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Das Haus Wittgenstein: Die Geschichte einer ungewöhnlichen Familie
 
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Das Haus Wittgenstein: Die Geschichte einer ungewöhnlichen Familie [Broschiert]

Alexander Waugh , Susanne Röckel
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Alexander Waugh
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die Wittgensteins gehören zu den schillerndsten Familien des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts. Vater Karl hatte es als Stahlmagnat zu großem Vermögen gebracht und führte ein offenes Haus, in dem Musiker wie Brahms, Mahler oder Richard Strauss und die Wiener Avantgarde verkehrten. Seine Kinder jedoch litten unter dem strengen Vater: Drei der fünf Söhne brachten sich um, einer verschenkte sein Erbe und wurde ein weltbekannter Philosoph, einer blieb Pianist, der trotz fehlender rechter Hand konzertierte und sich von Ravel, Hindemith, Prokofjew oder Britten Stücke komponieren ließ.
In seiner faszinierenden Biographie schildert Alexander Waugh die gesamte Tragik und Größe einer Familie vor dem Hintergrund zweier Weltkriege und dem Nationalsozialismus. Entstanden ist das erschütternde Portrait einer Familie so hochbegabter wie schwieriger Menschen.

Über den Autor

Alexander Waugh, geb. 1963 und selbst aus einer berühmten Familie stammend, arbeitete nach seinem Studium der Musik zwei Jahre als Konzertagent und danach als Musikkritiker für verschiedene Zeitungen, u.a. für den Evening Standard. Er hat zahlreiche Bücher über Musik geschrieben, darunter den Bestseller »Classical Music, A New Way of Listening« (1995). Er lebt als Publizist, Theaterautor und Musikproduzent in Somerset in England.Susanne Röckel, geb. 1953 in Darmstadt, lebt in München. Sie hat Erzählungen und Romane veröffentlicht und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen, darunter em Tukan-Preis der Stadt München, ausgezeichnet.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Sarah Krampl TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Mit dem Namen Wittgenstein verband ich bis nach der Lektüre dieser Familienbiographie nur den Namen des in England bekannt gewordenen Philosophen Ludwig. Ich wusste bereits, dass Ludwig sich nicht sonderlich gut mit seiner Familie verstand und sein ererbtes Vermögen seinen Geschwistern schenkte. Ich wusste auch, dass die Familie Wittgenstein sehr musikalisch war. In dieser Biografie von Waugh liegt der Schwerpunkt in der Erzählung des Lebens des um Eineinhalbjahre älteren Bruder Ludwigs, dem zu Weltruhm gelangten Pianisten Paul. Dies ist nicht verwunderlich wenn man bedenkt, dass Waugh selbst Musik studiert hat.
Am Anfang wird das Leben der Großeltern und Eltern von Ludwig und Paul erzählt, also in Wien ab ca. 1880. Zwei gänzlich verschiedene Charaktere mit verschiedenen Zielvorstellungen sind im Vater Karl und der Mutter Leopoldine aufeinander getroffen und fast alle Kinder waren, wie die Mutter, eher auf der musikalisch-künstlerischen Seite als auf der kaufmännischen. Deshalb gerieten auch hauptsächlich die Buben in Streit mit dem "strengen" Vater, der einen Nachfolger für sein aufgebautes Imperium wollte. Ludwig hatte ja 8 Geschwister, 4 Brüder und 4 Schwestern, wobei sich zwei Brüder das Leben nahmen und 1 Schwester noch im Babyalter starb. Von den Geschwistern neben Paul und Ludwig nimmt Margaret genannt "Gretl" eine sehr wichtige Stellung im Leben der Familie ein. Man bekommt sehr viele Informationen über alle Mitglieder der Familie samt ihren Freunden und Bekannten, aus den höchsten Rängen und Künstlermilieus der Gesellschaft. Musiker wie Brahms, Schönberg, Liszt waren oft zu Besuch bei den Wittgensteins, denn sie hatten in ihrem "Wohnzimmer" 7 Konzerflügeln stehen.
Die Biografie wird in einem geschichtlichen Kontext eingebettet. Besonders geht der Autor auf die beiden Weltkriege ein, sowie auf die Weltwirtschaftskrise der Dreißiger Jahre, weil sich diese geschichtlichen Epochen vehement auf das Leben der Familie Wittgenstein auswirkten.
Trotz Missbilligung vonseiten vieler Familienmitglieder gelang es Paul und Ludwig ihren eigenen Weg zu gehen. Paul verlor im ersten Weltkrieg seinen rechten Arm und spielte trotzdem weiter Klavier, obwohl ihm gerade seine Verwandten nahe legten damit aufzuhören und sich nicht lächerlich zu machen. Ludwig war mehr oder weniger das schwarze Schaf der Familie und als er bereits in Cambridge als Philosoph hoch verehrt wurde, brachte ihn die Familie alles andere als Respekt entgegen, im Gegenteil. Sehr auffallend und gut beschrieben ist, dass sich die Geschwister untereinander überhaupt nicht vertrugen, nicht nur der Vater war von seinen Kindern "entrüstet", sondern auch die Geschwister untereinander schafften es nicht, sich gegenseitig anzunehmen. Jeder hatte genaue Vorstellungen von seinem Leben und diese wurden von den anderen nicht ernst genommen, geschweige denn respektiert und als gut geheißen. Im ersten Weltkrieg waren Paul und Ludwig Kinder ihrer Zeit, die sich von der allgemeinen Begeisterung für den Krieg anstecken ließen. Im zweiten Weltkrieg dann gab es das Problem mit der jüdischen Herkunft und wie viele Familien, glaubten auch die Wittgenstein am Anfang, dass ihre jüdischen Wurzeln nichts mit ihrem jetzigen Leben zu tun hatten und deshalb auch nicht zu einem Problem werden konnten. Dass zwei oder drei der Großeltern jüdischer Abstammung waren, wirkte sich für die Wittgensteins und ihr Vermögen im zweiten Weltkrieg verehrend aus. Seitenweise beschreibt Waugh wie einige Geschwister versuchen das Familienvermögen zu verwalten bzw. zu erhalten, wobei die Geschwister teilweise nur mehr durch den Anwalt miteinander kommunizieren.
Sehr viele Familienmitglieder werden in dem Buch erwähnt und am Anfang des Buches ist zur Orientierung eine Ahnentafel angebracht, die man auch gerne zu Rate zieht.
Diese Biographie ist so spannend geschrieben wie ein Roman und wenn man sich für den einen oder anderen Wittgenstein interessiert, dann bereitet die Lektüre das höchste Vergnügen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Spannendes Familienporträt 24. September 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Man kann Alexander Waugh gar nicht genug bewundern für die Leistung, die er mit diesem Buch vollbracht hat. Es gelingt ihm, die Einzelschicksale der Wittgenstein-Familienmitglieder über ca. drei Generationen hinweg ' schwerpunktmäßig die Generation von Paul, Ludwig und ihren Geschwistern ' darzustellen und ihre charakterlichen Veranlagungen, ihre familiären Verflechtungen und Konflikte sowie die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse, die ihre Lebenswege maßgeblich bestimmt haben, darzustellen. Ein sehr ergreifendes Buch, absolut empfehlenswert.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nachdem ich vor einem Jahr Lea Singers "Konzert für die linke Hand" gelesen hatte, ein Roman, in dem sie insbesondere dem Leben von Paul Wittgenstein nachging, habe ich sehr neugierig zu dem jetzt ins Deutsche übersetzten Buch des Musikjournalisten Alexander Waugh gegriffen, das nun bei S. Fischer erschienen ist.

