ihr bisheriges Leben und warten, ob nicht doch noch andere menschliche Wesen überlebt haben…

Das Jahr der Flut ist der erste Roman der großen kanadischen Schriftstellerin Margaret Atwood, der inhaltlich an ein früheres Werk anknüpft: an Oryx und Crake aus dem Jahr 2003, in dem sie bereits ein ähnliches apokalyptisches Zukunftsszenario entworfen hatte und in dem die „Gärtner Gottes“ am Rande auch schon vorgekommen waren. Dennoch ist dies keine Fortsetzung, sondern ein ganz eigenständiges Werk, das lediglich in der gleichen „Welt“ spielt wie der frühere Roman. Diese Welt ist grauenhaft, und das Grauenhafteste daran ist, dass sie bis ins letzte Detail Wirklichkeit werden könnte, wenn wir so weitermachen wie bisher – das ist, natürlich, die Grundaussage des Buches. Doch Atwood kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus, und das macht die Lektüre so genussvoll: Der Roman sprüht vor Fantasie und – bei allem Horror – vor skurrilem Humor; diese Mischung aus düsterer Weltuntergangsvision und spielerischer Leichtigkeit ist tatsächlich einzigartig. -- Christoph Nettersheim

Pressestimmen

"Was Margaret Atwood - in jedem Genre - so glaub würdig macht, ist ihre entschiedene Sensibilität, ihre unerschrockene Einsicht und ihr Witz, der dem Schrecken sehr nah ist." (Süddeutsche Zeitung )

"Margaret Atwood ist die Queen der kanadischen Literatur." (Literarische Welt )

"Was Margaret Atwood - in jedem Genre - so glaub würdig macht, ist ihre entschiedene Sensibilität, ihre unerschrockene Einsicht und ihr Witz, der dem Schrecken sehr nah ist." (Süddeutsche Zeitung )

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Endzeit und Garten Eden 16. November 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Die nun über 70jährige Margaret Atwood schriebt mit klarer Sprache und hohem Beobachtungsvermögen ein Buch, dass in seiner Form und Sprache in beeindruckender Weise eine Zukunft vorwegnimmt und beschreibt, die gut und gerne eintreffen könnte, wenn die politischen Versuche zur Bewahrung dieser Welt weiterhin so kläglich und zögerlich, beständig von kurz denkenden, gegenwärtigen wirtschaftlichen Interessen dominiert wird.

Auch wenn der Auslöser der Katastrophe (die im Buch 25 Jahre bereits zurückliegt) eher eine Krankheit denn eine ökologische Katastrophe ist, baut das gesamte Buch doch auf einer Sicht der ökologischen Misswirtschaft und des achtlosen Umgangs des Menschen mit den natürlichen Ressourcen auf. Dem entspricht als Gegenpol jene Welt des "Gartens Eden" in dem Atwood einen großen Teil ihres Buches ansiedelt.

Sie erzählt ihre Geschichte aus der Sicht der jungen Frauen Toby und Ren, beide Teil einer landwirtschaftlich-vegetarisch überzeugt lebenden Gruppe von Menschen, die die Katastrophe des Jahres Null der neuen Zeitrechnung überlebten und nun, auf den Dächern von Hochhäusern, Nutzgärten anlegen und weitestgehend selbstversorgt Leben.

In einer Welt, die sich langsam wieder erholt hat, aber scheinbar wenig aus den ökologischen Zusammenbrüchen und der Seuche selbst gelernt hat. Aus einer Geschichte, die im Buch in Rückschauen jeweils erzählt wird und innerhalb derer klar wird, dass der bedenkenlose und profitorientierte Umgang mit der Natur letztlich erst zur Seuche und damit zur Ausrottung fast der gesamten Menschheit geführt hat. Wiederum aber ist auch die neue Welt des Jahres 25 in der Hand weniger Großkonzerne, die hemmungslos mit dem genetischen Erbe der Natur experimentieren und in einer rechtlosen Welt ohne regulierende Staatswesen von privaten Sicherheitsdiensten geschützt werden.

So zerfällt die geschilderte Welt in drei Gruppen. Die Elite in ihren gesicherten Wohnbereichen mit starkem Drang zum Luxus, zum zweiten kleinere Gruppen wie die "Göttergärtner", denen auch die beiden Protagonisten angehören und zum dritten der große Rest, der in zerfallen Städten, marodierenden Banden ausgesetzt, letztlich nur versucht, zu überleben.

