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Das Himmler-Komplott: Wie der Reichsführer der SS den 2. Weltkrieg beenden wollte und warum er beseitigt wurde
 
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Das Himmler-Komplott: Wie der Reichsführer der SS den 2. Weltkrieg beenden wollte und warum er beseitigt wurde [Gebundene Ausgabe]

Olaf Rose
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 468 Seiten
  • Verlag: Druffel & Vowinckel; Auflage: 1., Aufl. (1. September 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3806111758
  • ISBN-13: 978-3806111750
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 540.100 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Toten von 1945 1. Juni 2006
Diese Besprechung bezieht sich auf die englische Ausgabe, ?Himmler?s Secret War? von Martin Allen.

Das Buch beschreibt in seiner ersten Hälfte einen Teil der diversen Friedensfühler, die von Deutschen während des 2. Weltkriegs in Richtung London ausgestreckt wurden, wobei es hier in der Hauptsache um Bemühungen Heinrich Himmlers geht, der in der Endphase des Krieges versuchte, die Kampfhandlungen irgendwie zu beenden. Wenn es sie tatsächlich gab, stießen diese Bemühungen auf taube Ohren, die Ereignisse bezeugen dies. Die Kämpfe gingen weiter, und forderten auf allen Seiten Hekatomben sinnloser Opfer - unter den deutschen und den alliierten Soldaten, unter der deutschen Zivilbevölkerung, aber auch unter den Insassen der Konzentrationslager.

Der Autor dieses Buches versucht nicht nur nachzuweisen, dass solche Bemühungen und Kontakte tatsächlich stattgefunden haben, er führt auch, in der zweiten Hälfte des Buches, Beweise dafür an, dass Himmler, nachdem er irgendwie in britische Hände gefallen war, kurzerhand erschlagen wurde und nicht, wie es seitdem immer hieß, Selbstmord beging. Einen ähnlichen Weg hat auch der amerikanische Autor Jospeh Bellinger eingeschlagen; in seinem Buch ?Himmlers Tod? stützt er sich teilweise auf die gleichen Dokumente wie Martin Allen

An und für sich ist dies eine Frage, die heute niemanden mehr aufregen sollte. Es ist doch eigentlich vollkommen ohne Belang für unseren Blick auf jene längst vergangene Zeit, ob der Mann sich nun das Leben genommen hat oder ob seine Feinde ihn sofort und nicht erst ein Jahr später, etwa in Nürnberg, vom Leben zum Tode beförderten. Warum sollte heutzutage jemand den Briten vorwerfen, ein wenig emotional und vorschnell reagiert zu haben, lange zu leben hatte das Scheusal ohnehin nicht mehr, also was soll das alles?

Die Wichtigkeit des Buches wird erst deutlich, wenn man sich mit den Ereignissen befasst, die nach seinem ersten Erscheinen (Mai 2005) eintraten: zwei Monate später behauptete der Daily Telegraph plötzlich, die wesentlichen Dokumente aus dem britischen Public Record Office (PRO) in Kew, auf die der Verfasser sich stützt, seien gefälscht, man habe sie einem Experten vorgelegt, der dies bestätigt habe.

Hier wird die Angelegenheit nun sehr merkwürdig, denn abgesehen von den sich aufdrängenden Fragen wer, wann, warum und wie die Dokumente in den Ordnern des PRO gefälscht haben könnte, muss ein weiterer, ganz wesentlicher Gesichtspunkt berücksichtigt werden, nämlich der, wie die Dokumente überhaupt aus dem Archiv des PRO zum Daily Telegraph und von dort zu dem Sachverständigen gelangen konnten und vor allem, warum der Vorwurf einer Fälschung nicht direkt vom PRO erhoben wurde.

Es ist doch platterdings nicht vorstellbar, dass ein hergelaufener Reporter die Erlaubnis seitens des PRO erhielt, die Dokumente mal kurz ausleihen zu dürfen, mit dem Argument, sie seien dubios und er wolle sich das von einem Experten bestätigen lassen; da hätten beim PRO sämtliche Alarmglocken rasseln müssen, ging es doch darum, als fragwürdig angesehene Originaldokumente aus dem Archivverbund zu lösen und an einen Dritten außer Haus zu geben! Da man dem PRO eine solche Schlampigkeit nun wirklich nicht zutrauen kann, ist es nur glaubhaft, dass die Zeitung Fotokopien der Dokumente für die Analyse verwendet hat, aber damit entfällt dann auch jede Verlässlichkeit der Untersuchung.

