Pressestimmen
"Das Buch vermittelt die heute hochaktuellen Gedankengänge des großen indischen Weisen zu den äußeren und vor allem inneren Strukturwandlungen der menschlichen Gesellschaft. In einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Freiheit und Verantwortlichkeit des Menschen tritt er mit seherischer Kraft für die Herausentwicklung der Menschheit aus ihrer nationalistisch zersplitterten Gesellschaft, für ihre freie Gruppierung in einer Welt-Union ein. Er beschreibt die Voraussetzungen für einen solchen "Welt-Staat" und zeigt zugleich die mit dieser Umstrukturierung verbundenen Gefahren für ein derartiges Weltimperium auf." - Neuer Bücherdienst, Wien
Neuer Bücherdienst, Wien
Das Buch vermittelt die heute hochaktuellen Gedankengänge des großen indischen Weisen zu den äußeren und vor allem inneren Strukturwandlungen der menschlichen Gesellschaft. In einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Freiheit und Verantwortlichkeit des Menschen tritt er mit seherischer Kraft für die Herausentwicklung der Menschheit aus ihrer nationalistisch zersplitterten Gesellschaft, für ihre freie Gruppierung in einer Welt-Union ein. Er beschreibt die Voraussetzungen für einen solchen "Welt-Staat" und zeigt zugleich die mit dieser Umstrukturierung verbundenen Gefahren für ein derartiges Weltimperium auf. - Neuer Bücherdienst, Wien
Kurzbeschreibung
Hier äußert sich nicht nur der charismatische Politiker, Künder einer vom Gang der Evolution geforderten neuen Stufe des Menschseins, sondern auch ein profunder Kenner der Geschichte der westlichen wie der östlichen Hemisphäre. Er analysiert mit wissenschaftlicher Akribie alle Versuche, die bisher von Weltimperien zur Einigung der Menschheit unternommen wurden, und zeigt die Gründe für ihren Fehlschlag auf. Dabei wird auch die Möglichkeit einer sozialistischen Weltherrschaft einbezogen. "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit": nicht nur deren eine, sondern alle drei Forderungen sind zu erfüllen. Die bisher ungelöste Spannung zwischen dem Recht des Individuums auf volle Entfaltung seiner Personalität und dem Anspruch des diktatorischen Staates kann nur durch einen universalen Menschentypus, nach Transmutation des mentalen zum supramentalen Menschen gelöst werden. Mit dessen Heraufkunft erst kann der Staat überflüssig und aus den begrenzten Föderationen eine föderative Welt-Union werden."Die Vordergründe des Lebens sind leicht zu verstehen. Ihre Gesetze, ihre charakteristischen Vorgänge und ihr praktischer Nutzen liegen griffbereit vor uns. Wir können sie leicht und schnell genug in die Hand bekommen und uns verfügbar machen. Nur helfen sie uns nicht sehr weit. Sie reichen wohl aus für ein aktives, oberflächliches Leben von Tag zu Tag. Sie lösen aber nicht die schweren Probleme des Daseins. Andererseits ist es für uns außerordentlich schwierig, die Tiefen des Lebens, seine mächtigen Geheimnisse und seine großen, verborgenen alles bestimmenden Gesetze zu erkennen. Wir haben noch kein Senkblei entdeckt, das diese Tiefen ausloten kann. Sie erscheinen uns als undeutliche und unbestimmte Vorgänge, als undurchdringliche Finsternis, vor der unser Verstand gern zurückweicht, um mit dem Wellen- und Schaumgekräusel und dem lustigen Glitzern der Oberfläche zu spielen. Dennoch müssen wir gerade diese Tiefen und ihre unsichtbaren Kräfte kennen, wenn wir das Dasein verstehen wollen.""Das Buch vermittelt die heute hochaktuellen Gedankengänge des großen indischen Weisen zu den äußeren und vor allem inneren Strukturwandlungen der menschlichen Gesellschaft. In einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Freiheit und Verantwortlichkeit des Menschen tritt er mit seherischer Kraft für die Herausentwicklung der Menschheit aus ihrer nationalistisch zersplitterten Gesellschaft, für ihre freie Gruppierung in einer Welt-Union ein. Er beschreibt die Voraussetzungen für einen solchen "Welt-Staat" und zeigt zugleich die mit dieser Umstrukturierung verbundenen Gefahren für ein derartiges Weltimperium auf." - Neuer Bücherdienst, WienSri Aurobindo wurde am 15. August 1872 in Kalkutta geboren. Sein Vater sandte ihn früh nach England, damit er "ernsthafte Studien" betreibe, wie es in gewissen anglisierten Kreisen Indiens Brauch war. 1893 kehrte er in seine Heimat zurück und engagierte sich bald im politischen Kampf zur Befreiung seines Landes. Gleichzeitig und parallel dazu begann er seine innere Forschung - den "Yoga" -, nicht um in die höheren Sphären zu entfliehen, sondern als Handlungsmittel für seine revolutionären Tätigkeiten gegen den englischen Unterdrücker. Er verbrachte ein Jahr. In einem Jahr der erzwungenen Isolation in Untersuchungshaft wurde ihm bewußt, daß die Besetzung seines Landes durch eine Fremdmacht nur die Facette eines weitaus umfassenderen Problems war, nämlich der Transformation der menschlichen Natur. "Es erfordert nicht nur einen Aufstand gegen das britische Weltreich, sondern einen Aufstand gegen die gesamte universelle Natur!" rief er aus.
