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Das Ich und das Es: Metapsychologische Schriften. (Psychologie)
 
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Das Ich und das Es: Metapsychologische Schriften. (Psychologie) [Taschenbuch]

Sigmund Freud
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Das Ich und das Es
OA 1923 Form Sachbuch Bereich Psychologie
In dieser Schrift führt Freud sein Modell von den drei psychischen Instanzen »Ich«, »Es« und »Über-Ich« ein, womit die Entwicklung des (»orthodoxen«) psychoanalytischen Lehrgebäudes im wesentlichen abgeschlossen ist.
Voraussetzungen: Freud führte in seiner Schrift Jenseits des Lustprinzips (1920) den Begriff des Todestriebs in seine Lehre ein, an dem er bis zu seinem Lebensende festhielt und der seine Trieblehre sowie das darauf basierende Menschenbild grundlegend modifizierte. Während er zuvor vom Dualismus zwischen Sexualtrieben und Ich- oder Selbsterhaltungstrieben ausgegangen war, stellt er nun dem »Eros« (Lebenstriebe, Libido) den »Todestrieb« (Aggressions- und Destruktionstrieb, Selbstdestruktion) gegenüber.
Inhalt: Die programmatische Schrift Das Ich und das Es setzte die Gedankengänge von Jenseits des Lustprinzips fort. Freud will nun seine bisherige Modellvorstellung vom »psychischen Apparat« verändern, wie er ihn im Schlusskapitel der Traumdeutung entworfen hatte. Dieser ist aus drei Systemen oder »Instanzen« aufgebaut: »Unbewusst«, »Vorbewusst« und »Bewusst«. Zwischen den Systemen »Unbewusst« (dem »Verdrängten«) und »Vorbewusst« nimmt Freud eine »Zensur« an, die den unbewussten Inhalten und Vorgängen nicht erlaubt, ohne vorherige Umwandlung im Sinne einer »Kompromissbildung« ins Vorbewusste zu gelangen. Die vorbewussten Regungen und Inhalte sind zwar nicht aktuell bewusst, jedoch ohne weitere Umwandlungen dem Bewusstsein zugänglich. Diese Theorie wird auch als die »erste Topik« bezeichnet. Freud argumentiert hier aus der Perspektive des Unbewussten (Verdrängten), das er zugleich als kreative seelische Macht anerkennt.
Die »zweite Topik« unterscheidet die Instanzen »Ich«, »Es« und »Über-Ich«. Durch die Erkenntnis unbewusster Abwehrmechanismen im Dienste der Gesamtpersönlichkeit rückt nun das »Ich« ins Zentrum der Betrachtung. Das »Es« ist Reservoir der Triebe, der angeborenen wie der verdrängten, die mit »Ich« und »Über-Ich« in Konflikt treten. Diese haben sich ihrerseits entwicklungsgeschichtlich aus dem »Es« heraus entwickelt. Das »Über-Ich« ist die Instanz des Gewissens, die vor allem durch Verinnerlichung elterlicher Gebote und Verbote entsteht und Triebverzicht fordert. Das »Ich« als Vermittlungsinstanz ist von drei Seiten bedroht: »Von der Außenwelt her, von der Libido des ‚Es’ und von der Strenge des ‚Über-Ichs’«. Die Zielsetzung der psychoanalytischen Therapie ist dementsprechend auf eine Stärkung des »Ich« ausgerichtet: Der Neurotiker soll autonom werden und sich von psychischen Zwängen befreien, unter denen sein »Ich« leidet.
Wirkung: »Das Ich und das Es« bedeutet eine Zäsur für die psychoanalytische Theoriebildung. Die weitere Entfaltung der Psychoanalyse in ihren verschiedenen Schulrichtungen setzt sich vor allem mit dieser »Ichpsychologie« Freuds auseinander, deren Modell in kulturanthropologischer Hinsicht das 20. Jahrhundert geprägt hat. H. S.

