Der Handlungsort ist eine Stadt in Georgia, die Handlungszeit die Jahre und Monate vor Ausbruch des 2. Weltkrieges. Das macht das Buch aber weder unaktuell, noch fällt es schwer, sich mit seinen Figuren zu identifizieren. Die Frage ist nur, mit welcher? Vermutlich ändert sich das im Laufe eine Lebens, wenn man das Buch wieder einmal liest.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen vier Personen, die alle abseits oder am Rande der gesellschaftlichen Norm leben. So unterschiedlich ihre Ideale und Wünsche auch sind, sie alle sehnen sich vor allem danach, verstanden zu werden, und jeder glaubt, dies bei dem taubstummen John Singer zu finden, der ihnen zu"hört", der ihre Nähe zulässt, der einfach da ist für sie. Doch letzten Endes ist genau dieser John Singer derjenige, der am meisten unter seiner gefühlten Einsamkeit leidet.
In diesem Roman steckt mehr Tiefgang und Lebensweisheit als in den meisten anderen Büchern, die ich in jüngerer Vergangenheit gelesen habe. Das ist umso erstaunlicher, da die Autorin gerade mal 23 Jahre alt war, als sie es verfasste.
"Das Herz ist ein einsamer Jäger" ist eine traurige, aber eine wunderschöne Geschichte, in der sehr viel Nachdenkenswertes steckt. Eines der Bücher, die man ganz sicher nicht nur einmal liest!