Autorenportrait
Sri Aurobindo wurde am 15. August 1872 in Kalkutta geboren. Sein Vater sandte ihn früh nach England, damit er "ernsthafte Studien" betreibe, wie es in gewissen anglisierten Kreisen Indiens Brauch war. 1893 kehrte er in seine Heimat zurück und engagierte sich bald im politischen Kampf zur Befreiung seines Landes. Gleichzeitig und parallel dazu begann er seine innere Forschung - den "Yoga" -, nicht um in die höheren Sphären zu entfliehen, sondern als Handlungsmittel für seine revolutionären Tätigkeiten gegen den englischen Unterdrücker. In einem Jahr der erzwungenen Isolation in Untersuchungshaft wurde ihm bewußt, daß die Besetzung seines Landes durch eine Fremdmacht nur die Facette eines weitaus umfassenderen Problems war, nämlich der Transformation der menschlichen Natur. "Es erfordert nicht nur einen Aufstand gegen das britische Weltreich, sondern einen Aufstand gegen die gesamte universelle Natur!" rief er aus.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"Die Vordergründe des Lebens sind leicht zu verstehen. Ihre Gesetze, ihre charakteristischen Vorgänge und ihr praktischer Nutzen liegen griffbereit vor uns. Wir können sie leicht und schnell genug in die Hand bekommen und uns verfügbar machen. Nur helfen sie uns nicht sehr weit. Sie reichen wohl aus für ein aktives, oberflächliches Leben von Tag zu Tag. Sie lösen aber nicht die schweren Probleme des Daseins. Andererseits ist es für uns außerordentlich schwierig, die Tiefen des Lebens, seine mächtigen Geheimnisse und seine großen, verborgenen alles bestimmenden Gesetze zu erkennen. Wir haben noch kein Senkblei entdeckt, das diese Tiefen ausloten kann. Sie erscheinen uns als undeutliche und unbestimmte Vorgänge, als undurchdringliche Finsternis, vor der unser Verstand gern zurückweicht, um mit dem Wellen- und Schaumgekräusel und dem lustigen Glitzern der Oberfläche zu spielen. Dennoch müssen wir gerade diese Tiefen und ihre unsichtbaren Kräfte kennen, wenn wir das Dasein versteh en wollen."
Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Rechteinhabers. Alle Rechte vorbehalten.
Aus dem Kapitel 1: Die Hinwendung zur Einheit: ihre Notwendigkeit und Gefahren
Die Vordergründe des Lebens sind leicht zu verstehen. Ihre Gesetze, ihre charakteristischen Vorgänge und ihr praktischer Nutzen liegen griffbereit vor uns. Wir können sie leicht und schnell genug in die Hand bekommen und uns verfügbar machen. Nur helfen sie uns nicht sehr weit. Sie reichen wohl aus für ein aktives, oberflächliches Leben von Tag zu Tag. Sie lösen aber nicht die schweren Probleme des Daseins. Andererseits ist es für uns außerordentlich schwierig, die Tiefen des Lebens, seine mächtigen Geheimnisse und seine großen, verborgenen alles bestimmenden Gesetze zu erkennen. Wir haben noch kein Senkblei entdeckt, das diese Tiefen ausloten kann. Sie erscheinen uns als undeutliche und unbestimmte Vorgänge, als undurchdringliche Finsternis, vor der unser Verstand gern zurückweicht, um mit dem Wellen- und Schaumgekräusel und dem lustigen Glitzern der Oberfläche zu spielen. Dennoch müssen wir gerade diese Tiefen und ihre unsichtbaren Kräfte kennen, wenn wir das Dasein verstehen wollen. An der Oberfläche erfassen wir nur die zweitrangigen Verordnungen und praktischen Ausführungsbestimmungen der Natur, die uns helfen, über die Schwierigkeiten des Augenblicks hinwegzukommen und die ständigen Übergänge der Natur aufgrund unserer Erfahrung zu organisieren, ohne sie eigentlich zu verstehen.
