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Das Herz der Materie: Kernstück einer genialen Weltsicht
 
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Das Herz der Materie: Kernstück einer genialen Weltsicht [Broschiert]

Pierre Teilhard de Chardin
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Produktinformation

  • Broschiert: 160 Seiten
  • Verlag: Topos Plus; Auflage: 1., Auflage (März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3836707853
  • ISBN-13: 978-3836707855
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 451.862 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Pierre Teilhard de Chardin
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Naturwissenschaften erkennen immer mehr, dass Natur und Kosmos nicht ohne ein geistiges Prinzip zu erklären sind sowie Materie und Geist eine Einheit sein müssen. Teilhard de Chardin hat dies bereits Mitte des letzten Jahrhunderts erkannt und gesellschaftliche Folgerungen daraus gezogen, die uns erst heute bewusst werden. Dieses geniale Welt- und Menschenbild findet sich in diesem Band niedergelegt. Er bildet das Kernstück seines Lebenswerkes.

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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
"Wir Menschen suchen alle nach etwas,
was uns längst gefunden hat".
(The Doors; Jim Morrison, 1943-1971)

Teilhard von Chardin (1881-1955) konnte seine Lehren und Erkenntnisse aus den Studien der Theologie, Geologie und der Paläontologie trotz Publikationsverbot und posthumer Beurteilung seitens des Päpstlichen Lehramts, schwerer Irrtümer unterlegen zu sein, retten in die Gegenwart. Sein Wissen schöpfte er aus Forschungen rund um den Globus, u. a. auch Indien und China, ebenso durch seine universitäre Lehrtätigkeit in Kairo (Physik). In seinen Aufenthalten in der Welt lernte er wie Eliade Mircea die verschiedenen kulturellen Archetypen kennen und deren verbreitete Mythen und Riten.

Doch hier in diesem Buch über "Das Herz der Materie" geht es um die Frage von Geist und Materie und Teilhards schon "sehr frühes unwiderstehliches Verlangen nach einem einzigen Genügenden". Ein einzig Genügendes zu denken, heißt jedoch nicht mehr, als sich vom kartesischen Dualismus zu verabschieden und die Pole Geist und Materie nicht mehr als zwei Dinge, sondern als zwei Zustände zu deuten. Das bekannte Heraklitsche "Zwei in Einem" findet gedanklichen Nachvollzug in sofern, dass Teilhard, wissend, den Geist nicht im Widerstreit der Materie finden zu können, doch hoffend blieb, all sein Suchen und Bestimmen des Geistes im Kern der Materie vollenden zu können.

"Wir sehen Leben als die Eine Form der Existenz an, die sich in dem, was Materie genannt wird, manifestiert; oder was wir, wenn wir sie fälschlich trennen, im Menschen Geist, Seele und Materie nennen", kann man als Geheimlehre bei Blavatsky lesen, im Faust I (Studierzimmer) lässt Goethe Mephisto und den Studenten von der Entzweiung und dem Wunsch nach Einem philosophieren, während Deussen, profunder Kenner und Verfasser der "Philosophie der Upanishaden" dort feststellt: "Halten wir für den gegenwärtigen Zweck an dieser Unterscheidung des Brahman als kosmischen Prinzips von dem Atman als psychischem Prinzip fest, so lässt sich der Grundgedanke der ganzen Upanishad-Philosophie ausdrücken durch die einfache Gleichung: Brahman = Atman, das heißt: das Brahman, die Kraft, welche in allen Wesen verkörpert vor uns steht, welche alle Welten schafft, trägt, erhält und wieder in sich zurücknimmt, diese ewige, unendliche, göttliche Kraft ist identisch mit dem Atman, mit demjenigen, was wir, nach Abzug alles Äußerlichen, als unser innerstes und wahres Wesen, als unser eigentliches Selbst, als die Seele in uns finden. Diese Identität des Brahman und des Atman, Gottes und der Seele, ist der Grundgedanke der ganzen Upanishad-Lehre".(Weisheit der Upanishaden)

Teilhard kämpft mit sich nicht um etwas wirklich Neues, doch er tut es doch aus der Erziehung und dem abendländisch christlichen Gedankengut. Als kritischer und geweihter Theologe vereint er in der Suche nach Wahrheit den Gedanken der Natur mit dem Schöpfer zum monistischen Panentheismus, eine Weltanschauung wie bereits der Philosoph Johannes Scotus (1265-1308) sie vertrat, nämlich Gott der Welt immanent und zu ihr transzendent, als Synthese von allem zu betrachten im Vergleich zum Pantheismus Spinozas (Spinoza, Baruch: Ethik), wo Gott und Welt als Synonyme verwendet werden. Teilhard gelang die Aufhebung der geteilten Sicht von Welt und Gott durch eine Konjunktion, die den Bruch zwischen beiden aufhebt und Christus durch die Welt und deren innerstes Prinzip erklärt. Paulus, Johannes und die Kirchenväter standen Pate dieser Idee, in der der Schöpfer in allem allgegenwärtig ist. Die Beziehung zwischen dem Innen des Betrachters und des Inneren des Betrachteten nennt er "christisch", weil in allem eine "evolutive Drift, eine Konvergenz" stattfindet, die sich in Christus manifestiert. Diese Sicht - das Herz der Materie als das Christische - bedarf einen "Sinn für die Fülle". Von der durch Erscheinungen erweckte Erkenntnis und Liebe drängt es den Menschen zum Erfassen der Innenwelt, die in seinem Sein zu einer neuer Dimension wächst, nämlich sich in der Beziehung von Kosmos und Christus als verbindend zu positionieren. "Dieses ist der Glaubenssinn", der Weltinnenraum (Rilke), die Positionierung einer Gottwerdung des Menschen, die aus dem Wort stammt und Fleisch werden will. "Alles erstrebt Gott, in dem es seine eigene Vollkommenheit anstrebt", sagt der Scholastiker Thomas von Aquin (1225-1274) in der Summa Theologica und demjenigen steht die unendliche Vollkommenheit offen, der seine endliche Form hin zu Gott öffnet. In der Literatur finden wir in Rilke, Rainer Maria: Das Stundenbuch wie bei Andreas-Salome, Lou: Der Kampf um Gott belastbare Vergleiche.

