Der Roman beleuchtet die Frage, die ich mir schon immer gestellt habe, wenn ich jüdische Friedhöfe in Deutschland besucht habe: Wie haben deutsche Juden den Verrat und die Enttäuschung erlebt, als nach dem ersten Weltkrieg der Antisemitismus immer mehr an Kraft gewann, nachdem so viele jüdische Ehemänner, Väter und Söhne fürs deutsche Vaterland gekämpft und gefallen waren.
Stefanie Zweig erweckt in ihrem gutrecherchierten Roman das Frankfurt der Kaiserzeit zum Leben und macht die Situation von deutschen Juden in dieser Zeit für den Leser nachvollziehbar und nachfühlbar. Mir waren die "kaiserlichen Balkonrede" und der "Judenzählung" zumindest nicht aus dem Geschichtsunterricht bekannt.