"Kummer schwimmt immer oben." Diesen Satz aus Irvings Meisterwerk "Das Hotel New Hampshire" werde ich wohl nicht mehr vergessen. Wie überhaupt die Form des Romanes mindestens eben so wichtig ist wie der Inhalt; da wirken Sätze wie in Stein gehauen, für die Ewigkeit fest gehalten. Und dabei nicht gestelzt, nicht aufgesetzt, nicht Selbstzweck. Fran und Frank, Lilly und Kummer, der Bär, der eigentlich eine Frau ist - Figuren bevölkern diesen Roman, die typisch sind für Irving, seinem ureigenen Kosmos zu entspringen scheinen. Tabus gibt es nicht, und doch auch keine Sensationshascherei. Irving ist präzise in der Figurencharakterisierung, aber er versteht es, der ganzen Geschichte einen märchenhaften Zug zu verleihen. Es entstand pure Poesie, in der trotzdem schreckliche Dinge geschehen und auch unglaubliche. Natürlich will ich nicht zu viel verraten, also beende ich meine Rezension mit einem kurzen Fazit: DAS GANZE LEBEN IN EINEM BUCH. Und Sätze, die man nicht mehr vergisst.