Teilhards Perspektivenwechsel in der Geistsuche im Herzen der Materie vom Gegenteiligen zum Kern derselben an sich lässt eben dieses "Zwei in Einem" nach Heraklit und die Parmenidessche "Alles ist Eins" Theorie deutlich werden. Damit erkennt er in der Welt den Aspekt der Schöpfung wie den Aspekt der Evolution. In der Betrachtung wird die Schöpfung zum Ort der Evolution und die Reife des Geistes in der allumfassenden Noosphäre (Einheit des Geistes als teleologische Weltsicht) vollendet beide in eine Ein-Geist-Struktur, weil die Materie in Geist verwandelt durch Synthesewirkung vom Vergänglichsten zum höchst Unzerstörbaren sich entwickelt.

Teilhards Gedanken und Philosophien werden heute genutzt, um die umfassende Welt der menschlichen Geister in der Noosphäre, dieser "kosmischen Membran" als "technisches Gehirn" (McLuhan), wiederzuerkennen in einer globalisierten Gesellschaft, die ohne Relevanz von Ort und Zeit All-Präsenz zeigt im Internet und das weltumspannende Netz via Transsubstantiation als Ein-Geist-Struktur uminterpretiert werden kann in den "Raum aller denkbaren Gedanken" (E. Raymond). Capurro, Rafael in: Leben im Informationszeitalterbeschreibt eine ins Digitale transferierte Philosophie der Antike.

Kant in seiner erkenntnistheoretischen Philosophie wollte alles hinter dem Sichtbaren nicht leugnen ("Die Welt kommt in ihrer Ganzheit niemals zur Anschauung"), Hegel sprach von der Vollkommenheit erst durch die Gegensätze in seiner negativen Dialektik, die auch herhalten könnte, die Vakuumfluktuation in der Quantenmechanik verbal zu erklären. Hegels "bestimmte Negation" ist die spekulative Reformulierung der alten theologischen Idee der creatio ex nihilo. Eine creatio ex nihilo verweist auf das wundersame Auftauchens eines neuen Symbols vor dem Hintergrund der Leere des Dings; im Realen hingegen kann nichts aus dem Nichts kommen. So trifft Vermutung alter Ideen bis zu den Vorsokratikern auf die Vermutungen moderner Naturwissenschaft, Biosphäre trifft auf Noosphäre. Für Johannes ist der Geist das Zentrum des gemeinsam Erfahrbaren (Joh 16, 13: Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten; Joh, 17, 10: Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verklärt)

In allem enthalten scheint das Problem der Kontingenz, vor allem in der symmetrischen Möglichkeit, zu sein und nicht zu sein. Wenn die Dinge der Veränderung unterworfen sind, was kann der Mensch dann mit Gewissheit von ihnen erkennen? Sind es wie im Planckschen Wirkungsquantum letztendlich nur diskrete Werte in der Relation der Unschärfe? Daher noch ein Blick in die Gedanken der fernöstlichen Weisheiten: Rta, die kosmische Einheitlichkeit, wurde in den Upanishaden auf eine abstrakte Stufe erhoben. Im Rig Veda heißt es:

Zuerst war weder Sein noch Nicht-Sein.
Es gab keine Luft und auch noch keinen Himmel.
Was wurde verhüllt? Wo? Unter wessen Schutz?
Gab es dort Wasser, unergründlich und tief?

Es gab den Tod nicht und auch noch keine Todlosigkeit;
keine Anzeichen von Tag und Nacht.
Der Eine atmete ohne Atem, aus eigenem Antrieb.
Es gab nichts anderes als das.

Dunkelheit war dort, alles durch Dunkelheit verhüllt,
und alles war Wasser, unterschiedslos. Dann
gelangte das von der Leere Verborgene, das Eine, das in Erscheinung trat,
das sich kraft Ardors bewegte, zum Sein.

Am Anfang entstand die Liebe,
die ursprüngliche Keimzelle des Geistes.
Die Seher, die in ihren Herzen mit Weisheit suchten,
entdeckten die Verbindung zwischen Sein und Nicht-Sein.

Teilhard de Chardins "Kernstück einer genialen Weltsicht", das "Herz der Materie" sei hiermit empfohlen.
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