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5.0 von 5 Sternen
Urkomisch auf allen Ebenen!, 28. Oktober 2005
Dies ist die absolut witzigste Beschreibung einer Pubertät, die ich jemals las. Zwei Jahre und fünf Monate lang führt Adrian Mole sein Tagebuch in dem wir ihn und sein Leben in allen Details kennenlernen. Adrian wächst, bekommt Pickel, beobachtet seinen Bartwuchs, verliebt sich und vermißt die Länge seines edlesten Teiles. Soweit klingt alles ziemlich normal, aber der Humor in diesem Buch ist ebenso vielschichtig wie abgründig und dazu very britisch. Da werden slapstickartige Alltagszenen beschrieben, es bahnen sich grandios lächerliche Schicksale an, und aus kleinen albernen Ursachen wachsen Katastrophen, die wiederum ins Urkomische überkippen und dann noch aus Teenagersicht kommentiert werden. Den großen Tiefgang des Romans nimmt man zuerst gar nicht so wahr, weil man sich beim Lesen ständig vor Lachen den Bauch halten muß. Aber das Buch hat Langzeitwirkung, manche Szenen sind so witzig, andere so anrührend, daß sie mir unvergeßlich bleiben werden. Einen ordentlichen Schuß Sozialkritik gibt es dazu und natürlich eine Liebesgeschichte. Sue Townsend hat mit Adrian Mole einen unsterblichen Charakter erschaffen: Gutmütig und hilfsbereit, hypochondrisch und vergeßlich mit einem Kopf voll merkwürdiger Ideen wird Adrian durch die Mühle der Pubertät gedreht. Lesewütig ist der junge Mann, und er fühlt sich als Intellektueller. Verwegen sendet er seine ersten Gedichte und Texte an die BBC, denn er möchte Schriftsteller werden. Adrians Kommentare zu den Büchern, die er gelesen hat, aber auch die Korrespondenz mit dem Redakteur sind hochkomische Genieleistungen. Sue Townsend beschreibt treffend und saukomisch durch Adrians Augen: die Eltern, die in Eheschwierigkeiten stecken, die resolute Großmutter, Nachbarn, Freunde, den fiesen Schuldirektor und viele viele andere bunte Charaktere. Es tat mir richtig leid, am Ende des Buches Abschied von ihnen zu nehmen. Das Ganze ist ein wunderbares Stück Zeitgeschichte über die frühen Achtziger in England. Das Buch hat Kultpotential, und das Zeug zu einem Klassiker. Tom Sharpe schrieb darüber: "Ich weinte nicht nur vor Lachen, ich heulte, jaulte und mußte bei der Lektüre aufspringen und meine Tränen trocknen, um weiterlesen zu können" - Ich kann nur sagen: Der Mann hat völlig recht!
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4.0 von 5 Sternen
The Secret Diary and the Growing Pains of Adrian Mole, 28. März 2007
Sue Townsend hat mit Adrian Mole (geb. 2.4.1967) eine Kultfigur geschaffen, deren Leben in insgesamt sechs Büchern erzählt wird. "Das Intimleben des Adrian Mole" ist eine Zusammenstellung der ersten beiden Tagebücher (1.1.1981 bis 2.6.1983) von Adrian Mole. Adrian ist ein junger Schnösel, der sich als Möchtegernschriftsteller sieht, und von seinem Leben berichtet. Dabei ist er total altklug, affektiert, ichbezogen und unreif. Er schreibt vor allem über seine chaotische Familie aus der unteren Mittelschicht, seine Freunde und seine grosse Liebe Pandora. Die politische und gesellschaftliche Grosswetterlage (Margret Thatcher, Falkland-Krieg, Hochzeit von Charles und Diana, Geburt von William, Punks) interessiert ihn nur am Rande. Die ganze Welt kreist nur um ihn. Adrians Moles Tagebücher sind sehr, sehr lustig. Sie zeigen nicht nur die psychologische Entwicklung des Protagonisten, sondern sie reflektieren und kommentieren auch die britische Gesellschaft und Politik aus einer sehr individuellen Sicht. Somit sind die ersten beiden Tagebücher nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene empfehlenswert.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pubertäts- und andere Nöte -- very british und very komisch, 4. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Das Intimleben des Adrian Mole 13 3/4 Jahre: Die geheimen Tagebücher erstmals komplett und unzensiert vollständig in einem Band (Taschenbuch)
Er hat's nicht leicht, der arme Adrian Mole: Kein Mensch hat Verständnis für seine intellektuellen Ambitionen -- immerhin hat ihm die BBC schon einmal seine Gedichte zurückgeschickt -- und für die Auswirkungen von Pickeln und chaotischen Familienverhältnissen auf seine feinsinnige Künstlernatur. Seine Eltern wollen sich scheiden lassen, jeder von ihnen hat bereits einen neuen Partner: Seine Mutter einen gewissen Mr Lucas, und sein Vater die "Bohnenstange" Doreen Slater. Außerdem ist Adrian verliebt, und dass seine Auserkorene auch noch Pandora heißt, scheint kein Zufall... Dann wären da noch der herrlich verschmuddelte Rentner Bert Baxter mit seiner Freundin Queenie und seinem gemeingefährlichen Schäferhund Sabre; Adrians (mitunter ehemaliger) bester Freund Nigel; ein wohlmeinender Lehrer, der bald sein Angebot bereut, dass jederzeit jeder Schüler mit seinen Problemen zu ihm kommen darf; Adrians sarkastische Großmutter; die bis ins Mark britische Nachbarschaft, und noch einige andere. All seine Liebes- und anderen Nöte vertraut Adrian brühwarm und in allernaivster Harmlosigkeit seinem Tagebuch an. Wie er das chaotische Familienleben und sein nicht minder verqueres Seelenleben akribisch festhält, wie er fassungslos das irrationale Verhalten der Erwachsenen protokolliert, wie ihm wohl als einzigem der Durchblick abgeht -- das sprüht vor Situationskomik. Ganz nebenbei wird auch noch das Thatcher-England der 1980er Jahre aufs Korn genommen. Falklandkrieg und Jugendszenen von den Punks bis zu den Poppern, politisch ambitionierte Schülergruppen -- alles gehört zum britischen Alltag der Zeit, und diesen Alltag lernt man aus Adrian Moles 13 3/4-jähriger Perspektive kennen. Britische Hochkomik vom Feinsten. Allerdings keine Brachialkomik. Wie in "Die Queen und ich" schafft es Sue Townsend auch hier, platte Gags zu vermeiden und vor allem: ihren Figuren Leben einzuhauchen: Ihre Figuren, so komisch sie auch sein mögen, bewahren sich immer ihre Würde. Die Pointen sind daher auch beim x-ten Wiederlesen immer noch geistreich und witzig. Witzig -- und melancholisch zugleich. Man kriegt sich nicht mehr ein vor Lachen, und man ist dankbar, den 14. Geburtstag schon länger hinter sich zu haben, denn ein klein wenig lacht man auch immer über sich selbst. Vielleicht ist gerade das der Grund, warum man dieses Buch so liebt und es immer wieder zur Hand nimmt.
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