Zwölf Jahre nach ihrem ersten gemeinsamen Film "Speed" stehen Sandra Bullock und Keanu Reeves wieder zusammen auf der Leinwand. In das Haus am See, einem Remake des koreanischen Filmes Il mare, spielen sie ein Liebespaar, das sich auf eine ungewöhnliche Art und Weise kennenlernt: Kate Foster (Sandra Bullock) zieht aus ihrem Glashaus am See aus, um nach Chicago zu gehen und dort als Ärztin in einem Krankenhaus zu arbeiten. Ihrem Nachmieter hinterlässt sie eine Nachricht im Briefkasten, daß er ihre Post bitte an die nachfolgende Adresse nachschicken soll und er solle nicht zu verärgert sein über die Hundespuren auf dem Steg in Richtung Haus, da diese bereits dort gewesen sind, als sie in das Haus einzog.
Alex Wyler (Keanu Reeves), ein Architekt, der gerade das Haus gekauft hat, erhält diese Nachricht und wundert sich darüber, dass in diesem Haus bereits jemand gelebt haben soll. Denn das Haus, welches ursprünglich von seinem Vater Simon Wyler (Christopher Plummer) erbaut wurde, ist in einem so desolaten Zustand, daß man nicht annehmen kann, daß vorher jemand dort gewohnt hat. Zudem kann er keine Hundefußspuren entdecken. Einige Tage später, als er den Steg streicht, läuft plötzlich ein Hund über den Steg und hinterlässt genau die Spuren, von denen Kate gesprochen hat. Wie konnte sie das wissen? Und so schreiben sie sich nun Briefe über den amerikanische Briefkasten (Mailbox) und stellen fest, daß genau zwei Jahre zwischen ihnen liegen: Alex lebt in 2004 und Kate in 2006 und die Mailbox fungiert quasi als Übertragungsmedium über die Zeiten hinweg.
Ehrlich gesagt, ist die Story zwar zunächst für den Zuschauer schwer zu fassen, aber wenn man es schafft, sich auf das Thema einzulassen, ist dies ein wirklich romantischer und bewegender Film mit einem interessanten Thema: Was wäre, wenn man jemanden aus der Zukunft bzw. der Vergangenheit kennenlernt und sich in ihn verliebt? Denn genau das passiert mit Alex und Kate.
Sie lernen sich durch ihre Briefe immer mehr kennen. Und so nimmt Alex Kate zum Beispiel durch einen Brief mit auf einen Spaziergang in Chicago, wo er ihr all die überragenden Bauwerke erläutert und ihr am Ende eine romantische Nachricht auf einer Hausmauer hinterläßt. An ihrem Geburtstag erinnert sich Kate plötzlich daran, daß sie Alex schon einmal auf ihrem Geburtstag vor zwei Jahren gesehen hat. In einem Rückblick erfährt der Zuschauer dann, wie intensiv dieses Treffen war und nachdem Kate nun weiß, wer Alex ist, will sie ihn sofort treffen. Für sie heißt das am nächsten Tag, für Alex bedeutet das aber erst in zwei Jahren. Sie machen einen Treffpunkt aus, aber Alex erscheint nicht. Da Kate zutiefst verletzt ist, beendet sie die Beziehung. Erst zwei Jahre später erfährt sie, warum er nicht da war...
Neben dieser wunderschönen Liebesgeschichte, gibt es aber noch viel mehr Beziehungen zu entdecken: Zum Beispiel die gestörte Beziehung zwischen Alex und seinem Vater, unter der auch die Beziehung zu seinem Bruder gelitten hat, den er vier Jahre nicht mehr sah. Oder die freundschaftliche Beziehung zwischen der Ärztin Anna (Shohreh Aghdashloo) und Kate, die für Kate Wärme in die kalte klinische Umgebung des Krankenhauses bringt, welches im englischen Original besonders durch Anna's Stimme, die erstaunlich tief und warm ist, transportiert wird. Dann gibt es noch die Beziehung zwischen Kate und ihrem (Ex-) Freund Morgan Price (Dylan Walsh aus Nip/Tuck).
Zudem ist das Haus am See, welches komplett aus Glas ist, auf Stelzen im See steht und einen echten Baum in den Wohnraum integriert hat, ein absoluter architektonischer Traum. Darüber hinaus ist die Musik des Filmes von Rachel Portman bestens geeignet, um die romantische Stimmung zu transportieren. Ein wirklich sehr schöner und empfehlenswerter Liebesfilm.