Dieses Buch beschäftigt sich mit dem Ich und den Mechanismen, mit denen es auf Basis von Ängsten und Unlust Triebe, Affekte oder die reale Außenwelt abwehrt.
Thema ist zunächst (Kap. 1) die Ontologie und Epistemologie der Psychoanalyse, sind also metapsychologische Fragen. Woraus besteht das Psychische (Ich, Es, Abwehrvorgänge, Vorstöße des Es, etc.), was davon soll für die Analyse wesentlich sein, und was vom Psychischen ist wie beobacht- bzw. wahrnehmbar? Auch das Ziel der Psychoanalyse wird bestimmt.
Anschließend (Kap. 2) wird die Pragmatik der Psychoanalyse thematisiert. Mit welchen Techniken (Hypnose, freie Assoziation, Traumdeutung, Symboldeutung, Analyse der Fehlhandlungen und der Übertragung) beobachtet die Analyse das Psychische?
Die Abwehrtätigkeit des Ich wird von Freud als das eigentliche Objekt der Analyse bestimmt (Kap. 3). Deren Mechanismen werden benannt (Kap. 4) (Verdrängung, Regression, Isolierung, Reaktionsbildung, Wendung gegen sich selbst, Umkehrung ins Gegenteil, Sublimierung/Verschiebung, Introjektion/Identifizierung, Projektion, Ungeschehenmachen), einige werden an Beispielen erläutert, schließlich die Voraussetzungen für ihr Wirken erörtert.
Als Ursachen der Abwehrvorgänge werden die Ängste des Ich vor Trieben und Affekten, vor dem Gewissen und der realen Außenwelt (Triebangst (Es), Gewissensangst (Über-Ich), Realangst (reale Außenwelt)) benannt. Die Therapie besteht entsprechend aus dem Rückgängigmachen der Abwehrvorgänge, als deren Resultat die ihnen zugrundeliegenden Ängste wieder erscheinen.
Daraufhin behandelt Freud Beispiele dafür, wie das Ich auf Basis seiner Realangst den Gefahren der realen Außenwelt begegnet. So kann es Stücke der Außenwelt in der Phantasie verleugnen (Kap. 6), in Wort und Tat verleugnen (Kap. 7) und sich selbst einschränken (Kap. 8).
Behandelt werden zwei Abwehrtypen, mit denen das Ich auch der Gefahr der realen Außenwelt begegnen kann, der Identifizierung mit dem Angreifer (Kap. 9) und der altruistischen Abtretung (Kap. 10).
Abschließend wird am Beispiel der Pubertät dargestellt, wie das Ich auf Basis der Triebangst (Angst vor der Triebstärke des Es) Triebe des Es abwehrt (Kap. 11 und 12). Insbesondere die Askese und die Intellektualisierung des Jugendlichen sind Phänomene, die Ausdruck der Bewältigung der Triebgefahren durch das Ich sind.
Auch wenn Freud die Abwehrmechanismen nicht alle in der Schilderung von Beispielfällen konkretisiert und diese nur benennt, so veranschaulicht sie doch oft ihre Analysen durch einige Fälle aus ihrer Praxis als Psychoanalytikern. Diese Schilderungen befassen sich fast ausschließlich mit Kindern und Jugendlichen. Beispiele aus der Belletristik werden mit einer Ausnahme (Cyrano de Bergerac) nicht geschildert.
Insgesamt ist das Buch recht verständlich und kann als eine Einführung in die Psychoanalyse gelesen werden. Der Leser wird mit den Abwehrmechanismen vertraut gemacht, mit ihrer Verankerung in den Ängsten des Ich und daraus folgenden Konflikten, die das Ich bewältigen muss.