George (Kevin Kline) ist ein begnadeter Architekt und Modellbauer, privat allerdings ein Menschenhasser und Versager. In der Firma, für die er arbeitet, wird er von allen milde belächelt und wohl nur geduldet, weil er dort schon seit 25 Jahren angestellt ist. Auch privat sieht's trist aus: George ist geschieden und lebt in einer Bruchbude, die ihm sein Vater vererbt hat. Sein Sohn Sam (Hayden Christensen) lebt bei Georges Frau Robin (Kristin Scott Thomas), deren neuem Ehemann und ihren gemeinsamen Kindern. Sam ist bereits seit Jahren auf dem Rebellionstrip: Mit Kajal um die Augen, Piercings im Gesicht und blau-schwarzen Haaren läuft er wütend durch die Welt und dröhnt sich den ganzen Tag mit Drogen und harten Beats zu. Keiner kommt mehr an ihn ran.
Und dann schlägt das Schicksal zu: Ziemlich unsanft wird George gefeuert und als er nach einem Wutanfall die Firma verlässt, bricht er auf der Straße zusammen. Die Diagnose im Krankenhaus: Krebs im unheilbaren Stadium, George hat noch drei, vielleicht vier Monate zu leben. Da macht er eine Kehrtwendung um 180 Grad: Er setzt es durch, dass Sam bei ihm den Sommer verbringt, um seinem Sohn wieder nahe zu kommen. Außerdem beschließt George, mit und für Sam ein Haus zu bauen, ein Geschenk, das er ihm hinterlassen will. Für Vater und Sohn wird es ein ereignisreicher Sommer...
"Das Haus am Meer" ist einer dieser Geheimtipps, ein ausgezeichneter Film, der zu Unrecht relativ unbekannt ist. Das dürfte sich nun ändern, nachdem Hayden Christensen, das junge kanadische Talent, durch Star Wars bekannt geworden ist. Er und Kevin Kline spielen die Vater-Sohn-Beziehung sehr intensiv und Hayden kann sich mit seinem berühmten Filmvater durchaus messen. Ansonsten wird der Film von einem brilliant und ungewohnt leise spielenden Kevin Kline getragen, der hier einmal mehr eine ernsthafte Rolle mit Bravour meistert. Auch die Nebenrollen - sehr gut besetzt (u.a. Mary Steenburgen).
Ansonsten ist dieser Film menschliche Schicksale und Emotionen pur. Und geht unter die Haut, ohne sentimental zu sein. Zum Beispiel als George nach Jahren der Einsamkeit lernt, wie es ist, von einem anderen Menschen berührt zu werden. Es geht aber auch um Liebe, Betrug, Verlust, Loyalität, Freundschaft, Wut, natürlich Leben und Tod. Während George stirbt, entsteht für Sam langsam ein neues Leben und eine Zukunft. Der Kreis des Lebens eben.