Nahtod-Erlebnisse - viele sehen darin einen Blick ins „Jenseits", andere eher hirnphysiologische Reaktionen auf eine Extremsituation. Joachim Faulstich versteht sie als „Bilder der Seele", als Begegnungen mit dem „Inneren Land". Erfahrungen, die Menschen aller Kulturen, zu allen Zeiten möglich waren und sind.
Das Buch sammelt nicht nur persönliche Erlebnisse von Menschen an der Schwelle des Todes, sondern setzt sie in einen Zusammenhang mit den eindrucksvollen Erfahrungen von Schamanen. Ohne - und das macht das Buch so überzeugend - die Berichte und Erzählungen einer vorgefassten Meinung unterzuordnen oder zu werten. Moderne wissenschaftliche Erkenntnisse finden genauso Raum, wie die „Anderswelt" der Druiden, die Bildwelt der christlichen Mystiker oder das Wissen des Totenbuchs der Tibeter. Und das stets in einer bildreichen, kraftvollen aber auch persönlichen Sprache, die es einem leicht macht, dem Autor in fremde Welten zu folgen. Selbst ein Kapitel zur Quantenphysik gerät ihm zu einem spannenden, gut verständlichen Ausflug in die modernste Wissenschaft.
Es ist ein weites Feld, das der Autor nach dem „Inneren Land" absucht. Aber trotz Materialfülle, lässt sich Joachim Faulstich niemals von seinem Reiseziel ablenken: das „Innere Land". In den Berichten über Nahtod-Erlebnisse und schamanische Reisen zeigt er verschiedene Wege auf, die aus unserer Alltags-Wahrnehmung heraus führen und verschiedene „Landstriche", die dabei betreten werden.
Eine Art Reiseführer wollte Joachim Faulstich schreiben und ich bin schon lang keinem Reiseleiter so gern, in eine völlig fremde Welt gefolgt. Ein Buch zum Weiterdenken oder besser noch - „Weiter-Reisen".