Atwood gestaltet ihre Geschichte in klarer Sprache. Mit viel Fantasie schildert sie das Leben der Überlebenden in den verschiedenen Lebenshaltungen, teils mit drastischen Beschreibungen allein schon der widerlichen Nahrung, die dem großen Rest nur mehr verbleibt. In den vielfachen Veröffentlichungen von Endzeit-Epen und Thrillern der letzten Monate setzt Atwood damit einen ganz eigenen Akzent konstruktiver Möglichkeiten. Die Gärtnerkolonie samt ihrem "Paradies" hat schon jene Haltungen in sich, die Margaret Atwood sicherlich auch gerne bereits in der Gegenwart als menschliche Grundhaltung positiv kennzeichnen würde. Trotz mancher spannender Elemente ist das Buch kein Thriller, sondern eher eine romanhafte Fiktion einer möglichen Katastrophe und der verschiedenen Weisen des Umganges mit einer solchen.
Interessant ist das Buch und die Geschichte auf jeden Fall in seinen genauen Betrachtungen und Schilderungen der menschlichen Natur, die auch nach einer Katastrophe nur schwer eine grundlegende Änderung erfahren würde.

Flüssig und anregend geschrieben mit einer originären Grundidee und einer vielfach bildhaft dargestellten post-apokalyptischen Welt ein durchaus empfehlenswertes Buch mit leichten Hängern und manchem Leerlauf.
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von callisto TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Eine Stadt an der Ostküste der USA in nicht allzu ferner Zukunft. Die Klimaerwärmung hat so große Ausmaße angenommen, dass es kaum noch zu unterscheidende Jahreszeitegen gibt, es ist immer heiß und ohne UV Schutz und UV Mäntel kann man sich kaum noch hinauswagen. Ein Großteil der uns bekannten Arten ist ausgerottet und durch genetische neue Spezies, sogenannte Spleiße ersetzt worden, wie den Pfaureiher, das Löwamm (eine Mischung aus Löwe und Lamm), grüne Kaninchen, Schweine mit menschlichen Hirnzellen oder Lumirosen (Rosen, die im dunkeln leuchten).
Der Staat hat sich aus seiner Verantwortung zurückgezogen und diverse Konzerne haben das Territorium unter sich aufgeteilt. Private Sicherheitsunternehmen haben die militärische Macht im Auftrag der Konzerne übernommen. Verbrecher werden nicht mehr hingerichtet, sondern zur Unterhaltung der Massen in einem Spiel namens "Painball" in zwei Gruppen gegeneinander gehetzt.
Die Konzerne handeln wie Staaten, sie entführen Wissenschaftler der Konkurrenten um deren Wissen zu erpressen oder Lösegeld zu verlangen, und die Gesellschaft gliedert sich in Konzernmitglieder oder Plebs, Menschen ohne Konzernausweis, die durch alle Raster gefallen sind.
Zu diesen Plebs zählen auch die Gottesgärtner. Eine Ökosekte, die ein puritanisches Antikonsumhaltung verfolgt, nur wiederverwertetes Material verwendet und nur selbstangebautes Obst und Gemüse isst, das sie in einem Garten auf einem Hochhaus, namens Felsen Eden anbauen. Die Gottesgärtner predigen die "Wasserlose Flut", die die Menschheit auslöschen wird, und bereiten sich mit verborgenen Ararats (Nahrungsverstecken) auf diese Katastrophe vor. Sie wollen keine unnötigen Spuren auf der Erde hinterlassen, sie verweigern sogar schriftliche Aufzeichnungen und sie erheben Menschen, die ihr Leben für die Erhaltung der Natur gaben zu ihren Heiligen, so wie St. Jane Jacobs, St. James Lovelock, St. Dian Fossey. Zu diesen Gottesgärtnern gehören auch Ren und Toby, Überlebende der "wasserlosen Flut". Diese Buch erzählt ihre Geschichte.

Margaret Atwood erzählt diese Geschichte aus zwei Blickwinkeln, zum einem aus Tobys Sicht. Toby verschlug es zu den Gottesgärtnern, nachdem sie als Angestellte bei "GeheimBurger" von ihrem Chef in jeder Mittagspause vergewaltigt wurde, die Gottesgärtner retten sie und geben ihr die Chance auf ein neues Leben. Zum anderen aus der Sicht Rens, die bei den Gottesgärtnern aufwuchs, bis ihre Mutter sie wieder in den Schoß des Konzerns mitnahm.

Mit diesem Buch kehrt Margaret Atwood zum zweiten Mal in diese Welt zurück, die sie schon in Oryx und Crake beschrieb. Sie erzählt diese Geschichte nicht nur aus verschiedenen Blickwinkeln, sondern auch aus verschiedenen Zeitperspektiven. Zum einen gibt es den Zeitstrang nach der wasserlosen Flut im Jahr 25 nach der Zeitrechnung der Gottesgärtner, zum anderen wie es zu dieser wasserlosen Flut kam, bis diese beiden Zeitstränge miteinander verschmelzen. Jedes Kapitel wird von einer Predigt von Adam Eins, dem gestigen Führer der Gottesgärtner eingeleitet, in welchem man mehr über diese Religion erfährt, die eine Mischung aus Christentum und moderner Wissenschaft ist. Diese Predigt wird immer mit einem passenden Lied aus dem Gesangbuch der Gottesgärtner beschlossen, die man vertont auf der Webseite des Buches (yearoftheflood.com) anhören kann.

