"Die Krise der technologisierten westlichen Welt - unterschwellige Lebensangst, aufgestaute Wut, das Gefühl der Machtlosigkeit angesichts zunehmenden sozialen Unfriedens, Sorgen um sichere Arbeitsplätze, finanzieller Turbulenzen, knapper werdender Rohstoffe, immer neuer behördlicher Maßregelungen, Bevormundungen und Überwachung - all dies findet seinen Niederschlag nicht nur auf emotionaler Ebene, sondern durchdringt auch das Physisch-Somatische des Menschen. Unsicherheit, Angst und Stress rauben vielen die Lebensfreude, die - wie man einst wusste - ihren Sitz im Herzen hat. Anders gesagt: Herz-Kreislauf-Beschwerden sind nicht vorrangig ein Problem fehlgeleiteter biologischer Körperfunktionen, die es zu korrigieren gilt, sondern sie stellen im Grunde genommen ein gesellschaftlich-kulturelles Problem dar."
Bereits mit diesem ersten Absatz im Vorwort seines Buches "Das Herz und seine heilenden Pflanzen" bringt Storl die Situation der Gesellschaft und der Herz-Kreislauf-Kranken auf den Punkt. Das Buch ist nicht einfach "nur" ein Heilpflanzenratgeber, sondern bringt auch viele anthropologische, ethymologische und historische Informationen mit, die zu einem sehr gut lesbaren Handlungsfaden verknüpft werden. Das Ganze versehen mit vielen, z.T. farbigen Abbildungen macht das Buch zu einem Lesevergnügen, wie ich es lange nicht mehr hatte.
Es sollte m.E. zur Pflichtlektüre von Kardiologen und Internisten werden, die oft der Meinung sind, wenn sie einem nur genügend starke und aufeinander abgestimmte Chemikalien verordnen, würde der Patient schon "gesund"...
In Anbetracht der Tatsache, dass viele Verlage heute schon schlichte Taschenbücher, bei denen höchstens das Cover spannend ist, für ca. 14,80 Euro verkaufen (wollen), ist der Preis für das Buch aufgrund der Papier-, Verarbeitungs- und Illustrationsqualtiät angemessen.
(Edit: Tippfehler)