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Das Heilige Nichts: Gott nach dem Holocaust
 
 
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Das Heilige Nichts: Gott nach dem Holocaust [Gebundene Ausgabe]

Tobias Daniel Wabbel , Axel Monte
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 289 Seiten
  • Verlag: Patmos; Auflage: 1
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3491725100
  • ISBN-13: 978-3491725102
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 267.883 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Tobias Daniel Wabbel
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wo war Gott in Auschwitz?

- Zur bleibenden geistigen und politischen Herausforderung des Holocaust
- Internationale Beiträge namhafter Schriftsteller, Theologen und Historiker

Der planmäßige Versuch der Vernichtung des jüdischen Volkes in der NS-Zeit ist eines der größten Verbrechen der Menschheit. Die Grausamkeit des Massenmordes lässt fragen: Warum griff Gott nicht ein? ? und seitdem führt kein Nachdenken über Gott und den Menschen mehr an Auschwitz vorbei. Die Beiträge des Buches bedenken die Ungeheuerlichkeit des Ereignisses in seinen Auswirkungen auf die Gottesfrage aus jüdischer, humanistischer und christlicher Sicht: Ist der Gottesglaube völlig neu zu fassen? Sie stellen die historische Schuldfrage: Wie konnte aus einem christlichen Volk solches Morden erwachsen? Sie wenden sich der Sinn- und Zukunftsfrage zu: Gibt es eine tragfähige Antwort, die das Monströse des Geschehens nicht verdrängt? Was verhindert einen weiteren Holocaust?

Über den Autor

Tobias Daniel Wabbel, Jahrgang 1963, lebt und arbeitet als Lektor und Übersetzer in Essen. Er ist Mitglied der renommierten Contact Group um den kanadischen Zukunftsforscher Allen Tough, die über 80 Mitglieder aus Forschung und Literatur zählt. Ihr gehören auch Autoren wie Arthur C. Clarke oder Paul Davies an. Gemeinsam mit Stelio Montebugnoli vom Institut für Radioastronomie in Medicina, Italien, organisiert Wabbel das erste europäische S.E.T.I.-Programm und unterstützt das Lunar Farside Telescope-Projekt, dessen Ziel darin besteht, mit Hilfe von NASA und ESA innerhalb der nächsten zwanzig Jahre ein Radioobservatorium auf der erdabgewandten Seite des Mondes zu errichten. Wabbel ist Mitglied der S.E.T.I. League Inc., einem weltweiten Verbund von Radioamateurastronomen und S.E.T.I.-Begeisterten, sowie der Planetary Society des Astronomen Carl Sagan, der größten Organisation zur Unterstützung der Suche nach Leben im All.

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Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Ehrliche Theologie gesteht ein, dass es auf die Frage nach dem Sinn des Leidens keine Antwort gibt. Wer sie trotzdem versucht, setzt nur Irrlichter auf."
(Alfred Buß, Präses der Ev. Kirche von Westfalen)

Die bereits im Jahre 2007 veröffentlichte Anthologie mit Essays namhafter jüdischer, christlicher und humanistischer Autoren scheint mit ihrem Titel "Das Heilige Nichts" bereits seinen Inhalt, bzw. sein Ergebnis bereits vorweg zu nehmen....

....folgt man Karl Marx, der die Religion als "das verkehrte Weltbewusstsein" bezeichnete oder Sgmund Freud, der sie "Menschheitsneurose" nannte (Seite 15) mag dies ebenso zutreffen, wie im leidenschaftlichen Beitrag Ralph Giordanos, der zum Ergebnis kommt, dass "Gott die Leeradresse des Universums" sei. Bereits im Jahre 1966 im Zuge des Aufkommens der ersten Debatten über das Gottesbild hatte der jüdische Theologe und Rabbiner Richard Lowell Rubenstein mit seinem Buch "After Auschwitz: Radical Theology and Contemporary Judaism" den kontroversen Begriff des "Holy Nothingness" - dem "Heiligen Nichts" geprägt. Für ihn hatte nicht nur der Gottesbund Israels keinen Bestand mehr, sondern Auschwitz war für ihn der Beweis, dass Gott weder allmächtig noch gnädig oder liebend sei, sondern ein Produkt des menschlichen Geistes....