Doch auch hiermit sind wir noch nicht am Ende aller Fragen angelangt, denn wir wissen immer noch nicht, warum es selbst 60 Jahre nach den Ereignissen so wichtig ist, dass die offiziellen Angaben nicht in Zweifel gezogen werden. Ist es vielleicht so, dass es hier gar nicht um Tatsachen, sondern um politische Fragen geht, die immer noch von Belang sind? Der 2. Weltkrieg wurde für Großbritannien zu einem Desaster, aus dem als einziges positives Resultat die Zerstörung Deutschands und seine wirtschaftliche Neutralisierung auf 10 Jahre herausragt, während der Verlust des Empires, die Preisgabe Polens und der Tschechoslowakei, sowie das Vordringen des sowjetischen Machtbereiches bis an den Stadtrand von Hamburg unter die großen Katastrophen der Geschichte einzureihen sind, denn schließlich war man ja ursprünglich in den Krieg gezogen um genau dies zu verhindern.

All diese entsetzlichen Ergebnisse konnten politisch nur damit gerechtfertigt werden, dass man ihnen einen moralischen Mantel umhängte: dieser, wie Vansittart ihn nannte, ?fünfte Krieg gegen das Deutsche Reich? war nötig, um Freiheit und Demokratie in der Welt zum Durchbruch zu verhelfen, deswegen war man gezwungen, ungeachtet aller Opfer bis zum totalen Ende zu kämpfen und alle Friedensangebote ins Leere zu leiten. Offenbar kann auch heute noch nicht geduldet werden, dass Zweifel an diesen hehren Absichten laut werden und somit ist es besser, die Welt hält die Sicherheitsvorkehrungen im PRO für unzureichend, als dass sie die seinerzeitige Politik der Alliierten in Frage stellt. Himmler musste beseitigt werden, weil man sonst den Toten des letzten Kriegsjahres hätte erklären müssen, warum sie geopfert wurden.
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5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Himmler und kein Ende 1. Juni 2006
Diese Besprechung bezieht sich auf die englische Ausgabe, ?Himmler?s Secret War? von Martin Allen.

Das Buch beschreibt in seiner ersten Hälfte einen Teil der diversen Friedensfühler, die von Deutschen während des 2. Weltkriegs in Richtung London ausgestreckt wurden, wobei es hier in der Hauptsache um Bemühungen Heinrich Himmlers geht, der in der Endphase des Krieges versuchte, die Kampfhandlungen irgendwie zu beenden. Wenn es sie tatsächlich gab, stießen diese Bemühungen auf taube Ohren, die Ereignisse bezeugen dies. Die Kämpfe gingen weiter, und forderten auf allen Seiten Hekatomben sinnloser Opfer - unter den deutschen und den alliierten Soldaten, unter der deutschen Zivilbevölkerung, aber auch unter den Insassen der Konzentrationslager.

Der Autor dieses Buches versucht nicht nur nachzuweisen, dass solche Bemühungen und Kontakte tatsächlich stattgefunden haben, er führt auch, in der zweiten Hälfte des Buches, Beweise dafür an, dass Himmler, nachdem er irgendwie in britische Hände gefallen war, kurzerhand erschlagen wurde und nicht, wie immer berichtet wurde, Selbstmord beging. Einen ähnlichen Weg hat auch der amerikanische Autor Jospeh Bellinger eingeschlagen; in seinem Buch ?Himmlers Tod? stützt er sich teilweise auf die gleichen Dokumente wie Martin Allen

An und für sich ist dies eine Frage, die heute niemanden mehr aufregen sollte. Es ist doch eigentlich vollkommen ohne Belang für unseren Blick auf jene längst vergangene Zeit, ob der Mann sich nun das Leben genommen hat oder ob seine Feinde ihn sofort und nicht erst ein Jahr später, etwa in Nürnberg, vom Leben zum Tode beförderten. Warum sollte heutzutage jemand den Briten vorwerfen, ein wenig emotional und vorschnell reagiert zu haben, lange zu leben hatte das Scheusal ohnehin nicht mehr, also was soll das alles?

