"Julia Win, eine junge Amerikanerin, reist auf der Suche nach ihrem Vater, in ein fremdes Land und löst dort die Rätsel ihrer Kindheit."
Dieser Kurzbeschreibung nach, hätte ich mir dieses Buch wohl nicht gekauft.
Erst eine Empfehlung machte mich auf diese Geschichte aufmerksam.
In seinem ersten Roman nimmt uns Jan-Philipp Sendker mit in eine Welt voller Mystik und Magie - nach Birma.
Es ist die Welt von Mi Mi, dem gehbehinderten Mädchen und Tin Win, einem blinden Jungen. Sie verbindet eine Liebe, die nicht an Zeit und Raum gebunden scheint, die nur scheinbar unerfüllt bleibt.
Frei von Kitsch und Sentimentalitäten berührte mich dieses Buch tief.
Weil es so klar, voller Weisheit, unaufdringlich in seiner Sprache - so lebendig in seinen Bildern ist.
Vor über drei Jahren ist mir dieses Buch begegnet. Viele Bücher habe ich seitdem gelesen, aber Tin Win und Mi Mi begleiten mich noch immer.
Was ist es, das diese Geschichte so besonders macht?
Die Sehnsucht nach tiefen, beständigen Gefühlen in einer Welt, die von Unbeständigkeit und Unverbindlichkeit erfüllt ist?
Oder das Erkennen dieser einen Wahrheit:
Dass alles in uns danach verlangt wahrhaftig und bedingungslos zu lieben und geliebt zu werden.
Ich finde es vollkommen nebensächlich, ob diese Liebesgeschichte nun in allen Einzelheiten realistisch ist, oder nicht.
Allein die Vorstellung macht unser Leben wärmer und heller.