Da jedoch auch Autoren wie Hans Küng ("Unbedingtes und restloses Vertrauen zu Gott"), Karl Kardinal Lehmann und sogar Benedikt XVI. zu Wort kommen, wird deutlich, dass neben dem Postulat Rubensteins vor allem die "Theozidzee", d. h. die Rechtfertigung Gottes für sein Tun und Unterlassen im Zusammenhang mit der Shoa kontroverser Gegenstand eines Buches sind, dessen Titel man daher auch mit einem Fragezeichen hätte versehen können.

Während sich das erste Kapitel mit der "Gottesfrage", den Fragen nach seiner Existenz und seiner Rolle als Weltenschöpfer und -lenker (A/Theismus, Deismus) widmet, versuchen die Essays des dritten Kapitels Antworten auf die "Sinnfrage" des ungeheuerlichsten Verbrechen desr Menschheitsgeschichte zu geben. Hier ist auch der Herausgeber Tobias Daniel Wabbel mit seinem Aufsatz "Ein Gott der Geschichte?" vertreten. Ausgehend von dem arabischen Sprichwort "Es steht geschrieben" und der Erwiderung Lawrence von Arabiens, dass "nichts geschrieben steht" befasst er sich mit dem Determinismus, dem auch Albert Einstein bis zu seinem Tode anhing. Auch die damals neuesten Erkentnisse zur Quantenmechanik, wie die Heisenbergsche Unschärferelation, konnten den Entdecker der Relativitätstheorie, nicht davon überzeugen, dass kein (quanten)physikalischer Zustand im Weltall vorhergesagt werden kann. Wabbel kommt zum Ergebnis, dass Gott vielleicht der kreative Urgrund des Universums sein könnte, jedoch nicht eingreift und auch künftig nicht eingreifen wird, weil nur der Mensch seines eigenen Schicksals Schmied sei. Da Gott in seinen Augen unschuldig ist, fordert Wabbel eine Paradigmenwechsel in der Gottesfrage.

Kapitel zwei befasst sich mit der Schuldfrage. Während sich Dr. Klaus Kühlwein mit der Rolle Pius XII. während des Holocaust beschäftigt, analysiert der promovierte Historiker und Germanist Ralph Georg Reuth die Frage "Woher kam Hitlers Judenhass?". Erschreckend sind Edwin Blacks Ausführungen zu "Amerikas Verbindung zu Hitlers Holocaust", die mit dem "wissenschaftlichen Rassismus" in Form us-amerikanischer Eugenik und einem "politischen Rassismus" der Ford Motor Company beginnen und bis zur technischen Unterstützung der Nazis durch General Motors und IBM ("IBM und der Holocaust") reichen. "Die Zukunftsfrage" ist das Thema des vierten und letzten Kapitels. Hierbei geht es u. a. um "Die katholische Kirche und das Judentum", "Die Kirchen und der Kampf gegen den Antisemitismus" und das Hauptanliegen des Herausgebers, das er bereits in seinem Vorwort formulierte, wonach es im Bewusstsein des unvorstellbaren Grauens der Shoa in unseren Händen und in der Verantwortung der gegenwärtigen und künftigen Generationen liegt, einen letzten Holocaust zu verhindern und neu aufflammenden Antisemitismus entschlossen zu bekämpfen. Die Schrecken und Abgründe der Shoa zu erinmnern ist der erste und wichtigste Schritt, der Gefahr der Wiederkehr entgegenzutreten.

Zum Abschluss bietet das Buch noch Anmerkungen (Zitate, Quellen)und kurze Biographien der achtzehn Autoren und des Herausgebers.