Die Wichtigkeit des Buches wird erst deutlich, wenn man sich mit den Ereignissen befasst, die nach seinem ersten Erscheinen (Mai 2005) eintraten: zwei Monate später behauptete der Daily Telegraph plötzlich, die wesentlichen Dokumente aus dem britischen Public Record Office (PRO) in Kew, auf die der Verfasser sich stützt, seien gefälscht, man habe sie einem Experten vorgelegt, der dies bestätigt habe.

Hier wird die Angelegenheit nun sehr merkwürdig, denn abgesehen von den sich aufdrängenden Fragen wer, wann, warum und wie die Dokumente in den Ordnern des PRO gefälscht haben könnte, muss ein weiterer, ganz wesentlicher Gesichtspunkt berücksichtigt werden, nämlich der, wie die Dokumente überhaupt aus dem Archiv des PRO zum Daily Telegraph und von dort zu dem Sachverständigen gelangen konnten und vor allem, warum der Vorwurf einer Fälschung nicht direkt vom PRO erhoben wurde.

Es ist doch platterdings nicht vorstellbar, dass ein hergelaufener Reporter vom Archiv die Erlaubnis erhalten hat, die Dokumente mal kurz ausleihen zu dürfen, mit dem Argument, sie seien dubios und er wolle sich das von einem Experten bestätigen lassen; da hätten beim PRO sämtliche Alarmglocken rasseln müssen, ging es doch darum, als fragwürdig angesehene Originaldokumente aus dem Archivverbund zu lösen und an einen Dritten außer Haus zu geben! Da man dem PRO eine solche Schlampigkeit nun wirklich nicht zutrauen kann, ist es nur glaubhaft, dass die Zeitung Fotokopien der Dokumente für die Analyse verwendet hat, aber damit entfällt dann auch jede Verlässlichkeit der Untersuchung.

Doch auch hiermit sind wir noch nicht am Ende aller Fragen angelangt, denn wir wissen immer noch nicht, warum es selbst 60 Jahre nach den Ereignissen so wichtig ist, dass die offiziellen Angaben nicht in Zweifel gezogen werden. Ist es vielleicht so, dass es hier gar nicht um Tatsachen, sondern um politische Fragen geht, die immer noch von Belang sind? Der 2. Weltkrieg wurde für Großbritannien zu einem Desaster, aus dem als einziges positives Resultat die Zerstörung Deutschands und seine wirtschaftliche Neutralisierung auf 10 Jahre herausragt, während der Verlust des Empires, die Preisgabe Polens und der Tschechoslowakei, sowie das Vordringen des sowjetischen Machtbereiches bis an den Stadtrand von Hamburg unter die großen Katastrophen der Geschichte einzureihen sind, denn schließlich war man ja ursprünglich in den Krieg gezogen um genau dies zu verhindern.

All diese entsetzlichen Ergebnisse konnten politisch nur damit gerechtfertigt werden, dass man ihnen einen moralischen Mantel umhängte ? dieser, wie Vansittart ihn nannte, fünfte Krieg gegen das Deutsche Reich war nötig, um Freiheit und Demokratie in der Welt zum Durchbruch zu verhelfen, deswegen war man gezwungen, ungeachtet aller Opfer bis zum totalen Ende zu kämpfen und alle Friedensangebote ins Leere zu leiten. Offenbar kann auch heute noch nicht geduldet werden, dass Zweifel an diesen hehren Absichten laut werden und somit ist es besser, die Welt hält die Sicherheitsvorkehrungen im PRO für unzureichend, als dass sie die seinerzeitige Politik der Alliierten in Frage stellt. Himmler musste beseitigt werden, weil man sonst den Toten des letzten Kriegsjahres hätte erklären müssen, warum sie geopfert wurden.
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