Für die Menschheit gibt es kein Gebiet, das weniger durchsichtig und verstandesmäßig bewältigt ist, als ihr eigenes gemeinschaftliches und kollektives Leben. Das gilt sowohl hinsichtlich der Kraft, die es bewegt, als auch hinsichtlich des Zieles, auf das es sich bewegt. Die Soziologie hilft uns hier nicht weiter, denn sie liefert uns nur den allgemeinen Bericht über die Vergangenheit und die äußeren Bedingungen, unter denen die Gemeinschaften am Leben blieben. Die Geschichte ist keine Lehrmeisterin, von der wir etwas lernen können. Sie ist ein wild dahinwirbelnder Strom von Ereignissen und Persönlichkeiten, ein Kaleidoskop von wechselnden Institutionen. Den wahren Sinn all dieser Verwandlung und dieses dauernden Dahinströmens des menschlichen Lebens zwischen den Ufern der Zeit begreifen wir nicht. Was wir verstehen, sind nur die äußeren Erscheinungen, die hin- und herfluten, oberflächliche Verallgemeinerungen, Teilideen. Wir reden von Demokratie, Aristokratie und Autokratie, von Kollektivismus und Individualismus, Imperialismus und Nationalismus, vom Staat und von der Gemeinde, von Kapitalismus und Arbeit. Wir bringen übereilte Verallgemeinerungen vor und errichten darüber absolute Systeme, die wir heute als positiv gültig verkünden, um sie morgen unter dem Zwang der Tatsachen wieder fallen zu lassen. Wir begeistern uns für hohe Dinge in glühendem Enthusiasmus, dessen Triumph sich bald in völlige Ernüchterung verwandelt. Diese opfern wir dann wieder zugunsten von anderen Dingen, vielleicht gerade von solchen, die wir eben erst mit viel Mühe zerstört haben. Ein ganzes Jahrhundert lang hat die Menschheit nach der Freiheit gedürstet und um sie gerungen. Schließlich hat sie sie mit riesigen Opfern unter Tränen und Blut erworben. Aber das Jahrhundert, das nun die Freiheit genießt, um die es nicht gekämpft hat, wendet sich von ihr ab wie von einer kindischen Illusion. Es ist bereit, diesen ihm wertlos gewordenen Besitz gegen irgendein neues Gut zu verschleudern. Das alles geschieht nur deshalb, weil unser Denken und Handeln hinsichtlich unseres kollektiven Lebens seicht geworden ist und sich nur auf unsere Alltagserfahrung gründet. Es forscht nicht nach gesicherter, tiefer und umfassender Erkenntnis. Und es nimmt diese nicht als Grundlage des Lebens. Die Moral meint nicht, das menschliche Leben sei eitel, sein Ringen, seine Begeisterung und die erstrebten Ideale seien vergeblich. Vielmehr muß die Menschheit weiser, umfassender und geduldiger nach ihrem wahren Gesetz und Ziel forschen.
Heute dringt das Ideal einer geeinten Menschheit, mehr oder weniger verschwommen, immer stärker in den Vordergrund unseres Bewußtseins. Wenn im menschlichen Denken ein Ideal auftaucht, ist das stets ein Zeichen dafür, daß die Natur eine bestimmte Absicht verfolgt. Sie braucht dabei gar nicht immer die Absicht zu haben, das Ideal zu verwirklichen. Manchmal zeigt es nur einen Versuch an, dem vorläufig noch ein Fehlschlag bestimmt ist. Denn die Natur ist in ihren Methoden langsam und geduldig. Sie greift Ideen auf und verwirklicht sie zur Hälfte. Dann läßt sie sie am Wegrand liegen, um sie in einer späteren Epoche in einem besseren Zusammenhang wieder aufzugreifen. Sie erprobt die Menschheit, ihr Denkinstrument, sie testet, inwieweit jene schon zur Harmonie fähig ist, die sie erträumt. Sie erlaubt dem Menschen, seine Ideen auszuprobieren, selbst wenn er dabei versagt, damit er daraus lernt und ein anderes Mal besser zum Ziel kommt. Ist das Ideal in den Vordergrund des Denkens gedrungen, muß gewiß der Versuch zu seiner Verwirklichung gemacht werden. Das Ideal einer geeinten Menschheit wird wahrscheinlich eine entscheidende Rolle unter den die Zukunft bestimmenden Kräften spielen. Denn die intellektuellen und die materiellen Umstände unseres Zeitalters haben diese Einung vorbereitet, zwingen sie uns geradezu auf. Hier sind es besonders die naturwissenschaftlichen Entdeckungen, die unsere Erde so klein gemacht haben, daß ihre gewaltigsten Reiche nur noch als Provinzen eines einzigen Landes erscheinen.
Aber die Gunst der materiellen Umstände könnte dem Ideal auch einen Fehlschlag bereiten. Wenn nämlich die materiellen Verhältnisse eine weitreichende Umwandlung begünstigen, aber Herz und Mental der menschlichen Rasse, besonders das Herz, nicht wirklich darauf vorbereitet sind, kann man einen Mißerfolg voraussagen. Es sei denn, die Menschen sind rechtzeitig weise und nehmen die innere Umwandlung zusammen mit der äußeren Umgestaltung auf sich.