5 Amazonsterne für eine ausgezeichnete Zusammenstellung kontroverser Plädoyers, die unabhängig von der Frage nach Gott und dessen Verantwortung für die Welt zum selben Ergebnis gelangen: "Nie wieder!"
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Liefert Richard Dawkins doch nur halbgare Duchschnittskost zum Thema "Existiert Gott?", geht dieses Buch erheblich tiefer. Anders als Dawkins oder Manfred Lütz geht dieses Buch an die Wurzel des Problems. Das Buch beschäftigt sich mit der Frage, wie Gott den Holocaust an seinem auserwählten Volk zulassen konnte, wenn er ein allmächtiger, gütiger Schöpfer des Universums ist. Ist Gott angesichts des Grauens in Auschwitz nur ein "Heiliges Nichts", wie der jüdische Theologe Richard Rubenstein glaubt? Das Buch ist recht kontrovers angelegt und in vier große Themenbereiche aufgeteilt:

1) Die Gottesfrage
Ist Gott angesichts des Leids in der Welt nur eine Erfindung des Menschen? Wie können die Widersprüche zu Gott in der Bibel erklärt werden: d.h. rachsüchtiger Gott im alten Testament und gütiger Gott im neuen Testament. Wie sieht das Gottesverständnis nach Auschwitz in der Philosophie und Theologie aus?

2) Die Schuldfrage
Wer ist mitschuldig am Genozid außer dem deutschen Volk? Woher kam Hitlers Judenhass? Welche Wurzeln und Ursprünge hat der Antisemitismus in der Kirche? Warum schwieg Papst Pius XII. zum Holocaust und verhinderte somit eine Intervention der Alliierten? Welche Rolle spielten die USA bei der Verwirklichung von Hitlers teuflischem Plan?

3) Die Sinnfrage
Hatte der Holocaust trotz all des Leids in Auschwitz und den anderen Vernichtungslagern einen Sinn in der menschlichen Geschichte? War es gar Gottes Wille, dass 6 Millionen sterben mussten? Ist der Sinn des Holocaust die Gründung des Staates Israel? Diese Frage mündet in

4) Die Zukunftsfrage
Hier wird darüber von den Autoren debattiert, wie die Zukunft Israels angesichts des Palästina-Konflikts aussehen könnte? Wie könnte ein zweiter, möglicherweise nuklearer Holocaust von Israel abgewendet werden? Wie kann den zukünftigen Generationen in Deutschland die Geschichte des Holocaust vermitteln werden, so dass er nicht verdrängt und vergessen wird und sich derlei Grauen nicht wiederholt - und zwar ohne erhobenem Zeigefinger?

Die Autoren des Buchs sind beeindruckend und sämtliche Beiträge sind leicht verständlich, teilweise sehr packend und gut recherchiert verfasst:

Papst Benedikt XVI., Edwin Black (Autor des Weltbestsellers IBM und der Holocaust), der jüdische Befreiungstheologe Mark Ellis, Ralph Giordano, Holocaust-Theologe und Rabbi Irving Greenberg, Yad-Vashem-Historiker Gideon Greif, der israelische Psychoanalytiker Ofer Grosbard, der Theologe Klaus Kühlwein, Hans Küng, Karl Kardinal Lehmann, Pulitzerpreisträger und Gott-Biograph Jack Miles, der berühmte protestantische Theologe Jürgen Moltmann, Historiker Christoph Münz, Holocaust-Theologe John T. Pawlikowski, der Historiker und Herausgeber der Göbbels-Tagebücher Ralf Georg Reuth, Theologe Konrad Riggenmann, die Rabbis und Theologen David Rosen und Richard Rubenstein sowie der Herausgeber Tobias Daniel Wabbel selbst mit seinem ernüchternden Essay "Ein Gott der Geschichte?".

Fazit: ein sehr wichtiges, mutiges und überfälliges Buch, das sich mit der Frage beschäftigt, ob sich die Theologie der Kirchen ändern muss, um religiösen Fanatismus und Fundamentalismus einzudämmen und einen zweiten Holocaust zu verhindern. Die Antwort auf die Frage, warum Gott all das Leid des Holocaust zulassen konnte und das Grauen in der Welt immer noch zulässt, ist sehr erschütternd. Prädikat: sehr lesenswert.
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