Das Jahr des Feuers geht mit der „Rückkehr des Kaisers“ seinem Finale entgegen. Überall herrscht Chaos und der Winter, der mit aller Macht über das Land hereinbricht, verstärkt nur das Elend und Leid der Bevölkerung. In „Aus der Asche“ haben die Helden im „Auge des Morgens“ die lebende Rohaja erblickt. Nun gilt es, den Aufenthaltsort der tot geglaubten Kronprinzessin ausfindig zu machen. Doch zuerst führt der Weg der Helden nach Gareth, mitten hinein ins Chaos. Die Zeit drängt, das Reich braucht Rohaja, denn Answin hat ein Heer um sich gesammelt und keiner weiß, was seine Ziele sind. Will er lediglich das reich vor dem Untergang bewahren oder seinen alten Anspruch auf den Kaiserthron endgültig erringen?
Vor dem Meister, der sich dieses Abenteuer zur Brust nimmt, liegt eine Menge an Arbeit. Die Vielzahl an berühmten oder berüchtigten Charakteren, sowie die strategischen Verhältnisse und kriegsbedingten Veränderungen müssen stets vergegenwärtigt und mit einbezogen werden. Durch die allumfassende Handlung findet der Spielleiter bei vielen Ereignissen nur kurze Verweise, die er selbst auswerten und umsetzen muss. Einige Szenen, die eine große Menge an Spielzeit einnehmen, sind lediglich kurz umrissen, so dass die komplette Umsetzung in den Händen des Meisters liegt. Da es eine Vielzahl an Verweisen auf die Geschichte Aventuriens, sowie die Ereignisse, die im Aventurischen Boten gedruckt wurden, gibt, kann nicht jeder das volle Potential der Geschichte ausschöpfen. Nur jemand, der die letzten Jahre lebhaft die politischen Entwicklungen Aventuriens verfolgt hat, ist in der Lage die Ereignisse im Jahr des Feuers komplett und konkret umzusetzen.
Das Schöne an dem Abenteuer ist, dass sehr viele lose Geschichten endlich zu einem Ende geführt werden. Die gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen werden so gut es in einem Abenteuerband möglich ist, ohne dessen Rahmen zu sprengen, erläutert. Sicher ist es für eine Heldengruppe sehr interessant und spannend, diese Neustrukturierung des Reiches am eigenen Leib mit zu erleben. Doch gerade durch diese große Umwälzung bleiben die Charaktere, die ja eigentlich die Hauptpersonen sein sollen, stets lediglich brauchbare Spielfiguren, die mit dabei sein dürfen, doch letztlich den Ausgang der Dinge nicht ändern. Für den Meister dürfte das Leiten dieses Finales ein gewaltiger Kraftakt sein. Und die Heldengruppe, die einen aventurisch kundigen Spielleiter besitzt, der ihnen das Abenteuer wirklich nahe bringen kann, darf sich glücklich schätzen. Eine beigefügte Zeitleiste der Geschehnisse des Jahrs des Feuers erleichtert ihm seine Aufgabe.
Generell befürworte ich die Entwicklungen, wie sie sich in diesem Abenteuer darstellen. Dennoch wäre die politische Umwälzung vielleicht in einem Roman besser aufgehoben gewesen. Durch den größeren Umfang hätte man weitaus mehr Informationen hineinstecken können. Dieses Abenteuer bietet sicherlich gerade auch für hochstufige Helden noch sehr viele Herausforderungen. Wenn sie sich dafür damit abfinden können, dass sie lediglich auf vorbestimmten Pfaden wandeln, erleben sie hier wirklich große Fantasy.