........oder, so möchte ich es nennen: die Choreographie des Islam. Aus der künstlerischen Arbeit weiß ich, dass man den Tanz, mit dem man später schweben, gleiten, fliegen möchte, eins sein mit der Musik des Lebens, Schritt für Schritt aufschreiben, üben, sich genauestens erarbeiten muss. Alles ist falsch, was nicht das Vorgeschriebene ist, am Anfang ist das antrengend und schwer, zuletzt ist es Vollendung. Ebenso erscheint mir die Praxis des Islam nach dieser Lektüre: Worte für buchstäblich jede (wirklich jede) Lebenslage machen aus dem gesamten Alltag ein Übungsfeld des Glaubens. Der Unterschied zwischen Gut und Böse liegt in der Anwendung dieses Schatzes an Gebeten: Ob es Übung ist, beharrliche, hingebungsvolle Übung, die irgendwann ihren Lohn in sich selber findet (das ist der Weg und die Sehnsucht)- oder ob es als unerbittlicher Drill die Seele verhärtet (das ist die Verirrung und das Leid).