"Das Herz von St. Pauli" ist der letzte große Seemannsfilm von Hans Albers, den er im Spätsommer 1957 in Hamburg drehte. Er feierte seinen 66. Geburtstag (am 21. September)im Film-Atelier. Zum ersten Mal in seiner Kino-Karriere - d. h. seit über 40 Jahren - drehte er einen Film komplett in seiner Heimatstadt Hamburg, und zwar sowohl die Außen- als auch die Innenaufnahmen (im Studio Hamburg-Wandsbek).
Viele große Filmstars jener Zeit spielten neben Hans Albers:
Camilla Spira, Mady Rahl, Gert Fröbe, Werner Peters, Peer Schmidt, Hans-Jörg Felmy u. v. m.
Der Film zählt auch heute noch zu den bekanntesten Albers-Filmen. Er läuft regelmäßig im TV und liegt seit 2007 nun auch auf dieser DVD vor.
Natürlich ist die Handlung aus heutiger Sicht ähnlich klischeehaft, wie die meisten Filme der Wirtschaftswunderzeit, aber trotzdem ist der Film aufgrund seiner atmosphärischen Dichte, der schönen Außenaufnahmen, der vielen beliebten Co-Stars und nicht zuletzt der Gesangsauftritte von Hans Albers auch heute noch sehenswert.
Drei der vier Lieder, die in Hans Albers in dem Film sang, wurden von dem legendären Film- und Schlagerkomponisten Michael Jary geschrieben:
Das fröhliche Seemannslied "Ja, das Leben", das melancholische Ballade "Weine nicht" und natürlich der Ohrwurm,
"Das letzte Hemd hat keine Taschen". Das Titellied des Filmes, das schmissige "Das Herz von St. Pauli" mit seinem fulminanten Finale ist auch heute noch, insbesondere bei den Fans des Fußballvereines "FC St. Pauli 1910" (deren Hymne es ist) nach wie vor als "Vereinshymne" in aller Munde.
Und hier noch eine kleine Anekdote am Rande: Nach der Filmpremiere am 17.12.1957 im Hamburger "Hotel Altlantic" kam es sogar zu einem kleinen Spontankonzert: Hans Albers gab, vom Komponisten Jary am Klavier begleitet, ein paar Stücke aus dem Film zum Besten. Hans Albers stieg, immer wenn in Hamburg war, im "Atlantic" an der Außenalster ab - das Hotel liegt nur wenige 100 Meter entfernt von seinem Gaburtshaus in der "Langen Reihe" 73 in Hamburg - St. Georg...
Nun bleibt nur zu hoffen, daß Kinowelt auch weitere Lücken im Filmschaffen von Hans Albers schließt: Die großen Spätwerke wie "Vor Sonnenuntergang", "Der letzte Mann" oder "Nachts auf den Straßen" liegen immer noch nicht auf DVD vor, genauso wie die Filme der leichteren Muse a' la "Käpt'n Bay Bay", "Unter heißem Himmel" oder auch der Heimatfilm "13 kleine Esel und der Sonnenhof".
Freddy Albers, Hans-Albers-Fan und -Interpret