Seine über 400 Seiten umfassende Familiengeschichte ist ganz hervorragend recherchiert und liest sich wie ein Roman. Zu exzentrisch, zu ungewöhnlich, zu tragisch ist die Geschichte dieser Familie, in der es weltberühmte Philosophen gab (Ludwig Wittgenstein), einarmige Pianisten ( Paul Wittgenstein) und vor allen Dingen jede Menge Selbstmörder.

Schon bei Lea Singer wurde etwas spürbar und greifbar von der Familiengeschichte, ihrer ganz speziellen Atmosphäre und Kultur, ihrer Genialität und ihrer den einzelnen knechtenden Struktur. Hier jedoch, bei Alexander Waugh springt es einen auf fast jeder Seite an; eine Familie genialer und außergewöhnlicher Persönlichkeiten, der man nur durch außergewöhnliche Leistungen zeitweise entrinnen konnte oder sich durch Selbstmord auf ewig entziehen konnte.

Doch das Buch ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch ein zeitgeschichtliches Dokument von zwei Weltkriegen und dem Schicksal einer jüdischen Familie zwischen jüdischer Tradition und Anpassung.

Ein wichtiges Buch, das nicht nur als Familiengeschichte, sondern auch als Teil einer Kulturgeschichte des 20.Jahrhunderts gelesen werden kann.
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