Dieses Buch ist kein einfaches Endzeitepos und wird auch nicht unbedingt den normalen Leser von SF Geschichten ansprechen, denn dieses Buch ist auch ein literarisches Kleinod. Es ist voller bildreicher Wortneuschöpfungen und lebendiger, expressiver Sprache. Nicht umsonst wird die bereits siebzigjährige Margaret Atwood immer wieder als Kandidatin für den Literaturnobelpreis gehandelt.

Natürlich sind die meisten der Aspekte dieser Geschichte nicht neu. Konzerne, die die Macht ergreifen, das Territorium unter sich aufteilen und wie Kleinstaaten agieren kennt man aus Shadowrun Regelbuch. Verbrecher, die zur Belustigung der Massen gegeneinander antreten kennt man aus Running Man und Geschichten, in welchen Seuchen die Menschheit ausrotten gibt es zu viele, um sie hier aufzuzählen, die bekannteste Version dürfte wohl The Stand - Das letzte Gefecht sein.
Das Besondere an diesem Buch ist die Erzählweise der Autorin. Fesselnde Science Fiction, sozialkritisch und doch literarisch anspruchsvoll, eine seltene Mischung.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von MPDD
Format:Gebundene Ausgabe
Mich wundert sehr, dass bisher nirgendwo der Hinweis zu finden ist, dass "Das Jahr der Flut" nicht nur in die Welt von von "Oryx und Crake" zurückkehrt, sondern die Geschichte NOCH EINMAL erzählt, aus der Perspektive der Gärtner. Ein literarischer Kunstgriff, dem man wie ich finde nicht zu Unrecht unterstellen darf, dass er vorwiegend zum Geldverdienen verwendet wurde. Wie man den Rezensionen zu O&C entnehmen kann, sind die inhaltlichen Parallelen jedenfalls immens. Vorteil ist, dass man sich ausführlich über JdF informieren kann, indem man O&C recherchiert...

Zu JdF: Es fiel mir schwer, mich mit den Figuren zu identifizieren. Der Wechsel zwischen 3. und 1.Person in der Erzählung überzeugt überhaupt nicht. Das Hauptproblem liegt wohl darin, dass ich mich nur schwer mit Charaktären über mehr als 400 Seiten identifizieren kann, die so wenig emotional bis geradezug apathisch durch's Endzeitleben gehen. Sie wirken wie billig konstruierte Zweckschöpfungen der Autorin, um ihre bereits einmal erfolgreich verwendeten Endzeit-Öko-Ideen und ihre poetischen Ergüsse verkäuflich zu verpacken. Die Story enthält tatsächlich viele interessante Ansätze, die aber leider irgendwie lieblos aneinander gereiht bzw. eingebaut wurden. Für mich las es sich wie das Werk eines versierten Profis, dem die Ideen zu schade zum Wegwerfen waren, der aber auch keine echte Begeisterung für die Story (mehr) aufbringen konnte. So wurde eine Suppe aus viel Öko- Fusion-Religion und vor allem ziemlich depressivem (Gewalt-)Sex daraus, zusammengekittet mit teilweise schon lächerlichen Zufällen und dünnen Plotkonstruktionen. Besonders deutlich wird das daran, das große Teile der Story in den "Predigten" des Ober-Gurus in wenigen Sätzen zusammengefasst werden. Ein cleverer aber leicht als literarische Krücke durchschaubarer Trick. Wäre nicht am Ende (die ca letzten 150 Seiten) doch noch die große Pandemie und damit der Kampf ums Überleben gekommen, das Buch wäre schlicht eine recht lieblose Geschichte über eine Öko-Sekte von heute, verwoben mit der US-Gang-Kultur ebenfalls von heute, schlecht kaschiert durch ein paar verspielte Neologismen und geklaute (z.B. von Robocob)abgenutzte Sci-Fi Ideen. Durchaus lesbar, aber gemessen am Potenzial und dem Ruhm der Autorin sehr schade.

Zu den Leser-Erwartungen:
Sehr aufschlussreich sind die Rezensionen der amerikanischen Amazon Seite. Dort sind begeisterte Atwood Fans zu finden, aber auch die Atwood-Erst-Leser, denen die ganze Story in O&C und JdF arg zusammenge- sagen wir freundlich -borgt und inhaltsarm vorkam. Einer schrieb sehr passend, ihm schien, dass Atwood sich wie Picasso bewusst ist, dass auch Mittelmaß durch Ruhm zum Bestseller wird. Dass Frau Atwood dieses Phänomen gleich mit zwei aufeinanderfolgenden Romanen ausbeutet, ist bei ihrem Ruf verwunderlich.

Lesern, die bisher gern Atwood-Romane genossen haben, dafür aber "neu" im Endzeit-Dystopie-Genre sind, kann man die genannten Werke sicher empfehlen. Lesern, bei denen es sich umgekehrt verhält, gebe ich auch die gegenteilige Empfehlung: in Atwoods Sprache müsste man mbMn vor allem beim Jahr der Flut von einem RIP OFF sprechen...
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