Kurzbeschreibung

Die programmatische Schrift Das Ich und das Es setzte die Gedankengänge von Jenseits des Lustprinzips fort. Freud will nun seine bisherige Modellvorstellung vom >>psychischen Apparat<< verändern, wie er ihn im Schlusskapitel der Traumdeutung entworfen hatte. Dieser ist aus drei Systemen oder >>Instanzen<< aufgebaut: >>Unbewusst<<, >>Vorbewusst<< und >>Bewusst<<. Zwischen den Systemen >>Unbewusst<< (dem >>Verdrängten<<) und >>Vorbewusst<< nimmt Freud eine >>Zensur<< an, die den unbewussten Inhalten und Vorgängen nicht erlaubt, ohne vorherige Umwandlung im Sinne einer >>Kompromissbildung<< ins Vorbewusste zu gelangen. Die vorbewussten Regungen und Inhalte sind zwar nicht aktuell bewusst, jedoch ohne weitere Umwandlungen dem Bewusstsein zugänglich. Diese Theorie wird auch als die >>erste Topik<< bezeichnet. Freud argumentiert hier aus der Perspektive des Unbewussten (Verdrängten), das er zugleich als kreative seelische Macht anerkennt. Die >>zweite Topik<< unterscheidet die Instanzen >>Ich<<, >>Es<< und >>Über-Ich<<. Durch die Erkenntnis unbewusster Abwehrmechanismen im Dienste der Gesamtpersönlichkeit rückt nun das >>Ich<< ins Zentrum der Betrachtung. Das >>Es<< ist Reservoir der Triebe, der angeborenen wie der verdrängten, die mit >>Ich<< und >>Über-Ich<< in Konflikt treten. Diese haben sich ihrerseits entwicklungsgeschichtlich aus dem >>Es<< heraus entwickelt. Das >>Über-Ich<< ist die Instanz des Gewissens, die vor allem durch Verinnerlichung elterlicher Gebote und Verbote entsteht und Triebverzicht fordert. Das >>Ich<< als Vermittlungsinstanz ist von drei Seiten bedroht: >>Von der Aussenwelt her, von der Libido des 'Es' und von der Strenge des 'Über-Ichs'<<. Die Zielsetzung der psychoanalytischen Therapie ist dementsprechend auf eine Stärkung des >>Ich<< ausgerichtet: Der Neurotiker soll autonom werden und sich von psychischen Zwängen befreien, unter denen sein >>Ich<< leidet.

Autorenporträt

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Freud, Sigmund österreich. Arzt und Gelehrter *6.5.1856 Freiberg (Mähren), †23.9.1939 London Die Traumdeutung, 1900 Das Ich und das Es, 1923 Das Unbehagen in der Kultur, 1927 Sigmund Freud, dessen Name untrennbar mit der von ihm begründeten Psychoanalyse (Stichwort R S. 370) verbunden ist, gehört zu den wohl bedeutendsten und weit über die Wissenschaft hinaus bekanntesten Gestalten des 20. Jahrhunderts. Nach seinem Studium an der Wiener medizinischen Fakultät war Freud Dozent und Titular-Professor (1902), wurde jedoch nie auf einen Lehrstuhl berufen. Umso wichtiger waren für Freud, der sich schon früh zur Psychopathologie hinwendete, Arbeit und Beobachtungen in seiner Privatpraxis. Dort beschäftigte er sich intensiv mit Hysterie und anderen Neuroseformen. Die hier gesammelten Erkenntnisse dienten ihm als Grundlage seines eigenen wissenschaftlichen Ansatzes, der von ihm zeit seines Lebens fortentwickelten Psychoanalyse als einer eigenen Behandlungs- und Forschungsmethode. Freud hat mit seinem Werk nicht nur zur Entwicklung und Verbreitung der Psychologie maßgeblich beigetragen; er hat ebenso Soziologie, Kulturanthropologie und Philosophie inspiriert und beeinflusst. In diesem weiteren Sinne ist Freud zu den bedeutendsten Denkern zu zählen, die die conditio humana in der Moderne auf den Begriff gebracht haben. Freud starb kurz nach seiner Emigration (1938) in London. C.S. Biografie: P. Gray, Freud. Eine Biografie für unsere Zeit, 1995; H.-M. Lohmann, Sigmund Freud (rm 50601).
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